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Wie fühlt sich der haarige Kinnbewuchs eigentlich an? PZ-Redakteurin Nina Giesecke macht den Gefühlstest bei ihren Kollegen Simon Walter (Mitte) und Thomas Kurtz.
Wie fühlt sich der haarige Kinnbewuchs eigentlich an? PZ-Redakteurin Nina Giesecke macht den Gefühlstest bei ihren Kollegen Simon Walter (Mitte) und Thomas Kurtz. © Dietz
22.09.2016

Ninas Ding: Gesichtsurwald und Stoppelfeld

Auweia, das ist ganz schön stachelig. Es pikst an den Fingern. Fast ein bisschen zu kratzig für meine zarten Hände. Aber immerhin weiß ich jetzt, wie er sich anfühlt – der Bart meines Kollegen.

Er hegt und pflegt ihn mit Bedacht, geht alle paar Tage zum Barbier, verwöhnt ihn mit zahlreichen Pflegeprodukten und braucht morgens wohl mindestens genauso lange im Bad wie ich.

Damit ist er ein Trendsetter – genau wie viele andere Kollegen bei der PZ. Denn Bartmode ist bereits seit ein paar Jahren ein kultiges Lifestyle-Bekenntnis. Auf zahlreichen Magazinen prangen behaarte Gesichter auf den Titelseiten, bei manchen Models sprießt sogar das Brusthaar aus dem Hemd. Egal ob Vollbart, Drei-Tage-Stoppeln oder Ziegenbärtchen – wer einmal den passenden Gesichtsbewuchs für sich entdeckt hat, wird zur Marke. Denn das Kinnhaar hat einen hohen Wiedererkennungsfaktor – Stars wie die Schauspieler George Clooney, Ex-Tatort-Kommissar Götz George oder Handball-Trainer Heiner Brand haben es vorgemacht. Doch weshalb entscheiden sich die Männer für den haarigen Trend? „Ich trage meinen Bart, seit ich 16 Jahre alt bin“, erklärt mir einer meiner Kollegen. Auf die Frage nach dem Warum antwortet er schlichtweg: „Aus Bequemlichkeit“. Getrimmt wird er nur ein bis zwei mal im Monat.

Einmal jedoch, so schildert mir der Bart-Liebhaber vom Schreibtisch gegenüber, habe er im morgendlichen Tran den Aufsatz für seinen Langhaarrasierer vergessen. „Da habe ich eine riesige Schneise in meinen Gesichstsurwald geschlagen und musste als traurige Konsequenz den kompletten Bart abrasieren“, berichtet er von seinem traumatischen Erlebnis.

Das hätte ich gerne gesehen. Und zwar nicht aus Schadenfreude, sondern weil ich glatt rasierte Männer einfach besser finde.