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16.05.2019

Glücksspiel im Online-Casino – undurchsichtige Gesetzeslage, doch Pay N Play ist im Kommen

Online-Glücksspiel in Deutschland steht vor einigen Veränderungen. Während sich manche zugunsten der Spieler auswirken, rütteln andere sogar an der Legalität von Online-Casinos und Wettbüros. In den Fokus rückt hier auf der einen Seite insbesondere die undurchsichtige Gesetzeslage, für die der Glücksspielstaatsvertrag, Schleswig-Holstein und nicht zuletzt auslaufende Lizenzen verantwortlich zeichnen. Auf der anderen Seite scheint sich Pay N Play immer mehr als Anmelde- und Einzahlungsmethode in einem zu etablieren.

So läuft die Anmeldung im Online-Casino bisher ab

Wollten Nutzer in einem Online-Casino Roulette spielen und pokern, in einem Sportwettbüro im Internet ihre Tipps für den kommenden Bundesliga-Spieltag zu Geld machen oder auf einer Lotterie-Seite die hoffentlich richtigen Zahlen abgeben, mussten sie sich bisher recht umfassend beim Anbieter registrieren. Das Ganze kostete Nerven, Zeit und ließ nicht selten bereits bei der Anmeldung die Lust aufs Zocken verschwinden. An der Eingabe persönlicher Daten führte kein Weg vorbei, so dass sowohl der Vor- und Nachname, das Geburtsdatum und die aktuelle Anschrift als auch eine E-Mail-Adresse sowie häufig die Telefonnummer angegeben werden mussten. Insbesondere das Nennen einer Telefonnummer war und ist für viele User die Preisgabe einer sehr sensiblen Information, die es im Idealfall zu umgehen gilt.

Während die E-Mail-Adresse zum Erhalt der Begrüßungs-E-Mail inklusive Bestätigungslink sowie von Newslettern dient, nutzen viele Anbieter Telefonnummern für Werbeanrufe und -SMS. Dem zu widersprechen, ist kein Problem. Doch was, wenn per SMS ein Bestätigungscode empfangen werden muss, dessen Eingabe direkt auf der Seite erst das Spielen ermöglicht? Hinsichtlich dessen wünschen sich Verbraucher bereits seit langem weitere Optionen zum Registrieren, die die Preisgabe weitaus weniger Daten einschließen. Hinzukommen mitunter Verzögerungen bei der Einzahlung – beispielsweise per Banküberweisung, auf die Nutzer ohne E-Wallets oder Kreditkarten setzen. Auch dadurch geht Zeit bis zum ersten Spiel verloren.

Neues Anmeldeverfahren macht die Registrierung überflüssig

Aufgrund der ziemlich umständlichen Registrierung bei vielen Online-Casinos und Wettbüros im Internet blicken die Anbieter und Nutzer seit 2018 interessiert nach Schweden. Von dort stammt der Entwickler des Konzeptes Pay N Play – Trustly –, der mit Online-Casinos kooperiert. Dies war aus Sicht der User auch nötig, denn immer wieder fielen jenen längere Wartezeiten bei anderen Zahlungsanbietern, zeitraubende Verifizierungen der Identität sowie weitere Überprüfungen negativ auf. Pay N Play wurde hauptsächlich aus zwei Gründen entwickelt: Zum einen soll es dabei helfen, die genannten Hürden für Nutzer mit Blick auf schnelles Spielen zu überwinden und gleichzeitig mehr Neuanmeldungen für Online-Casinos zu generieren.

Auf der anderen Seite soll das Wegfallen der herkömmlichen Registrierung auch dafür sorgen, dass sich Zocker stärker an ein richtiges Casino vor Ort erinnert fühlen. In jenem müssen Spieler nämlich nicht erst viele persönliche Daten angeben, bevor sie ihr Glück an den Automaten und Spieltischen versuchen dürfen. Im Casino vor Ort läuft alles unkomplizierter und schneller ab. Sich nach dem Jackpot sehnende Glücksritter betreten die Spielhalle, tauschen ihr Geld in Chips um und zocken. Gewinne können in bar mitgenommen werden. Diese Barrierefreiheit haben sich zahlreiche Nutzer auch online all die Jahre gewünscht – und Pay N Play macht es möglich. Eine Auswahl seriöser, zertifizierter Online-Casinos finden Spieler auf CasinoPilot24. Anbieter mit Boni, Freispielen und Zugang ohne Registrierung gibt es mittlerweile viele, weshalb die Wahl schwerfällt.

Mit Pay N Play registrieren – so geht's

Pay N Play ist eine Innovation von Trustly. Das Zahlungsinstitut aus Schweden wurde bereits 2008 gegründet und kooperiert mit Dienstleistern im Internet sowie Banken auf der ganzen Welt. Das Unternehmen aus Stockholm unterstützt verschiedene Zahlungsauslösedienste, unter anderem ist die Online-Überweisung möglich. Wer nun schon ein Nutzer von Trustly ist und in der Vergangenheit auf die Banküberweisung zurückgegriffen hat, der profitiert ganz besonders von Pay N Play. Die Idee dahinter ist so einleuchtend wie einfach: Trustly selbst verlangt mit Blick auf das Bankkonto eine Identitätsbestätigung, durch die der Kunde anhand der Angabe seiner persönlichen Daten bereits überprüft wurde.

Trustly kann dem Online-Casino dadurch gewissermaßen garantieren, dass es sich beim Spieler um eine echte Person mit bestätigtem Geburtsdatum und verifizierter Adresse handelt. So muss der Casino-Dienstleister nicht erneut nach den persönlichen Daten seines Neukunden fragen, wodurch die Registrierung entfallen kann. Ein netter Nebeneffekt: Wer zum Einzahlen seines Geldes gerne Trustly verwenden möchte, der schaltet diese Methode zeitgleich frei. Das Eintragen weiterer Daten von Kreditkarten oder Bankkonten ist überflüssig. Da es bei vielen Online-Casinos vor allem bei der allerersten Auszahlung im Gewinnfall häufig zu nervigen Verzögerungen durch nochmalige Checks kommt, sind die Schweden auch hier eine Hilfe. Erfolgreiche Zocker können ihr Trustly-Kundenkonto also sogleich als Auszahlungsmethode wählen und zusätzlich Zeit sparen.

Zusammenarbeit mit Online-Casinos nützt Trustly

Nutzer profitieren gewaltig von Pay N Play. Neben der entfallenden Registrierung beim Online-Casino punktet das Konzept auch dadurch, dass im Rahmen der gesamten Abwicklung – Geld einzahlen, spielen, im Gewinnfall auszahlen – nur ein hoffentlich schwer zu knackendes Passwort benötigt wird. Dabei handelt es sich um das Kennwort für Trustly, das für den Bankkonto-Login unverzichtbar ist. Doch nicht nur die User genießen viele Vorteile durch die Zusammenarbeit von Trustly mit Online-Casinos. Letztlich ist es auch das schwedische Unternehmen selbst, das einen großen Nutzen daraus zieht. Denn nicht nur die Online-Casinos erhoffen sich noch mehr neue Kunden durch die entfallende Registrierung.

Je mehr potenzielle Spieler von dieser zeitsparenden, einfachen Methode erfahren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich bei Trustly anmelden und auf die Leistungen der Stockholmer auch in Zukunft vertrauen. Die Trustly Group AB hat allerdings bereits in den letzten Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben und sich gegen Konkurrenten in Europa durchgesetzt. Auch dies mag ein Grund sein, aus dem das Unternehmen mittlerweile zu den „1000 Companies to Inspire“ gehört. So sieht es zumindest die Londoner Börse (London Stock Exchange), die diese Liste jährlich veröffentlicht und den Schweden 2017 die Ehre hat zuteilwerden lassen.

Den Datenschutz nicht aus den Augen verlieren

Die vielen Vorteile auf beiden Seiten hören sich zu schön an, um tatsächlich wahr zu sein? Datenschützer werden hier ein donnerndes Ja in die Runde werfen, birgt das Spielen im Online-Casino aus ihrer Sicht doch erhebliche Sicherheitslücken. Schließlich erfolgt das Spielen im Online-Casino ohne direkte Anmeldung beim Anbieter, sondern über einen Dritten: Trustly. Hier wird aus Sicht der Datenschützer der Name zum Programm, denn letztlich ist es nicht mehr das Online-Casino, dem Vertrauen geschenkt werden muss. Nun sind es die Schweden, die die Verifizierung des Nutzers garantieren und an die jener seine Informationen gibt. Auch dass mit diesen Daten die Nutzung eines externen Service möglich ist, stößt Kritiker sauer auf.

Jedoch heben dies die Befürworter von Pay N Play positiv hervor: Auf diese Methode setzende Online-Spielhäuser fragen vom User erst gar keine Daten ab, so dass jene auch gar nicht von ihnen zweckentfremdet, missbraucht und weiterverkauft werden können. Dass die Online-Casinos dadurch weniger Daten bearbeiten und speichern müssen, kommt als Vorteil aufseiten der Anbieter hinzu. User können hingegen sichergehen, dass ihre Daten bei einem seriösen Unternehmen – Trustly – verbleiben und das Risiko des Datendiebstahls – wie es immer mitschwingt bei der Anmeldung auf einer neuen Seite – nicht existent ist.

Verantwortungsbewusstes Spielen als Grundvoraussetzung

Die Frage nach dem Schutz der Daten ist grundsätzlich berechtigt. Dies weniger aufgrund besorgniserregender Sicherheitslücken, sondern vielmehr wegen der immer größer werdenden Beliebtheit des Zockens in Online-Casinos. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer bisher noch nie in einer lokalen Spielhalle war – sei es wegen einer zu großen Entfernung, Zweifeln oder aus anderen Gründen –, der tut es mittlerweile bequem vom heimischen Sofa aus. Wie bereits ausführlich erklärt, ist der unkomplizierte und schnelle Zugang zum Spieltisch online ebenso gegeben wie offline. Und auch dieses Zocken am Laptop beziehungsweise Desktop-PC hat bereits eine Weiterentwicklung erfahren.

Viele Nutzer fordern regelmäßig über das Smartphone ihr Glück am virtuellen Spieltisch heraus. Ob Tag oder Nacht, ob daheim oder unterwegs: Zugriff auf Online-Casinos haben Nutzer im Jahr 2019 von überall und zu jeder Tageszeit. Diese kontinuierliche Verfügbarkeit des Glücksspiels in Kombination mit dem dank Pay N Play noch einfacheren Zugang zum Anbieter ist allerdings nicht ganz unproblematisch. Vor allem die jüngere Generation neigt dazu, das Angebot verstärkt zu nutzen und dadurch sowohl finanziell als auch auf sozialer Ebene Schaden zu nehmen. Wer wegen der großen Faszination des Spiels die Kontrolle über das Glücksspiel im Online-Casino verliert, reduziert schnell seine sozialen Kontakte und grenzt sich aus.

Viele Fragezeichen auf rechtlicher Ebene

Ob sich User nun klassisch bei einem Online-Casino registrieren oder durch Nutzung der schwedischen Innovation Pay N Play den Jackpot ohne Anmeldung knacken möchten, erscheint aus einer ganz anderen Perspektive komplett unwichtig. Ginge es nach dem Gesetz, gäbe es in Deutschland aktuell überhaupt keine Online-Casinos, Sportwettbüros, Lotterien und Co. – doch wieso können Zocker das reichhaltige Spielangebot diverser Dienstleister dennoch im Internet beanspruchen? Wie wir bereits in einem früheren Artikel berichtet haben, umging das Bundesland Schleswig-Holstein 2012 das eigentlich in der gesamten Bundesrepublik Deutschland geltende Verbot von Online-Glücksspielen. Die Norddeutschen unterzeichneten den in jenem Jahr in Kraft tretenden Glücksspieländerungsstaatsvertrag schlichtweg nicht.

Wie beispielsweise die Bildung ist auch das Glücksspiel in der Bundesrepublik einzig und allein Sache der Länder. Schleswig-Holstein vergab dann auch die entsprechenden Lizenzen mit einer Dauer von fünf Jahren an einige Anbieter und profitierte – wie erhofft – in Form hoher Steuereinnahmen. Die Regierung ruderte später zurück, ließ die bereits vergebenen Glücksspiellizenzen jedoch aktiv. Jene sind nun aber abgelaufen, weshalb die Betreiber von Online-Casinos im Grunde illegal vorgehen. Klarheit herrscht in diesem Bereich noch nicht, weswegen die Betreiber der virtuellen Online-Spielhallen auch erst einmal so weitermachen, als hätte sich nichts verändert. In dieser Situation liegt ohne gesetzliche Regelung enormes Konfliktpotenzial.

Große Hoffnung ruht auf dem neuen Glücksspielstaatsvertrag

Da die Gesetzeslage aktuell nicht geklärt ist und viele Fragen offen sind, erhoffen sich alle Beteiligten Klarheit durch den nächsten Glücksspielstaatsvertrag. Jedoch ist hinsichtlich der Ausgestaltung wieder einmal das zu beobachten, was auf Deutschland in den vergangenen Jahren immer öfter zutrifft: Die Bundesrepublik tut sich unheimlich schwer, mit neuen Herausforderungen umzugehen. So zeugen die Bemühungen zur Legalisierung und Regulierung des Online-Glücksspiels hierzulande von allem – nur von keiner Einigkeit und schon gar nicht von einem klaren Weg. Anstatt alle Kategorien gemeinsam zu betrachten und eine einheitliche, für Sportwetten, Online-Casinos oder auch Lotterien geltende Regelung zu finden, verlieren sich die Beteiligten im Einzelnen.

So nehmen die Vorschläge stets nur Bezug auf Sportwetten, so dass lediglich die rechtliche Lage von Wetten rund um Pferderennen, Fußball, Tennis und weitere Sportarten geklärt wäre. Das Glücksspiel in Online-Casinos bliebe bei Annahme der bisher gelieferten Vorschläge weiterhin ungeklärt, weshalb mehrere Bundesländer auch dankend ablehnten und für eine umfassendere Ausarbeitung plädierten. 2021 wird mit einem neuen Glücksspielstaatsvertrag gerechnet, der dann endlich eine alle Seiten zufrieden stellende Lösung in Gesetzesform bringen soll. Sich ein erfolgreiches Gelingen vorzustellen, fällt aktuell tatsächlich schwer. Doch alles ist möglich, wie schon der Online-Glücksspiel-Betrieb von Online-Casinos ohne offizielle deutsche Lizenz belegt.

Online-Casinos stören abgelaufene Lizenzen nicht

Dass es irgendwann in absehbarer Zeit zu einer soliden gesetzlichen Regelung kommen wird, liegt auf der Hand. Allein der Fakt, dass Online-Glücksspiel zu vielen Milliarden Euro Steuereinnahmen führt, wird alle Parteien einen Konsens finden lassen. Doch bis es so weit ist, gilt es mit der aktuellen Situation umzugehen. Jene stellt sich so dar, dass Online-Casinos, Sportwettenanbieter und andere Betreiber von Glücksspiel momentan ohne gültige deutsche Lizenz agieren. Sie sind gewissermaßen illegal online, was in letzter Instanz auch für die Spieler eine interessante, von jenen aber scheinbar völlig vernachlässigte Frage aufwirft:

Dürfen Banken die aus Online-Glücksspiel stammenden Gewinne, die sich ihre Kunden gerne auszahlen lassen würden, aufgrund der gesetzlichen Lage einfach vorläufig einbehalten? Ungewiss. Dass Online-Casinos erst einmal weitermachen und teilweise weiterhin munter das Landeswappen von Schleswig-Holstein nutzen, liegt auch am EU-Recht. Jenes erklärt Online-Glücksspiel-Lizenzen aus Gibraltar oder Malta für gültig, worauf Online-Casinos natürlich verweisen. Da bleibt nur noch die Frage zu klären, ob sowohl Betreiber als auch online illegal aktive Zocker strafrechtlich verfolgt werden. Bis jetzt sind in Deutschland keine Verurteilten bekannt – weder auf der Seite der Spieler noch der Online-Casinos.

Fazit zum Zustand des Online-Glücksspiels in Deutschland

Wer in Deutschland online den ganz großen Gewinn beim Glücksspiel machen oder in einem Online-Sportwettbüro seine Tipps abgeben möchte, der widmet sich diesem Vorhaben streng genommen illegal. Die von Schleswig-Holstein seit 2012 ausgegebenen Glücksspiellizenzen sind mittlerweile ungültig, wobei Online-Casinos und andere Anbieter dennoch weitermachen. Die ungeklärte rechtliche Lage ist ein Armutszeugnis für Deutschland, setzt sich doch aktuell eine echte Innovation aus Schweden immer weiter durch.

Gemeint ist Pay N Play von Trustly, das die zeitraubende Registrierung im Online-Casino unnötig macht. Der Nutzer verifiziert sich gewissermaßen via Trustly, wo er im Idealfall schon ein Kundenkonto besitzt und sich bereits identifizieren musste. Doch solange die rechtliche Situation in Deutschland ungeklärt ist, werden Zocker diese aus ihrer Sicht bequeme Möglichkeit zum Spielen in Online-Casinos ohne extra Anmeldung wohl nur mit halber Freude begrüßen.