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PZ-Praktikant Tim Rudeck schwitzt beim mittäglichen Fitness-Programm im Büro. Redakteurin Nina Giesecke achtet darauf, dass er alles richtig macht.
PZ-Praktikant Tim Rudeck schwitzt beim mittäglichen Fitness-Programm im Büro. Redakteurin Nina Giesecke achtet darauf, dass er alles richtig macht. © Dietz
20.10.2016

Ninas Ding: Bürostuhl-Situps und Dreier ohne Steuerfrau

Der Geruch von Schweiß liegt in der Luft. Meinem Chef in der Online-Redaktion rinnt schon die Brühe von der Stirn. Der Praktikant ist hochrot im Gesicht und ringt um Luft. Auch der Kollege aus der Anzeigen-Abteilung atmet schwer, während ich kräftig in die Trillerpfeife blase. Irgendwer muss ja schließlich diese müden Geister in Wallung bringen, denn heute wird die Mittagspause ausnahmsweise mal nicht zum Essen, sondern für den Bürosport genutzt.

Abwechselnd stemmen wir Wasserflaschen in die Höhe, üben uns in Bürostuhl-Situps und machen Liegestützen. Wer den ganzen Tag vor dem PC sitzt und höchstens mal den Arm hebt, um ans Telefon zu gehen oder ins Wurstbrötchen zu beißen, der benötigt hin und wieder eine Auszeit – und zwar in aktiver Form als Büro-Fitnessprogramm.

Umfrage

Was halten Sie von ein paar lockeren Fitness-Übungen im Büro?

Super, das sollte die Geschäftsleitung in meinem Unternehmen einführen. 59%
Geht gar nicht. Das Büro ist nur zum Arbeiten da. 24%
Das können meine Kollegen gerne machen. Aber für mich wäre das nichts. 17%
Stimmen gesamt 489

Das Raffinierte an der Sache: Für den sportlichen Kick am Arbeitsplatz werden keine Geräte benötigt. Alle Übungen werden direkt im Büro absolviert: Auf dem Stuhl, am Schreibtisch oder auf dem Boden. Dass meine Kollegen dabei relativ schlecht abschneiden, spricht nicht unbedingt für ihre gute körperliche Verfassung. Das will ich ändern und feuere sie mit wilden Rufen zu Höchstleistungen an.

 

Und es hilft: Der Praktikant hat fast zehn Liegestützen geschafft. Ich drücke zwar ein Auge zu, weil er dabei etwas den Po hängen lässt, aber trotzdem bin ich stolz auf ihn. Mein Chef jedoch weigert sich tunlichst, als ich ihm eine Übung mit dem Gymnastikball näherbringen will, den wir manchmal als den Rücken schonende Sitzgelegenheit nutzen. Doch als es schließlich ans Stuhl-Rudern geht, ist er Feuer und Flamme. Mit weit ausholenden Bewegungen rudert er mit dem Praktikanten und dem Anzeigen-Kollegen als Dreier ohne Steuerfrau durch die Redaktion. Scheinbar haben sie inzwischen Spaß beim Büro-Sport. Und das ganz ohne meine Trillerpfeife.