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Bei PZ-Redakteurin Miriam Fuchs kommt keine Fan-Stimmung auf. Kein Wunder: Niemand scheint sich für die Fußball-EM der Frauen zu interessieren.
Fuchs in the City: Frauenfußball - verspottet und verpönt © Dietz
16.07.2013

Fuchs in the City: Frauenfußball - verspottet und verpönt

Es ist Fußball-Europameisterschaft! Deutschland-Flaggen, Autokorsos, Großleinwände im Biergarten und Fans, die die deutsche Nationalmannschaft mit Schwarz-Rot-Gold geschminkten Wangen anfeuern. Na ja, es ist so etwas Ähnliches wie Fußball-Europameisterschaft. Denn von EM-Euphorie kann wohl keine Rede sein, dabei kickt die deutsche Nationalmannschaft gerade bei der EM in Schweden. Bei der Frauen-EM allerdings.

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War ja zu erwarten, denn wenn es um Frauenfußball geht, rümpfen vor allem Männer die Nase. Von denen scheint sich keiner für das Mega-Event zu interessieren. Dabei stehen die Damen der männlichen Mannschaft in nichts nach. Sie spucken genauso leidenschaftlich auf den Rasen und auch in Sachen Trikot erkenne ich kaum einen Unterschied. Schnitt und Passform erinnern stark an das Trikot der Männer und betonen die weiblichen Rundungen nicht im Geringsten. Dabei könnten sich die Spielerinnen durchaus sehen lassen.

Kim Kulig in Hotpants und Sport-Bustier, so wie man das vom Beachvolleyball kennt – da würden sicher mehr Männer zuschauen. Überhaupt kommt der Sex-Faktor im Fußball viel zu kurz. Auch bei den Männern. Ich erinnere da an die 70er-Jahre, als Franz Beckenbauer in heißen Höschen über den Platz schwebte. Nicht so wie heute, wo knielange Hosen den muskulösen Fußballer-Oberschenkel weitestgehend verdecken. Nicht einmal einen anständigen Trikot-Tausch gibt es bei den Frauen. Vielleicht würde ein solcher die Einschaltquoten in die Höhe treiben.

Fürs Spiel Deutschland gegen Island habe ich am Sonntag sogar „Das Bourne Ultimatum“ auf RTL sausen lassen, wurde dafür aber mit einem emotionalen Fernsehabend belohnt. Von wegen unästhetisch und technisch nicht so ausgefeilt wie bei den Herren. Bei den Frauen ist Fußball noch ein Sport mit fließenden Bewegungen und kein Strafraum-Boxkampf mit Tiefschlägen und Blutgrätschen im Minutentakt. Allen lästernden Männern soll an dieser Stelle gesagt sein: In den USA ist Frauenfußball so beliebt, dass Fußball geradezu als Frauensportart gilt. Da habt ihr’s!

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