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Foto: pixabay.com © InspiredImages (CC0 Public Domain)
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22.02.2016

Herzerkrankungen: In den neuen Bundesländern besonders verbreitet

In Deutschland gibt es bei den Herzerkrankungen große regionale Unterschiede. Besonders verbreitet sind sie in Sachsen-Anhalt, wie der Deutsche Herzbericht zeigt. Zudem gibt es Geschlechterunterschiede, die sich besonders deutlich bei der Herzinsuffizienz bemerkbar machen.

Im Osten der Bundesrepublik sterben immer noch prozentual deutlich mehr Menschen an Herzerkrankungen als im Westen Deutschlands. Da belegt der aktuelle Deutsche Herzbericht, der jüngst von der Deutschen Herzstiftung vorgestellt worden ist. Außerdem zeigt die Studie, dass es bei den Herzerkrankungen große Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. Demnach erkranken zwar deutlich mehr Männer an den verbreiteten Herzerkrankungen, doch die Sterblichkeitsrate ist bei Frauen höher.

Herzinsuffizienz: Sterberisiko für Frauen deutlich höher

Besonders ausgeprägt ist der Kontrast bei der Herzinsuffizienz. Die Sterbeziffer, gemeint ist die Zahl der Todesfälle auf 100.000 Einwohner, betrug hier im Jahr 2013 bei den Frauen 72,7. Bei den Männern lag die Herzinsuffizienz-Sterbeziffer dagegen nur bei 40. Sie möchten mehr über die auch als Herzschwäche bezeichnet Krankheit wissen? Ausführliche Infos zur Herzinsuffizienz gibt’s hier.

Am meisten Herzinfarkt-Tote in Sachsen-Anhalt

Zurück zu den regionalen Differenzen. Dass in den neuen Bundesländern anteilsmäßig mehr Menschen an Herzerkrankungen sterben, ist seit Jahren bekannt. Dieser Trend setzt sich fort, mit dem Bundesland Sachsen-Anhalt als traurigem Spitzenreiter. Hier starben im Jahr 2013 von 100.000 Einwohnern 99 an einem Herzinfarkt. In Brandenburg betrug die Herzinfarkt-Sterbeziffer 98 und in Sachsen 93. Die niedrigste Sterbeziffer weisen Schleswig-Holstein (43), Hamburg (48) und Baden-Württemberg (57) auf.

Soziale Aspekte für höhere Sterbeziffern im Osten verantwortlich

Für die jüngste Ausgabe des Herzberichts haben die beteiligten Wissenschaftler erstmals die Ursachen für diese regionalen Unterschiede genauer untersucht. Dabei kamen sie zu der Erkenntnis, dass Menschen ohne Job und mit schlechterer Bildung einer besonders hohen Gefährdung ausgesetzt sind. „Sozial ungünstige Aspekte“, so Professor Andreas Stang, Leiter des Zentrums für Klinische Epidemiologie am Universitätsklinikum Essen, „spielen eine wichtige Rolle" – Menschen ohne Job oder mit Zukunftsängsten würden häufiger an Depressionen und Stresserscheinungen leiden. Geselle sich dann noch eine ungesunde Ernährungsweise und mangelnde Bewegung hinzu, haben das sehr negative Auswirkungen auf das Herz. Soziale Faktoren müssten daher laut Professor Stang künftig bei der Prävention von Herzerkrankungen viel stärker berücksichtigt werden.

Bildquelle: pixabay.com © InspiredImages (CC0 Public Domain)