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Das Thema Nachhaltigkeit gehört zu den größten Gegenwarts- und Zukunftsthemen, die sich derzeit in der öffentlichen Debatte befinden.
Das Thema Nachhaltigkeit gehört zu den größten Gegenwarts- und Zukunftsthemen, die sich derzeit in der öffentlichen Debatte befinden. © Fotolia
14.09.2017

Nachhaltigkeit im Großen und im Kleinen

Das Thema Nachhaltigkeit gehört zu den größten Gegenwarts- und Zukunftsthemen, die sich derzeit in der öffentlichen Debatte befinden. Verhandelt werden dabei sehr wichtige Fragen.

Es geht keinerlei nur um die Umweltproblematik, die angesichts der zunehmend bizarren Wetterphänomene wie dem Hurrikan „Irma“ rund um die ganze Welt zunehmend in das Bewusstsein der Menschen rückt. Fahrverbote drohen angesichts der immensen Schadstoffbelastungen in den Städten, so zum Beispiel in Stuttgart. Immer mehr Menschen wollen sich dabei beteiligen, Rohstoffverschwendung vorzubeugen. Gleichzeitig machen sich immer mehr Firmen Gedanken, wie sie nachhaltig wachsen können, statt sich kurzfristig auf Gewinne zu konzentrieren, nur um die Bilanzen für das laufende Geschäftsjahr aufzubessern.

Was ist Nachhaltigkeit?

Zum Komplex Nachhaltigkeit gehören zunächst drei Säulen. Einerseits ist die schon benannte Umweltkomponente dabei sehr wichtig. Dass fossile Ressourcen endlich sind, wird den Menschen klarer, je knapper sie werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Was können Unternehmen und Privatpersonen beitragen, um Ressourcenverschwendung vorzubeugen? Wie kann man nachhaltig Energie gewinnen? Welchem Motor gehört die hoffentlich emissionsfreie Zukunft? Welchen Beitrag können Unternehmen dabei leisten, die Zukunft zu gestalten und eine vernünftige Art der Produktion zu ermöglichen, die keinen Raubbau an der Natur beginnt?

Gleichzeitig geht es um das Schaffen eines Bewusstseins für diese Themen, sodass auch Einzelpersonen beispielsweise weniger Verpackungsmüll produzieren als bisher, andere Menschen auf mögliche Optimierungen aufmerksam machen, weniger Plastiktüten gebrauchen etc.

Soziale Nachhaltigkeit hat allerdings noch eine andere Komponente, die relativ selten genannt wird, allerdings eine durchaus große Bedeutung hat. Was die Wirtschaft angeht, wird dieser Begriff auch oft mit Corporate Social Responsibility (CSR) umschrieben. Hier geht es vor allem um die Fragen von Fairness, Ethik und philanthropischem Engagement einerseits innerhalb der Grenzen des jeweils Möglichen, andererseits aber auch darum, nicht einfach nur ein Arbeitgeber zu sein.

Gleichzeitig profitieren Firmen auf mannigfaltige Arten davon, wenn sie nachhaltig agieren, da dies zu einer positiveren Wahrnehmung der Unternehmen führen kann. Gleichzeitig kann dies aber auch dazu führen, dass sich Unternehmer gar nicht wirklich um eine nachhaltigere Unternehmensführung kümmern, sondern stattdessen sogenanntes Greenwashing betreiben. Darauf wird im Laufe des Textes noch einzugehen sein, handelt es sich doch um ein durchaus gefährliches Phänomen.

Auch in Sachen Umwelt werden die Herausforderungen immer größer: Wie können die Menschen die Folgen des Klimawandels abdämpfen? Wie ist es möglich, Umweltkatastrophen möglichst sinnvoll vorzubeugen? Welche Ressourcen schaffen bei möglichst geringen Komforteinbußen nachhaltigere Optionen für die Zukunft? Wie sollen wir uns fortbewegen, wenn das Öl knapp wird? Wie erzeugen wir den Strom, der beispielsweise für Elektroautos unbedingt notwendig ist? Diese Debatten werden sowohl in der Wirtschaft, der Wissenschaft als auch der Politik leidenschaftlich und kontrovers geführt. Dabei sind zwischen ideologisch und utopisch geprägten Haltungen und regressiven, fortschrittsablehnenden Ideen alle Positionen vertreten – was ein Vorankommen im produktiven Konsens nicht unbedingt einfacher macht.

Maßnahmen in Politik und Wirtschaft

Gerade in der Politik und Wirtschaft müssen die Weichen gestellt werden, damit ein nachhaltiger Wandel stattfinden kann. Anhand des Bundestagswahlkampfes 2017 sieht man allerdings, dass es bei diesen Themen durchaus Konfliktpotenzial gibt.

Bündnis 90/Die Grünen fordern zum Beispiel den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis 2030. Das heißt, dass dann keine neuen Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden sollen. Gleichzeitig gehen sie sogar so weit, den Ausstieg zur Koalitionsbedingung zu machen – wer also mit Cem Özdemir regieren möchte, muss das terminierte Ende erklären. Ganz am anderen Ende des politischen Spektrums findet sich praktisch auch eine gegenteilige Forderung, nämlich die der Alternative für Deutschland (AfD), die eine Diesel-Garantie bis 2050 gibt. Wie kontrovers Nachhaltigkeit als Thema ist, zeigt sich hier sehr deutlich. 

Denn beide Seiten haben triftige Gründe, ihre Positionen zu vertreten. Während die AfD um 900.000 Arbeitsplätze bangt, die sie mit dem Ende des Verbrennungsmotors in Gefahr sieht, weisen die Grünen darauf hin, dass andere Autobauer Europas die Zusage schon gemacht haben und sich konkrete Ziele setzen, ab wann sie keine Verbrennungsmotoren mehr verbauen wollen.

Nun muss man allerdings beiden Seiten auch klar sagen: Es wird schwierig, ihre Ziele durchzusetzen, ganz egal, wo man als Beobachter politisch steht. Denn während die Forderung der Grünen eine ausreichende Weiterentwicklung der Automobilindustrie bis 2030 voraussetzt, die sicherstellt, dass es im Verkehr keinerlei Einbußen gibt, verspricht die AfD etwas Unhaltbares. Denn praktisch könnte selbst bei einer Regierungsbeteiligung ihrerseits kein AfD-Funktionär etwas über die Legislatur von vier Jahren hinaus versprechen – schon gar nicht bis 2050. Die Radikalität beider Forderungen zeigt aber, wie emotional aufgeladen das Thema auch bei den Wählerinnen und Wählern ist. Grundsätzlich scheinen sich aber alle Parteien sicher zu sein, dass der Verbrennungsmotor langfristig der Vergangenheit angehört. 

Hier zeigt sich allerdings auch die wichtige Rolle der Wirtschaft: Denn im Autoland Deutschland gehört die Automobilindustrie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen, und zwar nicht nur durch die Konzerne wie VW, BMW und Co. Auch die Zuliefererbranche ist stark von Gedeih und Verderb des Verbrennungsmotors abhängig.

Zusätzlich gibt es aber noch ein weiteres Problem: Die Frage ist, wie viele Jahre ein durchschnittliches Elektro-Auto auf der Straße sein müsste, um tatsächlich in der Umweltbilanz auf die schwarze Null zu kommen. Denn gerade von den Befürwortern wird gern verschwiegen, dass diese sich natürlich auch nicht ohne Emissionen produzieren lassen. Tatsächlich fällt für die Produktion von einer Kilowattstunde Kapazität bei den eingesetzten Lithium-Ionen-Akkus eine beachtliche Menge an Kohlendioxid an: Und zwar etwa 150 bis 200 kg. Bei kleineren Autos wie von Nissan fallen dann etwa 5,3 Tonnen CO2 an, bei Oberklassefahrzeugen von Tesla gleich 17,5 Tonnen. Um die gleiche Umweltbelastung zu erzeugen, die bei der Produktion von Elektroautos anfällt, müsste man mit dem verbauten Verbrennungsmotor eine ganze Weile unterwegs sein: Unterschiedlichen Studien zu Folge sind es je nach Größe des Elektrofahrzeugs drei oder acht Jahre.

Gleichzeitig ist aber klar, dass der Dieselmotor für eine nachhaltige Umweltentwicklung im Sinne einer Schadstoffreduzierung nicht ewig haltbar ist. Deshalb ist es so schwierig, eine realistische und gleichzeitig zukunftsweisende Position zu formulieren. Die Heilsbringer-Rolle, die manche Kommentare dem Elektroauto zuschreiben, ist also falsch und faktisch nicht haltbar. Es scheint eher so zu sein, dass das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung sich wesentlich zu spät entwickelt hat und somit die Not zum radikalen Umschwung groß ist. Doch die schiere Menge an Interessengruppen wird vermutlich schon den politischen Entscheidungsprozess schwierig machen, von den Interessen der Wirtschaft einmal ganz abgesehen.

Noch ist der Umstieg auf die Elektromobilität allerdings Zukunftsmusik. Denn die Beschlüsse auf dem Dieselgipfel, der nach der Entdeckung des Abgas-Skandals erste Lösungen bringen sollte, hat im Ergebnis doch wenig Befriedigendes hervorbringen können. Die Bilanz fällt außerordentlich mau aus: Eine Software-Nachrüstung von etwas über fünf Millionen Dieselautos ist das Hauptergebnis. Experten zweifeln indes an der Wirksamkeit des Software-Updates. Die Fahrverbote sind damit keineswegs verhindert worden, sondern nach wie vor eine Gefahr, mit der die Bürger rechnen müssen. Ein Fonds zur Ergreifung von Maßnahmen in den Städten gehört zwar zu den Beschlüssen, mit 500 Millionen Euro, von denen nur die Hälfte von der Auto-Industrie stammt, dürfte er allerdings nicht die entscheidende Wende bringen. Noch einmal die gleiche Summe hat die Bundeskanzlerin den Städten auf einem zweiten Dieselgipfel zugebilligt – wenige Wochen vor der Wahl vermutlich auch ein wenig Eigenwerbung.

Was sagt und was tut die Wirtschaft?

Wie komplex Nachhaltigkeits-Themen und wie vermint das Feld ist, zeigt sich anhand des Diesel-Gipfels bereits sehr gut. Jenseits der Automobilindustrie gibt es zahlreiche Versuche der Wirtschaft, nachhaltig zu wirtschaften – und, wie wir später noch sehen werden, nicht immer ehrliches Handeln. Viele Unternehmen versuchen, die Bedingungen für den Erhalt von bestimmten Siegeln und Zertifikaten zu erfüllen. Das hat für sie gleich mehrere Vorteile: Denn so stellen sie sicher, dass ihre Produkte bestimmten Standards genügen und erlangen gleichzeitig einen markstrategischen Vorteil, den zahlreiche Konkurrenten (noch) nicht haben. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Siegeln und Zertifikaten.

Sogenannte Managementsysteme verpflichten zum Beispiel zu kontinuierlichen Verbesserungen innerhalb der Wertschöpfungskette. Produktkennzeichnungen dienen hingegen dazu, auf besondere Eigenschaften des fertigen Angebots hinzuweisen. Dabei ist natürlich stets zu hinterfragen, welche Aussagekraft bestimmte Zertifikate und Siegel und welchen Ursprung sie haben. Stammen sie von unabhängigen Institutionen oder sind staatlicher Natur, ist ihnen mehr Gehalt zuzutrauen als etwa denen von Lobbyverbänden.

Gute Zertifikate und Siegel zeichnen sich zusätzlich dadurch aus, dass sie regelmäßig kontrolliert und somit, bei Nichteinhaltung der strengen Standards, wieder entzogen werden. Zu den industriell gefragtesten und gleichzeitig sehr schwer zu erlangenden Siegeln gehört das des fairen Handels. Das traditionelle Feld des fairen Handels ist das Exportgeschäft mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die aus Entwicklungsländern und die Industrienationen exportiert werden. Dazu gehören beispielsweise Kaffee, Bananen, Obst im Allgemeinen, Kakao, Honig, Öl, Reis, Gewürze, Wein, Baumwollprodukte und Zucker. Dabei geht es um das Lindern der Armut von den Arbeitern und Produzenten in den jeweiligen Ländern durch das Sicherstellen von Mindestpreisen und bestimmten Bedingungen bei der Arbeit.

Natürlich ist der Erwerb solcher Auszeichnungen nicht die einzige Möglichkeit für Unternehmen, nachhaltiger zu werden. Tatsächlich können sie in den kleinen, alltäglichen Abläufen damit anfangen, indem sie beispielsweise die Kaffeemaschinen in den Büros umrüsten und nur noch Fairtrade-Kaffee kaufen, statt Kaffee-Kapseln aus Aluminium zur Verfügung zu stellen.

Viele Unternehmen nutzen den Flugverkehr für ihre Kundentermine. Durch die Möglichkeiten der schnellen und drahtlosen Internetverbindungen ist es ohne größere Umstände möglich, Meetings per Videotelefonie abzuhalten. 

Haben die Firmen eine bestimmte Größe, unterhalten sie in aller Regel Fuhrparks. Hier kann der Fokus auf der Anschaffung von Elektroautos liegen, die langfristig herkömmliche, mit Verbrennungsmotoren betriebene Wagen ersetzen. Ist dies nicht möglich oder wird als unwirtschaftlich angesehen, können Firmen immer noch auf möglichst verbrauchsarme Motoren setzen – und davon gleichzeitig wirtschaftlich profitieren.

Bei diesem Beispiel zeigt sich sehr gut, dass Nachhaltigkeit kein Selbstzweck ist, sondern den ökonomischen Zielen von Unternehmen durchaus nützlich sein kann. Dennoch hält sich das Vorurteil von der Unwirtschaftlichkeit nachhaltigkeitsdienlicher Maßnahmen bei vielen Unternehmern. Dabei dienen auch sozial nachhaltigkeitsfördernde Maßnahmen unternehmerischen Zielen: Tragen die Inhaber Sorge für eine gute und eine die Unternehmenskultur fördernde Sozialpolitik innerhalb ihrer Unternehmungen, steigt die Motivation der Mitarbeiter – und damit die Effizienz ihrer Arbeit. 

Greenwashing

Leider gibt es allerdings Unternehmen, die zwar von der positiven Wahrnehmung in der Öffentlichkeit profitieren wollen, die mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ verbunden ist, allerdings tatsächlich nicht wirklich im Sinne des Wortes handeln. Stattdessen versuchen sie durch eine ganze Reihe von Marketinginstrumenten, ein positives Image aufzubauen. Der Fachbegriff für diesen Vorgang ist „Greenwashing“.

Sicher sind vielen Endverbrauchern schon die vielen grünen Verpackungen im Supermarkt aufgefallen – und es scheinen immer mehr zu werden. Ohne Markennamen zu nennen, handelt es sich bei vielen von diesen Verpackungskonzepten um reinstes Greenwashing. Denn durch die Farbe Grün wird dem Konsumenten Umweltfreundlichkeit vermittelt – ob diese nun tatsächlich vorliegt oder nicht, ist egal.

Genauso verhält es sich mit Siegeln und Zertifikaten auf Verpackungen, deren Herkunft unklar ist. Nicht selten ist es tatsächlich so, dass die Auszeichnung von Marketing-Abteilungen selbst erdacht ist und schlichtweg nichts aussagt.

Ein weiteres beliebtes Mittel ist das Bewerben eines besonderen Produktmerkmals, zum Beispiel einer besonders gesunden oder umweltschonenden Zutat – auch wenn die anderen Zutaten und Ingredienzen keineswegs in diese Kategorien fallen.

Was kann der einzelne Mensch tun?

Der Makrokosmos der Nachhaltigkeit wäre also abgedeckt. Es handelt sich um ein globales Sujet von größter Bedeutung. Doch ohne die Bereitschaft der Menschen, in ihren Leben Änderungen vorzunehmen, wird sich auch im großen Maßstab nicht viel ändern – denn nur mit einer veränderten Nachfrage wird es auch andere Angebote geben. 

Dabei können Endverbraucher Änderungen vornehmen, die ihnen nicht schaden und einen Unterschied machen können. Schon Energieversorgung und Heizmethoden liefern, klug geplant, einen wichtigen Beitrag. Es muss allerdings nicht unbedingt gleich die Komplettinstallation einer Solaranlage sein. Viele Menschen denken den Wandel viel zu radikal und glauben, sie müssten sofort auf herkömmliche Methoden verzichten: Dabei ist allerdings ohne weitere Probleme eine Kombination aus klassischen und regenerativen Energien möglich. Ein Hybridsystem aus Flüssiggas beispielsweise und Solarenergie, wirkt sogar doppelt nachhaltig. Zum einen wird der Brennstoff nur verbraucht, wenn die Sonnenenergie akut nicht ausreicht. Zum anderen ist das Flüssiggas ein Nebenprodukt in Erdölraffinerien, welches schlussendlich zu seinem Nutzen kommt. Auch der finanzielle Aspekt spielt hier eine Rolle. Nicht jeder Mensch kann oder möchte sich den Umstieg auf ein komplettes Solardacht leisten und kann so versuchen, mit einem Energiemix einen nachhaltigeren Haushalt zu betragen. 

Dazu gehört auch der Verzicht auf Stromverschwendung. So müssen insbesondere Unterhaltungselektronik und Multimediageräte nicht im Standby-Modus bleiben, wenn sie nicht gebraucht werden. Dabei verschwenden sie nur Strom, ohne dass man einen großen Vorteil hätte. Es dauert höchstens minimal kürzer, bis die Geräte startbereit sind.

Das Einkaufsverhalten

Im Alltag ist man oft genug gestresst und kauft rein bedürfnisorientiert ein. Daran ist an sich auch nichts verkehrt – leider aber für die Gegenwart eine schwierige Herangehensweise. Denn wie schon beschrieben, macht der Endkonsument auch im Supermarkt den Unterschied. Wer auf potenzielles Greenwashing achtet und solche Produkte nicht mehr kauft, sendet den entsprechenden Firmen ein klares Signal der Ablehnung. Das mag zwar im Einzelnen noch nicht für große Wirkung sorgen, doch folgen viele Kunden diesem Beispiel, zwingt es den Hersteller zum Umdenken. 

Dass dieses Vorgehen funktioniert, beweist die Wichtigkeit, die das Fairtrade-Siegel hat. Immer mehr Menschen achten auf fairen Handel und diktieren somit den Firmen, dass sie auf solche Dinge achten müssen. 

Nachhaltigkeit im Einkauf ist auch in Sachen Fleisch durch den Verbraucher manipulierbar: Wer Bio kauft, wird nicht nur eine bessere und unbelastete Qualität genießen können, sondern zeigt gleichzeitig, dass er nicht zu der Gruppe von Konsumenten gehört, die Fleisch zu billigsten Preisen konsumieren wollen und dafür Einbußen in der Produktion hinnehmen. Schließlich sind Lebensmittelskandale nicht selten dem Preisdruck geschuldet.

Um als Endverbraucher an einer nachhaltigen Entwicklung mitwirken zu können, ist es aber nötig, dass die Produktion und der Vertrieb von Lebensmitteln und anderen Konsumgütern möglichst transparent sind. Also steht die Forderung nach Nachhaltigkeit nicht allein da – sie wird durch das Verlangen nach mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit ergänzt und erweitert. 

Für den klimafreundlichen Einkauf gibt es indes einige einfache Verhaltensregeln, deren Einhalten die Umwelt danken wird.

Weniger konsumieren

In einer marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaft ist es ganz normal: Konsumieren gehört dazu. Aber oft gelangen die Menschen in einen Automatismus, in dem sie den Vorgang kaum noch bewusst erleben. Doch dadurch konsumieren sie mehr, als eigentlich nötig wäre und als sie es bräuchten. Diese Tatsache zu registrieren und anschließend zu reflektieren ist allerdings wichtig – denn dies ist gleichzeitig die Bedingung dafür, bewusst zu konsumieren und um zu genießen.

Anschließend sollte sich jeder Konsument die Frage stellen, ob er tatsächlich immer benötigt, was er konsumiert. Wenn dies nicht der Fall ist: Warum nicht einfach weniger kaufen und insbesondere Luxusgegenstände weglassen? 

Fortbewegung modern gedacht

Neben dem Konsumverhalten ist Mobilität ein enorm wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit. Wie schaffen wir es in Zukunft, mobil zu bleiben und gleichzeitig weniger klimaschädigend zu werden? Eine der Antworten gab es bereits oben: Das Elektroauto. Allerdings haben wir bereits festgestellt, dass die Technologie zur Klimaneutralität von Anfang an noch nicht fähig oder wenigstens nicht massenkompatibel ist.

Aber besonders, was größere Reisen angeht, kann man sich leicht nachhaltig verhalten. Warum nicht den Fernbus oder den Zug nutzen, statt mit dem eigenen PKW zu reisen? Und fühlt man sich in öffentlichen Verkehrsmitteln wohl, ist es immer noch möglich, den eigenen Wagen als Mitfahrgelegenheit zur Verfügung zu stellen oder sich einen anderen Fahrer zu suchen.

Innerstädtisch sind mit insgesamt einer Milliarde Euro die finanziellen Bedingungen geschaffen worden, um Radwege und den ÖPNV auszubauen. 

Müll reduzieren

Noch immer werden viele von den Materialien, die wir als Verpackungen nutzen, nicht richtig wiederverwertet. So lange dies noch nicht der Fall ist, sollte man möglichst frische Ware kaufen, die gegebenenfalls gar nicht verpackt werden muss. Zugleich gibt es immer mehr Läden, die unverpackte Lebensmittel verkaufen oder nur wiederverwendbare Materialien benutzen. In der Unterstützung dieser Bewegung liegt ein weiterer Schlüssel, die Umwelt zu entlasten und für kommende Generationen zu gestalten.

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