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01.06.2009

Gehilfen fürs perfekte Make-up

FRANKFURT/HAMBURG. Die nobelsten Beauty-Produkte nutzen wenig, wenn das Handwerkszeug nicht stimmt: Ohne gute Pinsel kommen weder Profis noch Laien aus. Mindestens fünf sollte jede Frau Experten zufolge haben.

Lippenstifte in Dutzenden von Tönen, Grundierungen, Puder, Rouge, Wimperntusche – und das alles in zig Ausführungen: Zwischen den Make-up-Regalen und -Ständen in der Kosmetikabteilung fühlen sich viele Frauen wie im Schmink-Schlaraffenland.Visagisten verfügen meist über eine stattliche Sammlung. „Ich selber habe etwa 280 Pinsel“, sagt Olaf Zieseniss, Kosmetik-Experte aus Frankfurt. Wirklich benutzen würde er allerdings lediglich zehn davon. Und für das tägliche Make-up in Eigenregie reiche noch weniger aus. „Das klassische Pinsel-Set besteht aus fünf Pinseln: Puderpinsel, Rouge-Pinsel, Lidschattenpinsel, Lippenpinsel und noch ein Rundbürstchen zum Durchbürsten der Wimpern nach dem Auftragen der Mascara“, erklärt der Betreiber des mobilen Kosmetik-Service „Beauty at home“.

Ähnlich sieht die Auswahl bei anderen Visagisten aus – leicht variiert nach den persönlichen Vorlieben. Claudia Seitzinger von der Visagisten-Schule Yab-Academy in Berlin findet zum Beispiel zusätzlich einen Make-up- Pinsel zum Auftragen der Grundierung sowie einen Pinsel für den Lidstrich wichtig. Mit diesem Starter-Set könne dann ausprobiert werden, womit man am besten zurechtkommt.

Erschwert wird die Suche nach dem optimalen Pinsel durch die Vielzahl an Größen und Formen. Zu den unproblematischen Kandidaten zählen die Puderpinsel, die in der Regel besonders groß sind. Bei den etwas kleineren Rouge-Pinseln geht es dagegen um Millimeter: „Ist der Rouge-Pinsel zu groß, ist die ganze Wange rot. Ist er zu klein, ist nur ein Strich zu sehen“, erklärt Beatrix Isabel Lied, Kosmetik-Expertin aus Hamburg.

Schräg und hart sollten Augenbrauen-Pinsel sein, empfiehlt Seitzinger. Bei Lidschatten-Pinseln sind dagegen weiche Borsten ideal – wobei Profis nicht nur einen einzigen Pinsel zum Auftragen des Lidschattens verwenden. Sie nehmen vielmehr diverse Exemplare etwa für Konturen oder zum Verwischen.

Einig sind sich die Make-up-Experten, dass sich mit den in Pudern, Lidschatten oder Rouge beiliegenden Pinseln nicht allzu viel anfangen lässt. „Die sind häufig viel zu klein, um damit gut arbeiten zu können“, sagt Lied. Für den Pinselkauf ist also vor allem eines nötig: ein wenig Zeit. Denn die Qualität eines Pinsels lässt sich am besten mit etwas Geduld erspüren, rät die US-amerikanische Star-Visagistin Bobbi Brown in ihrem „Make up Manual“: „Testen sie, wie sich die Borsten auf ihrer Haut anfühlen.“

Außerdem sollte mit den Fingern durch die Borsten gegangen werden um sicherzugehen, dass dem Pinsel nicht gleich die Haare ausgehen. Darüber hinaus sei es wichtig, dass der Pinsel gut in der Hand liegt. Ob Echthaar- oder Synthetik-Borsten – das ist heute eher eine Geschmackssache.

„Es gab mal einen großen Unterschied zwischen Echt- und Synthetik-Haaren“, sagt Zieseniss. Mittlerweile seien aber auch Synthetik-Pinsel sehr gut. „Wenn man sie ordentlich pflegt – also einmal im Monat wäscht –, halten sie sehr lange. Und in der Handhabung sind sie einfach gut.“

Auch der Preis ist nicht unbedingt entscheidend. „Gute Pinsel müssen nicht teuer sein. Aber ein Pinsel für fünf Euro kann einfach nichts sein“, sagt Zieseniss. Die ganz günstigen Exemplare würden in der Regel ganz schnell die Haare verlieren, die dann im Make-up hängen blieben. Ab etwa zehn Euro gebe es gute Pinsel. Wie üblich lässt sich aber auch mehr Geld ausgeben. Luxusexemplare können durchaus 50 Euro kosten. Vor dem Kauf eines solchen Nobel-Pinsels rät der Visagist aber zu ausführlicher Beratung.