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Schön, aber oft nicht legal antrainiert:  Mindestens zehn Prozent der Fitnessstudio-Besucher missbrauchen Medikamente, um ihre Muskelmasse zu steigern.
Schön, aber oft nicht legal antrainiert: Mindestens zehn Prozent der Fitnessstudio-Besucher missbrauchen Medikamente, um ihre Muskelmasse zu steigern. © dpa
24.06.2015

Muskelaufbau mit Pille und Pulver

SAARBRÜCKEN. Rund 200 000 Freizeitsportler greifen zu Ampullen, Pillen und Pulvern, ergab die Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Diese sind gefährlich. Doch oft wissen die Nutzer nichts davon.

Präparate zum Muskel- aufbau gibt es im Internet und auf dem Schwarzmarkt. Oft werden die Nebenwirkungen billigend in Kauf genommen.

„Doping im Freizeitsport wird immer noch unterschätzt und ist verbreiterter als allgemein angenommen“, warnt Professor Wilfried Kindermann vom Institut für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlands in Saarbrücken. Mittlerweile gibt es mehrere Studien zu Doping in Fitnessstudios. Demnach missbrauchen mindestens zehn Prozent der Studiobesucher Medikamente, Männer häufiger als Frauen. Am weitesten sind anabole Steroide verbreitet. Die Abkömmlinge des männlichen Sexualhormons Testosteron führen zu einer raschen Zunahme der Muskelmasse. „Der Konsument sieht lange Zeit nur die vermeintlichen positiven Wirkungen“, erklärt Mario Thevis, Professor am Zentrum für Präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule in Köln. „Er denkt: Ich habe es im Griff, ich bin einer von denen, die nicht von Nebenwirkungen betroffen sind.“ Diese treten jedoch erst nach langer Zeit auf. In Fitnessstudios spielt oft die Optik eine Rolle. „Umfragen zufolge steht der Nutzen für das Aussehen bei mehr als der Hälfte der Studio-Besucher im Vordergrund“, sagt Thevis. Und Professor Kindermann bestätigt: „Die Motive im Freizeitsport sind häufig narzisstischer Art, besonders im Bodybuilding.“

Neben anabolen Steroiden sind im Internet und auf dem Schwarzmarkt, bei Sportfreunden, aber auch auf Arztrezept und in der Apotheke zahlreiche weitere Präparate zu haben, die sich auf die körperliche Fitness auswirken: Stimulanzien wie Ephedrin steigern die Leistungsfähigkeit und Risikobereitschaft. Wachstumshormone wie Erythropoietin, kurz Epo, erhöhen die Ausdauer. Acetylsalicylsäure oder Antirheumatika unterdrücken den Schmerz. Die langfristigen Folgen des Medikamentenmissbrauchs reichen von Wachstumsstopp über Potenzstörungen, Verdickung der Herzmuskelwände und Leberkrebs bis zu psychischen Auswirkungen wie erhöhter Aggressivität.

www.zepraedo.de

www.contradoping.de