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23.04.2008

Heiße Mode für die EM

KÖLN/HAMBURG. Ob Trikot, Fahne oder Schlüssel-Anhänger: Die Erwartung der Fußball-EM hat schon zahlreiche Fanartikel in die Geschäfte gespült. Und auch die Modedesigner haben sich vom Sportjahr 2008 inspirieren lassen.

Denn schließlich stehen später im Sommer auch noch die Olympischen Spiele an. Aber besonders gern verarbeiten die Modemacher Fahnendrucke und Bilder vom runden Leder.

Nicht nur die Männer kommen dabei auf ihre Kosten. Neben T-Shirts in Trikotoptik sollen passende Dessous und Halsketten mit kleinen Fußballanhängern auch die weibliche Kundschaft zum Kauf anregen. „Mode nimmt ständig neue Impulse aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft auf“, sagt Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts (DMI) in Köln. In diesem Jahr ist die Fußball-Europameisterschaft in aller Munde.

Und Müller-Thomkins glaubt daher, dass diese Kollektionen gut laufen werden: „Von den Konsumenten wird das gern angenommen, da den Menschen ihre Bekleidung oft zur Identifikation dient. Sie sind von bestimmten Sportarten oder Mannschaften begeistert und wollen das nach außen hin zeigen.“ Viele Hersteller haben für dieses Bedürfnis ihre Designer an die Zeichenbretter geschickt. So hat der Schweizer Herrenmodehersteller Strellson eine EM-Kollektion aus Trikot-T-Shirts in den Farben der Schweizer Nationalflagge, passenden Jacken und Baseball-Caps aufgelegt. Adidas denkt besonders an die Fans der deutschen Mannschaft und hat das DFB-Heimspiel-Trikot mit Adler und Flaggenfarben im Programm. Die Warenhauskette C & A hat T-Shirts mit Flaggenfarben und Ländernamen für den kleinen Geldbeutel im Angebot.

Selbst beim Untendrunter soll sich der wahre Fußballfan zu seiner Leidenschaft bekennen: Der EM-BH samt Hipster und Fan-Top von Sloggi präsentiert sich in unschuldigem Weiß oder schlichtem Schwarz und ist mit einer kleinen Deutschlandfahne samt Fußball verziert. Auch an die Männer hat das Unternehmen gedacht und V-Neck-T-Shirts in sportlichem Weiß und schwarze Hipster mit Fußball-Verzierung entworfen. Und der Wäschehersteller Palmers verziert seine Stücke mit Fußbällen und Sprüchen wie „I scored“, was im Englischen für das Erzielen eines Tores genauso steht wie für eine erfolgreiche Bett-Eroberung.

Bei Unterwäsche ist es unverfänglich, sich zur angeblich schönsten Nebensache der Welt zu bekennen, sagt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. Bei der Oberbekleidung sei etwas Zurückhaltung ratsam: „Wer es übertreibt, macht sich schnell lächerlich.“ So sei ein einzelnes Fan-T-Shirt okay, wenn es zum Beispiel mit einem Jackett und einer trendigen Jeans kombiniert wird. Auch eine Kappe ist erlaubt, solange man das Trikot weglässt: „Denn beides zusammen ist nun wirklich etwas zu viel des Guten.“ Wohlgemerkt gilt all das für die Freizeit. Natürlich sei die Toleranz unter Kollegen im Büro während der EM größer - trotzdem brauchen Fußballfans für ihr Styling aber viel Selbstbewusstsein. „Mit Gelächter muss man immer rechnen, weil nicht jeder so was cool findet“, sagt Hans. Und angemessen ist das Fan-Outfit sicher nicht in jedem Gewerbe oder Kontext.

Themenbezogener Schmuck könne dagegen bedenkenlos getragen werden. „Gerade Ketten wirken eher unverfänglich. Und es gibt sicher Schlimmeres als Anhänger in Form eines Mini-Fußballs“, findet Hans. Denn auch solche Stücke gibt es: So hat zum Beispiel die Firma Thomas Sabo kleine Bälle aus Sterlingsilber mit Emaillierung in den Landesfarben der Ausrichter Schweiz und Österreich sowie in Schwarz-Rot-Gold kreiert.

Auch die kleinen Nachwuchsstars kommen nicht zu kurz: Für sie hat zum Beispiel der Kinderbekleidungs-Hersteller Sanetta T-Shirts mit den Aufschriften „Das Runde muss ins Eckige“ oder „Europameister 2008 - ...schaun mer mal“. Damit sind selbst Mini-Dribbler für den Ausflug zur Fanmeile passend gestylt.