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© Roland Fraenkle
16.07.2015

Immer wieder ein Abenteuer: Neue Tiere, neue Gehege im Karlsruher Zoo

Man kennt es von eigenen Umzügen. Bis in der neuen Bleibe alles am richtigen Platz steht und man sich richtig heimisch fühlt, kann ein bisschen Zeit vergehen. Bei Tieren ist das nicht anders. Kommen Tiere zurück in ihr neu gestaltetes Gehege, lässt sie die Neugier erst einmal alles ausprobieren – und das kann trotz größter Vorbereitungen auch größere Überraschungen für die Tierpfleger bereithalten. Noch umfangreicher werden die Vorbereitungen, wenn neue Tierarten den Weg in den Zoologischen Stadtgarten finden, wie etwa jetzt zur Eröffnung des Exotenhauses.

So verlief etwa die Eröffnung des neuen Nasenbären-Geländes im April auf kuriose Weise nicht ganz planmäßig. Obwohl die Pfleger zuvor natürlich alle Möglichkeiten  des Ausbüxens der Tiere gebannt hatten, fand ein ganz besonders freches Exemplar in seinem Übermut  doch einen Weg. Und zwar nicht durch Wühlen in der Erde, wie man es von dieser Art am ehesten erwarten könnte, sondern über einen im Gehege befindlichen Baum.

Da die Pfleger dessen Äste dann kurzerhand beschnitten, blieb der Fluchtversuch des Tieres jedoch unvollendet. Wer wenige Monate später die sehr aktiven Nasenbären beim stetigen Aufbuddeln ihres Geländes beobachtet, darf trotzdem davon ausgehen, dass sich die Tiere nun gut eingelebt haben.

Im Vergleich zu einem anderen Projekt des Zoos wirkt diese Episode geradezu simpel. Im neuen Exotenhaus geht es nämlich nicht nur um die Eingewöhnung von einer Art in ein Gehege, sondern von rund hundert Arten in dutzende Aquarien, Terrarien oder gar in die große, begehbare Besucherhalle. Allein die Einrichtung eines einzelnen Aquariums ist zeitintensiv. Nicht nur, dass die exotischen Fische sehr temperaturempfindlich sind und erst der richtige Wert gefunden werden muss, auch der ganze Biorhythmus im Aquarium muss sich erst über Wochen finden. Dass die Tierarten nach und nach eintrafen, alle eine andere Art der Eingewöhnung benötigten und sich die Eröffnung des Hauses verzögerte, bedeutete keine Erleichterung.

Gerade in dem ehemaligen Tullabad, wo Besucher und Tiere sich ganz nahe kommen sollen, gilt es jeden Winkel zu prüfen. Schließlich sollen etwa Warane und Fische zwar zusammenleben, aber nicht in der Form, dass die Echsen einfach alle Wasserbewohner auffressen. Beim Zoogeburtstag am 8. und 9. August sollen schließlich alle Tiere bewundert werden können.