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PZ-Redakteurin Nina Giesecke testet im Saturn-Markt auf der Wilferdinger Höhe eine „Virtual Reality“-Brille: Hier beim stürmischen Ritt in einem Kajak durchs virtuelle Wildwasser.
PZ-Redakteurin Nina Giesecke testet im Saturn-Markt auf der Wilferdinger Höhe eine „Virtual Reality“-Brille: Hier beim stürmischen Ritt in einem Kajak durchs virtuelle Wildwasser. © Dietz
03.11.2016

Ninas Ding: Wilde Wasser, Loopings und ein bisschen Übelkeit

„Reiß dich Zusammen“ ermahne ich mich in Gedanken. Bloß nicht laut schreien. Mein ganzer Körper wird durchgeschüttelt, ich klammere mich mit allen Kräften an das rotierende Gefährt, in dem ich sitze. Ich bin gerade gemeinsam mit einer Handvoll anderen Kajakfahrern im reißenden Wildwasser unterwegs. Gemeinsam bezwingen wir eine Stromschnelle und paddeln einen tosenden Wasserfall hinab.

Zum Glück ist das ganze Abenteuer aber genauso schnell wieder vorbei, wie es angefangen hat. Ich nehme die Brille ab – und zack: Ich bin zurück in Pforzheim. Im Saturn-Markt auf der Wilferdinger Höhe können Mutige bis einschließlich Samstag, 5.11. um 18 Uhr eine „Virtual Reality“-Brille testen. Das funktioniert ganz einfach: In der Brille ist ein Handy versteckt, das die virtuelle Realität direkt vor den Augen abspielt. Und ich muss sagen: Es fühlte sich echt an. Nach dem stürmischen Ritt im Wildwasser ist mir ein bisschen schlecht.

Aber nach dem Kajak ist vor der Achterbahn. Und die hat es in sich. Sobald ich die Brille aufhabe, befinde ich mich mitten in einem Vergnügungspark. Auf einem Achterbahnsitz werde ich in die Höhe befördert. Es geht immer weiter hinauf – das ist wirklich nichts für meine Höhenangst – und mit einem Mal rasant bergab, wild im Kreis herum, hoch mit Magendrücken und wieder runter mit dem Herzen in den Kniekehlen. Am Rand können Schaulustige das Geschehen, das ich selbst durch die Brille sehe, auf einem Bildschirm mitverfolgen. Oder eben mir zuschauen, wie ich durchgeschüttelt werde. Ich sehe nicht, ob sie mich auslachen – ein paar von ihnen haben zumindest ein Lächeln im Gesicht, als ich die Brille absetze.

Nach dem virtuellen Ritt ist mir schon wieder ein wenig übel. Aber das, habe ich mir sagen lassen, sei ganz normal. Manche Leute würden sogar torkeln, wenn sie nach der aufregenden Achterbahnfahrt vom Stuhl steigen. Das bleibt mir zum Glück erspart. Ein Gutes hat mein Abtauchen in die virtuelle Reallität auf jeden Fall gehabt: Meinen Zuschauern scheine ich immerhin den Tag versüßt zu haben.