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07.09.2015

Funktionsbekleidung - für jedes Wetter und jeden Anspruch die richtige Kleidung

Sie ist der beste Freund eines jeden Sportlers und Outdoor-Begeisterten, sie hält trocken und warm, lässt die Haut atmen und transportiert den Schweiß vom Körper weg – die Rede ist natürlich von Funktionsbekleidung. Doch was ist das Geheimnis der Textilien mit Mehrwert? Welche Materialien kommen bei der Herstellung von Funktionsbekleidung zum Einsatz und welche Eigenschaften bringen sie mit? Was hat es mit dem Zwiebelprinzip auf sich und was gilt es beim Kauf von Funktionsbekleidung zu beachten? Diese Fragen werden im Folgenden beantwortet und zudem bietet der Ratgeber Tipps zur richtigen Pflege hochwertiger Funktionsbekleidung sowie eine kleine Reparatur-Anleitung bei Rissen und Co.

  1. Die Entwicklung der Wäsche mit besonderer Funktion

Keine Sportmode ohne Sport. Als in den 1970er und 1980er Jahren das Laufen beziehungsweise Joggen immer beliebter wurde und in den USA schließlich sogar zu einer Art Massenbewegung avancierte, reagierten die Sportmodenentwickler darauf und erweiterten ihr Sortiment entsprechend. So wollten sie den unterschiedlichen Ansprüchen der Sportler gerecht werden. Zuerst waren es vor allem neue Fußball- und Laufschuhmodelle, die auf den Markt kamen, später folgten dann ganz unterschiedliche Textilien, welche je nach Sportart verschiedene Funktionen erfüllten. Modernste Funktionstextilien, welche mehrere positive Eigenschaften vereinen, werden vor allem seit der Jahrtausendwende entwickelt. Allen Kleidungsstücken gemein ist ihr funktioneller Mehrwert. In den vergangenen Jahren sind die Anforderungen, welche Sportler an ihre Kleidung stellen, stetig gewachsen. Entsprechend handelt es sich bei vielen Funktionstextilien heute um echte High-Tech-Wunder, mit welchen sich Profi- wie Hobbysportler gleichermaßen einkleiden können.

  1. Die besonderen Eigenschaften von Funktionsbekleidung

Es sollen nun die besonderen Eigenschaften der Funktionsbekleidung beleuchtet werden, wie die der Wärmeisolation oder der Atmungsaktivität. Wie die nachstehende Statistik aufzeigt, ist es 37,8 Prozent der Befragten wichtig, dass ihre Kleidung aus Funktionsmaterialien besteht.

Viele Käufer legen Wert auf Kleidung, welche einen Mehrwert bietet (© Spiegel / In: Statista)

a) Wärmeisolation

Die wärmeisolierende Eigenschaft von Funktionsbekleidung soll dafür sorgen, dass der Sportler auch bei kühlen Außentemperaturen nicht friert. Zwischen Textil und Haut oder auch innerhalb der Textilkonstruktion sollte sich ein kleines Luftpolster bilden können. Dieses speichert dann die Körperwärme. Der Mechanismus funktioniert im Idealfall sowohl im trockenen als auch im feuchten Zustand.

b) Feuchtigkeitstransport

Hochwertige Funktionstextilien vermögen es, eine gewisse Menge Schweiß aufzunehmen und diesen von der Innen- an die Außenseite der Kleidung zu transportieren. An der Außenseite soll der Schweiß dann verdampfen, damit sowohl der Körper des Sportlers als auch das Textil an sich trocken bleiben.

c) Atmungsaktivität

Atmungsaktive Funktionsbekleidung lässt den Wasserdampf, welcher durch das Schwitzen entsteht, von innen nach außen diffundieren und sorgt so dafür, dass die Haut des Sportlers atmen kann. Auf diese Weise wird einem Hitzestau vorgebeugt.

d) Wetterschutz

Hierunter wird verstanden, dass die äußerste Schicht der Funktionsbekleidung wasser- und winddicht sein sollte. Hier kann, je nach Kleidungsstück, eine Unterscheidung zwischen wasserabweisend und wasserdicht getroffen werden. Membranen sind für die Funktionsweise verantwortlich. Es wird, so test.de, zwischen einer mikroporösen und einer hydrophilen Membran unterschieden.

a) Hautsensorik

Unter diesem Punkt wird verstanden, dass das Funktionstextil nicht an der Haut kleben bleibt, wenn der Träger schwitzt und, dass sich keinerlei Fasern aufstellen, welche unangenehm auf der Haut kratzen und scheuern könnten. Der Tragekomfort ist angenehm und das Material ist weder zu steif, noch zu labberig.

  1. Die verschiedenen Materialien der Sportbekleidung und ihre jeweiligen Eigenschaften

Dass Funktionsbekleidung all diese fabelhaften Eigenschaften besitzen kann, verdankt sie den Materialien, welche bei ihrer Herstellung zum Einsatz kommen.

a) Merinowolle

Merinowolle wird von immer mehr Sportlern aufgrund ihrer ganz besonderen Eigenschaften geschätzt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Schafswolle ist die Wolle des Merinoschafes sehr viel feiner.

Sie kräuselt sich mit bis zu 40 Richtungsänderungen pro Zentimeter, weshalb sich die Naturfaser besonders angenehm auf der Haut anfühlt. Größere Wassertropfen haben so zudem eine sehr geringe Angriffsfläche, was Textilien aus Merinowolle wasserabweisend macht. Wie dem Ratgeber „Merinowolle: Alles über die Naturfaser“ zu entnehmen ist, zeichnet sich Merinowolle vor allem durch ihre sehr guten Wärme-Regulations-Eigenschaften aus. Sie kühlt die Haut im Sommer und wärmt im Winter. Des Weiteren behält die Naturfaser auch im feuchten Zustand ihre positiven Eigenschaften bei. Selbst, wenn sie bereits 30 Prozent ihres Eigengewichtes an Schweiß aufgenommen hat, klebt sie nicht an der Haut, sondern fühlt sich nach wie vor locker und trocken an. Nicht zuletzt wegen ihren antibakteriellen Eigenschaften werden Shirts aus Merinowolle gern für mehrtägige Touren genutzt. Auch, wenn ein Shirt mehrere Tage getragen wurde, ohne es zu waschen, riecht es noch frisch und sauber.

b) Polyester

Fasern aus Polyester können entweder glatt, verwirbelt oder auch gekräuselt sein. Gekräuselte Fasern haben den Vorteil, dass sie ein wärmendes Luftpolster auf der Haut bilden. Auf diese Weise werden bei Funktionsbekleidung aus Polyester die wärmeregulierenden Eigenschaften erreicht. Sind die Fasern glatt, fühlen sie sich zwar kühler auf der Haut an, bleiben beim Schwitzen jedoch auch am Körper kleben. Funktionsbekleidung aus Polyester behält in der Regel lang ihre Form und kann deshalb besonders lange getragen werden, ohne auszuleiern. Da Polyester den Schweiß nicht aufnimmt, sondern nur weiterleitet, eignet sich Funktionsbekleidung aus diesem Material vor allem für Sportler, die viel schwitzen. Weiterführende Informationen zu Polyester bietet die Seite der Industrievereinigung Chemiefasern e.V.

c) Polypropylen

Bei Polypropylen handelt es sich ebenfalls um eine Kunstfaser. Sie vermag es, die Körperwärme ebenso gut zu halten wie Wolle. Zudem sind Textilien aus Polypropylen atmungsaktiver und elastischer als Polyester, Merino- oder Baumwolle. Da die Kunstfaser fast keinen Schweiß aufnimmt, sondern ihn lediglich abtransportiert, wird sie kaum nass und trocknet zudem sehr schnell. Diese Eigenschaften macht sie vor allem bei Triathleten sehr beliebt. Wer jedoch beim Sport nur wenig schwitzt, sollte zu anderen Materialein, wie zum Beispiel Merinowolle, greifen. Wird wenig geschwitzt, kondensiert der Wasserdampf innen am Textil, was zu schnellerem Auskühlen führt. Genau wie Textilien aus Polyester sind auch solche aus Polypropylen sehr langlebig und formbeständig.

d) Baumwolle

Reine Baumwolle sollte zum Sport, wenn überhaupt, leidlich als äußere Schicht getragen werden. Am besten auch nur dann, wenn der Stoff innen mit Polyester gefüttert ist. Im trockenen Zustand fühlt sich Baumwolle auf der Haut sehr angenehm an. Wird sie jedoch nass, klebt sie an der Haut und der Körper kühlt aus. Zudem trocknet nasse Baumwolle verhältnismäßig langsam. Zu guter Letzt wird Baumwolle auch in Bezug auf die Wärmeisolation nicht den Maßstäben anderer Textilien gerecht.

e) Daunen

Daunen finden sich nicht nur in Kopfkissen und Bettdecken, sondern auch in einigen Funktionsjacken und Hosen, welche für sportliche Einsätze bei Minusgraden gedacht sind. Daunen sind sehr leicht und halten den Körper auch bei frostigen Außentemperaturen wohlig warm. Bei gleicher Wärmeleistung ist mit Daunen gefüllte Funktionskleidung deutlich leichter, als solche, welche mit Kunstfasern gefüllt ist. Zu beachten ist jedoch, dass Daunen ihre Wärmeleistung im feuchten Zustand verlieren und zudem recht pflegeintensiv sind. Wie warm die Daunen halten, hängt auch immer von dem Tier ab, von welchem sie stammen. So besitzen die Daunen der nordamerikanischen Gans einen besseren Isolationswert als jene der europäischen Ente.

f) Mischgewebe

Neben den bereits genannten Geweben gibt es auch zahlreiche Gewebemischungen. So sollen die positiven Eigenschaften bestimmter Materialien miteinander verknüpft werden. Anbei einige Beispiele:

  1. Das Zwiebelprinzip für den besten Trainingskomfort

Die meisten Sportler und Outdoor-Fans werden vom Zwiebelprinzip, auch Zwiebel-Look genannt, schon einmal etwas gehört haben. Doch was genau ist damit gemeint?

Das Zwiebelprinzip besagt, dass es vor allem bei Bewegung im Freien sinnvoll ist, sich in mehrere übereinanderliegende Schichten zu kleiden. Der Grad der Anstrengung sowie das Wetter können sich jederzeit ändern. Wer dann mehrere Schichten Funktionsbekleidung trägt, kann jederzeit eine oder mehrere Schichten ab- beziehungsweise anlegen und sich den sich ändernden Bedingungen so optimal anpassen. Das Zwiebelprinzip besteht in der Regel aus drei Schichten. Diese sind:

a) Die Basis-Schicht

Die Basis-Schicht, auch Next-to-Skin bezeichnet, ist diejenige Textilschicht, welche direkt auf der Haut getragen wird. Sie besteht in der Regel aus Funktionsunterwäsche, welche entweder aus Merinowolle oder Synthetik beziehungsweise einem Mischgewebe gefertigt ist. Hat sie eine gute Passform und liegt eng an, dient sie unter anderem der Wärmeisolation, fühlt sich jedoch auch sehr angenehm auf der Haut an.

b) Die Mid-Layer Schicht

Die zweite Schicht der Sportbekleidung besteht aus Pullover, beziehungsweise Jacke und Hose. Sie dient vor allem der Wärmeisolation. Je nach körperlicher Aktivität und Außentemperatur kommen hier verschiedene Materialien, wie zum Beispiel Fleece, Baumwolle oder Wolle zum Einsatz. Wer stark schwitzt, sollte zudem auf Textilien setzen, welche die Feuchtigkeit gut nach außen transportieren können.

c) Die Shell-Layer Schicht

Bei warmen Temperaturen und gutem Wetter ist die dritte Schicht meist überflüssig. Doch bei Wind, Regen und Kälte ist die Shell-Layer Schicht unverzichtbar. Diese Wetterschicht soll Wind und Wasser abweisen und besteht deshalb in aller Regel aus einer Membranjacke und gegebenenfalls einer Regenhose. Beschichtete Jacken sind zwar absolut wasserdicht, können die Feuchtigkeit jedoch nicht mehr optimal vom Körper wegleiten. Softshell-Jacken hingegen sind nur bedingt wasserdicht, lassen die Haut dafür aber atmen. Für den Wintersport, zum Beispiel beim Skifahren, sind gefütterte Funktionsjacken erforderlich, um den Körper warm und trocken zu halten.

  1. Funktionswäsche – ein Ratgeber zum Kauf

Nun wurde bereits einiges über die verschiedenen Materialen und Bekleidungsschichten erläutert. Im Folgenden sollen nun Ratschläge zum Kauf und zur Funktion beziehungsweise dem Einsatzgebiet einzelner Funktionstextilien gegeben werden.

a) Funktionsunterwäsche

Zur Funktionsunterwäsche zählen Sport-Slips sowie Sport-BHs, Socken und Unterhemden. Beim Kauf der Funktionsunterwäsche muss vor allem auf eine perfekte Passform geachtet werden. Besonders Frauen mit mehr Oberweite brauchen unbedingt einen gut sitzenden und stützenden Sport-BH. Ob das Funktionsunterhemd nun aus synthetischen Fasern oder Naturfasern, wie Merinowolle besteht, bleibt den persönlichen Vorlieben überlassen, denn, wie bereits aufgezeigt werden konnte, hat jedes Material seine ganz eigenen Vor- und Nachteile.

b) Fleece

Vielen ist es nicht bewusst, aber Fleece gibt es erst seit gut 30 Jahren. Die synthetische Wolle, also die Grundlage von Fleece, wird aus Polyester hergestellt. Somit ist Fleece ein optimales Recycling-Produkt. Es handelt sich bei Fleece strenggenommen nicht um ein Gewebe, sondern um eine Maschenware, bei welcher die einzelnen Faserschlaufen aufgeschnitten und aufgeraut werden. So ergibt sich eine sehr gute Wärmeisolation bei gelichzeitigem geringem Gewicht. Sportbekleidung aus Fleece ist meist verhältnismäßig günstig, weich, elastisch, bequem und zudem langlebig und pflegeleicht. Doch es gibt auch hier Qualitätsunterschiede. Günstiges Fleece neigt zu elektrostatischer Aufladung und zur Knötchenbildung, während hochwertiges Fleece auch nach vielen Wäschen noch wie neu aussieht.

c) Powerstretch

Powerstretch ist ein Abkömmling der Fleece-Familie. Die Außenseite von Power-Stretch-Textilien ist glatt und windabweisender als bei normalem Fleece. Die aufgeraute Innenseite hingegen wärmt sehr gut und transportiert die Feuchtigkeit weg vom Körper. Textilien aus diesem Material sind sehr flexibel und bei guter Qualität auch sehr langlebig. Damit Kleidung aus Powerstretch optimal arbeiten kann, sollte sie stets dicht am Körper anliegen. Dieses Material ist vor allem für sehr aktive Sportarten geeignet, bei denen ein guter Wärmerückhalt erwünscht ist.

d) Softshell

Softshell-Jacken sind eine Symbiose aus ganz unterschiedlichen High-Tech-Textilien. Meist ist das verwendete Material bielastisch, lässt sich also sowohl in der Länge als auch in der Breite dehnen. Die äußere Schicht verfügt über eine wind- und wasserabweisende Membran und ist mit der inneren Schicht, welche glatt oder fleeceartig sein kann, verbunden. Da die Nähte nicht versiegelt werden, sind Softshell-Jacken nicht zu 100 Prozent wasserdicht. Wie bereits erwähnt, sind sie dafür deutlich atmungsaktiver als normale Regenjacken. Wer mag, kann einfach eine Softshell-Jacke mit einer leichten und klein verpackbaren Hardshell-Regenjacke kombinieren. Letztere kommt dann immer bei Starkregen zum Einsatz. Beim Kauf von Softshell-Jacken sollte vor allem Wert auf eine sehr gute Verarbeitung gelegt werden.

e) Windstopper

Vor allem bei Wintersportlern sehr beliebt - Windstopper

Windstopper-Jacken sind vor allem für Rad- und Ski- beziehungsweise Snowboardfahrer entwickelt worden, da diese neben der Kälte auch mit starkem Wind zu kämpfen haben. Die Membranen dieser Jacken sind größer als normal, was sie atmungsaktiver macht. Solche Jacken sind jedoch lediglich „wasserfest“ und nicht „wasserdicht“. Das heißt bei andauerndem Starkregen ist das Material schnell überfordert. Der große Vorteil dieser Bekleidung ist ihr sehr gutes Isolationsverhalten, welches durch die absolute Winddichtigkeit zustande kommt.

f) Hardshell

Eine Hardshell-Jacke beziehungsweise Hose brauchen all jene, für die Wasserdichtigkeit unverzichtbar ist. Hardshell-Jacken mit PU-Beschichtung (Polyurethan) sind meist günstiger im Preis, jedoch nicht sehr abriebfest, weshalb sie sich nicht für Sportarten eignen bei denen ein Rucksack getragen wird. Zudem reichen diese Jacken in Bezug auf die Atmungsaktivität nicht an solche mit Membranen heran. Hardshell-Jacken mit Membranen bestehen aus mehreren Schichten, was sie robust und atmungsaktiv macht.

  1. Auf die richtige Pflege kommt es an

Gute Funktionsbekleidung kann mitunter recht teuer sein. Umso wichtiger ist es also, die Textilien richtig zu pflegen, denn nur so bleiben sie lange schön und behalten vor allem ihre positiven Zusatzfunktionen bei. Doch was gibt es zu beachten, wenn ein Shirt aus Merinowolle gewaschen werden muss oder die Imprägnierung der Regenkleidung nicht mehr richtig wirkt? Und gibt es Möglichkeiten Risse in der Funktionsbekleidung selbst zu flicken oder bedeuten sie das Aus für das gute Stück?

a) Funktionskleidung richtig waschen

Was gibt es bei der Pflege von Funktionsbekleidung alles zu beachten?

Kleidung aus Merinowolle sollte nie zu heiß gewaschen oder in den Trockner gegeben werden, da sie bei hohen Temperaturen zum Einlaufen neigt. Hier sind stets die Herstellerhinweise zu beachten, so lassen sich manche Stücke problemlos in der Maschine waschen, während andere stets per Hand zu waschen sind. Um die Bildung kleiner Knötchen zu vermeiden, ist es sinnvoll, das Merinotextil zusammen mit einem gröberen Baumwollgewebe zu waschen. So kann sich die Merinowolle daran reiben und die kurzen Fasern, die für die Knötchen-Bildung verantwortlich sind, lösen sich. Kletts oder Zipper an anderen Kleidungsstücken können das Textil aus Merinowolle hingegen beschädigen.

Fleece oder auch Jacken mit Membran können zusammen in die Maschine. Vorher ist jedoch ebenfalls stets das Etikett zu beachten, da sich dort die wichtigen Herstellerhinweise befinden. Ist das Etikett nicht mehr vorhanden, sind die Kleidungsstücke so schonend wie möglich zu reinigen. Das bedeutet: Waschen bei 30 Grad, ohne Schleudern, aber mit Wasser-Plus-Taste. Jacken mit Membranen dürfen sowieso nie geschleudert werden, da die Membrane so beschädigt werden könnten und auch auf Weichspüler ist zu verzichten, da dieser die Poren des Textils verstopft. Besonders schmutzige Stellen können vorbehandelt werden, indem vor der Wäsche etwas Flüssigwaschmittel darauf gerieben wird. Vor dem Waschen sind zudem alle Reiß- und Klettverschlüsse zu schließen, so outdoor-magazin.com.

b) Die Imprägnierung wiederherstellen

Damit eine Jacke mit Membranen ihre Funktion dauerhaft zuverlässig erfüllen kann, muss ihre Imprägnierung immer mal wieder aufgefrischt werden. Andernfalls saugt sich das Obermaterial mit Wasser voll und lässt die Haut nicht mehr atmen. Sobald sich die Regenjacke mit Wasser vollsaugt, muss gehandelt werden. Die erste Maßnahme ist es, die Imprägnierung im Trockner wiederherzustellen. Dafür wird das Textil einfach bei 60 Grad für 30 Minuten in den Trockner gegeben. Reicht dies nicht aus und saugt sich die Jacke immer noch mit Wasser voll, muss nachimprägniert werden. Vor der erneuten Imprägnierung sollte das Kleidungsstück unbedingt gewaschen werden und trocknen, bis es nur noch leicht feucht ist. Dann wird die Jacke möglichst gleichmäßig mit einer speziellen Imprägnierung, welche im Fachhandel erhältlich ist, eingesprüht. Nun wird die Flüssigkeit mit einem Tuch oder den Fingern auf der Oberfläche der Jacke verteilt, bis alle Stellen imprägniert sind. Auch die Kapuze darf dabei nicht vergessen werden. Wer die Wirkung der Imprägnierung noch intensivieren will, bügelt das Textil anschließend warm oder tut es bei 60 Grad für eine halbe Stunde in den Trockner. Es gibt auch Imprägnier-Mittel, deren Wirkung sich überhaupt erst bei Hitze einstellt. Dieser Umstand ist dann aber auf der Verpackung vermerkt.

c) Regenkleidung reparieren

Kleine Macken an der Regenkleidung, wie ein Riss in der Membran oder Ähnliches müssen nicht gleich dazu führen, dass das gute Stück den Weg in die Altkleidersammlung findet, denn sie können ganz einfach selbst repariert werden.

So werden Löcher in der Membran geflickt:

  1. Der Riss in der Membran wird von außen mittels Klebeband fixiert.

  2. Die Innenseite um den Riss herum wird mit etwas Waschbenzin gründlich gereinigt.

  3. An der Innenseite wird nun ein Reparaturflicken über den Riss geklebt. Sind dessen Ecken vorher mit der Schere abgerundet worden, löst er sich weniger schnell, so der Ratgeber von bike-magazin.de.

So werden Naht-Tapes angeklebt:

  1. Die Stelle, an welcher sich das Nahtband gelöst hat, wird mit etwas Waschbenzin gereinigt.

  2. Nun wird die abgelöste Stelle mit Textilkleber bestrichen und die Klebestellen werden für mindestens zwei Minuten fest zusammengedrückt.

  3. Der Textilkleber sollte jetzt 12 bis 24 Stunden einwirken.

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