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20.10.2015

Fuchs in the City: Mit der Putzfrau in der Stuttgarter Staatsgalerie

Eine schwarze Leinwand, umgeben von einem schwarzen Rahmen. Alles in allem ist das Kunstwerk mit Namen „Abstract Painting“ (abstraktes Gemälde) von Ad Reinhardt ziemlich dunkel geraten, wie ich finde. Zu dunkel, um es mir in die eigene Wohnung zu hängen.

Am Wochenende habe ich die Staatsgalerie in Stuttgart besucht – hauptsächlich, um mir die deutschen, niederländischen und italienischen Klassiker anzusehen. Biblische Szenen auf Leinwand, perfekt gemalt – das faszinierte mich schon als kleines Mädchen, auch wenn mein kunstbeflissener Senior-Kollege nun genervt die Augen verdreht, weil ihn diese Art der Kunst langweilt. Natürlich habe ich auch die moderne Kunst nicht ausgelassen – nur für ihn sozusagen. Wenn man als Kunst-Laie aber so keine Ahnung hat, dann bleibt ein schwarzes Bild eben nur ein schwarzes Bild – leider. Die Skulptur einer Putzfrau faszinierte mich dann aber doch. Zuerst dachte ich tatsächlich, dass da eine Frau gerade den Staatsgalerie-Boden säubert. Duane Hanson schuf das Abbild einer Frau aus Fiberglas und Polyesterharz.

Als ich das meinem Kollegen mit dem unaufgeräumten Schreibtisch erzählte, meinte er bloß: „Da hat Hanson das Wesentliche und Wichtigste einer Frau perfekt erfasst.“ Schade, dass gerade kein schwarzes Bild im schwarzen Rahmen greifbar war, ich hätte ihm sonst gezeigt, wie gut so etwas als Wurfgeschoss für freche Kollegen taugt.