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Ein bisschen süß muss sein: Den Schokospießen auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt kann PZ-news-Redakteurin Miriam Fuchs nicht widerstehen. Sie will im Advent lieber genießen als sich zu kasteien.
Ein bisschen süß muss sein: Den Schokospießen auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt kann PZ-news-Redakteurin Miriam Fuchs nicht widerstehen. Sie will im Advent lieber genießen als sich zu kasteien. © Seibel
11.12.2012

Fuchs in the City: Keine Winterfreude ohne Winterspeck

Warm eingepackt einen Glühwein mit Freunden trinken, Schokofrüchte, Bratwürste und heiße Maronen verspeisen - ich habe den Pforzheimer Weihnachtsmarkt schon reichlich genossen. Die Adventszeit könnte noch schöner sein, wären da nicht die zahlreichen Magazine und Onlineportale, die gerade jetzt nichts Besseres zu tun haben, als uns Frauen daran zu erinnern, dass an jeder mit Tannengrün geschmückten und appetitlich duftenden Ecke gefährliche Speckfallen drohen.

Umfrage

Haben Sie Angst vor dem Winterspeck?

Nein, ich genieße die Weihnachtszeit und ihre Spezialitäten 47%
Ja, ich nehme schon beim Schnuppern der Aromen zu 25%
Mir egal, im Frühjahr ist der Winterspeck wieder weg 23%
Ich weiß nicht 5%
Stimmen gesamt 350

Dabei wissen wir Frauen das doch eigentlich schon alles. Umso nervtötender ist es, jedes Jahr gesagt zu bekommen, dass gebrannte Mandeln mit knuspriger Zuckerhülle eine Bedrohung für die Hüften sind.

Einen besonders schönen Diättipp habe ich auf Bild.de gelesen. Dort wird zuerst erklärt, dass eine Bratwurst mit 500 Kalorien eine wahre Fettbombe ist. Dann folgt der coole Tipp: Bild.de rät, die Wurst einfach zu teilen. Macht dann nur 250 Kalorien. Eine nette Idee. Wenn Sie ganz allein auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs sind, könnten Sie die andere Hälfte einfach einem Fremden schenken. Dann wäre die Sache mit der Nächstenliebe auch erledigt. Oder Sie verschenken die Wurst gleich ganz. Macht exakt null Kalorien. Aber nur, wenn Sie sich nicht das Fett vom Finger lecken.

Erfahrene Weihnachtsmarkt-Besucher wie ich wissen aber: Selber essen macht Spaß. Und für den geselligen Glühwein-Genuss sollte zuvor eine ordentliche Grundlage geschaffen werden, Kalorien hin oder her.

So leidenschaftlich ich in Frauenmagazinen blättere, so lebenswichtig deren Tipps für mein Leben sind, so wenig schätze ich sie gerade jetzt. Statt Plätzchen und Weihnachtsbraten einfach mit allen Sinnen genießen zu dürfen, sollen wir Schwestern lieber in Tabellen nachlesen, welche Fettfallen im Winter drohen. Dazu gesellen sich masochistisch anmutende Tipps, um all den saisonalen Leckereien mit Scheuklappen, Nasenklammer und Knebel aus dem Weg zu gehen. Bloß nichts sehen, riechen und schmecken. Mit mir nicht!

Ich will jetzt keine Trauben-Diät einlegen, die ein Onlineportal speziell für den Winter anbietet. Die einzigen Trauben, die ich konsumieren will, sind mit Schokolade ummantelt, und diese gibt es nur auf dem Weihnachtsmarkt. Für den Glühwein dürfen ruhig auch ein paar Trauben auspresst worden sein.

Geradezu frech finde ich es, wenn die Magazin-Meinungsmacher mir im Dezember-Heft vorschreiben wollen, dass ich an meine Bikini-Figur denken sollte. Egal, wie viel Sie gerade in diesen Tagen in sich hineinschlingen, die überflüssigen Kilos verstecken Sie ganz einfach unterm XXL-Wollpulli. Ganz ohne Bikini und ganz ohne schlechtes Gewissen. Den einzigen echten Winterdiät-Tipp, den ich einhalte ist, viel zu trinken. Da passt es gut, dass ich im Winter oft friere und mir ein Glühwein dagegen hilft.

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