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14.08.2018

Moderne Energiesparhäuser

Ein Haus zu bauen oder zu kaufen, ist nicht ganz günstig. Wer es geschickt anstellt, hat jedoch die Möglichkeit, sowohl bei der Anschaffung Unterstützung zu halten, als auch auf lange Sicht zu sparen. Die Rede ist von modernen Energiesparhäusern. Zwar sind diese erstmal teurer im Bau oder Kauf. Doch dank zahlreicher Fördermaßnahmen können sie sich bereits nach kurzer Zeit refinanziert haben.

Was ist ein Energiesparhaus?

Wenn von einem Energiesparhaus die Rede ist, ist noch kein fester Baustandard definiert. Es kann sich sowohl um ein Passivhaus als auch um ein Effizienzhaus handeln. Mittlerweile kann es sich durchaus rentieren, auf ein energieeffizientes Haus zu setzen. Denn laut Energieeinsparverordnung (EnEV) sind Hausherren nun dazu gezwungen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Immerhin gehören Energiesparhäuser heutzutage zum Standard.

Energiesparhäuser charakterisieren sich dadurch, dass ihr Energieverbrauch weit unter dem Energieverbrauch konventionell gebauter Häuser liegt. Je nach Bauweise, ist es auch möglich, dass sich ein solches Haus teilweise oder vollständig mit Ökostrom selbst versorgt. Gegliedert wird der Oberbegriff Energiesparhaus in folgende Standards:

Plus-Energie-Haus: Diese Variante gilt am effizientesten. Typisch für diesen Baustandard ist, dass das Haus im Laufe eines Jahres mehr Energie produziert als es verbraucht.

Null-Energie-Haus: Auf Platz 2 in Sachen Energieeffizienz steht das Null-Energie-Haus. Es funktioniert vollkommen autonom und produziert die Energie, die es benötigt, komplett über Solaranlagen, Wärmerückgewinnungsanlagen und Fotovoltaik.

Sonnenhaus: Dieses Energiesparhaus gewinnt 50-100 % seiner Heiz- und Warmwasserenergie selbstständig durch Solarenergie.

Passivhaus: Beim Passivhaus wird keine konventionelle Heizung benötigt. Dafür sorgt die sehr gute Dämmung sowie die Wärmerückgewinnungsanlage. In besonders kalten Wintern springt eine kleine Notheizung an.

3-Liter-Haus: Dieser Baustandard weist große Ähnlichkeit zum Passivhaus auf. Während das Passivhaus pro Quadratmeter Wohnfläche maximal 1,5 l Heizöl verbraucht, sind es beim 3-Liter-Haus maximal 3 l Heizöl.

KfW-Effizienzhaus: Für diese Häuser gibt es klar definierte energetische Standards. Sie müssen weniger Energie verbrauchen als die Energieeinsparverordnung fordert.

Niedrigenergiehaus: Unter diesem Begriff werden verschiedene Häuser zusammengefasst. Allen gemein ist, dass ihr Energiebedarf unter dem Wert liegt, den die Energieeinsparverordnung fordert.

Energiesparhäuser im Vergleich zu unsanierten Häusern

Ein Haus muss nicht von Grund auf energieeffizient gebaut werden. Es gibt auch die Möglichkeit, dies über entsprechende Sanierungen nachzurüsten. Immer wieder betonen Experten, wie wichtig Energiesparen heutzutage ist. Negative Folgen zeichnen sich bereits durch den Klimawandel ab. Zwar lasse sich Vergangenes nicht rückgängig machen, wohl aber könne man verhindern, dass sich der Klimawandel noch stärker bemerkbar macht, ist sich Gerhard Lux, der Sprecher des Deutschen Wetterdienstes, sicher.

Energiesparhäuser bieten im Vergleich zu unsanierten Häusern zahlreiche Vorteile. Einer davon ist der geringere Energieverbrauch, der sich positiv auf die Haushaltskasse auswirkt. Häuser, die zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren gebaut wurden, verbrauchen im Schnitt etwa 300 kWh pro Jahr und Quadratmeter und damit ca. 30 l Heizöl. Bei einer Wohnfläche von 150 m² und einem Heizölpreis von 0,70 Euro je Litern entspricht das jährlichen Heizkosten in Höhe von 3.000 Euro. Stellt man dem den Verbrauch eines gleichgroßen 3-Liter-Hauses gegenüber, fällt auf, dass die Heizkosten dort mit knapp 300 Euro nur bei einem Zehntel liegen. Ein weiterer Vorteil ist die teilweise autonome Energieversorgung über Solarthermie- und Fotovoltaikanlagen. Preisschwankungen auf dem Energiemarkt spielen dann kaum noch eine Rolle. Ganz zu schweigen davon, dass energieeffiziente Häuser einen höheren Wiederverkaufswert haben.

Förderungen für Energiesparhäuser

Es kann sich durchaus lohnen, auf ein modernes Energiesparhaus zu setzen. Wer sich dafür entscheidet, darf sich über zahlreiche Fördermaßnahmen freuen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet verschiedene Förderprogramme für Umbau und Sanierung bestehender Häuser. Für eine energieeffiziente Sanierung stehen zum Beispiel bis zu 100.000 € zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es ein Programm, welches auch den Erwerb von Wohneigentum fördert.