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09.06.2008

So lassen sich Unfälle mit Kindern vermeiden

KÖLN. Alle 18 Sekunden verunglückt ein Kind in Deutschlandso schwer, dass es ärztlich behandelt werden muss. Wissenschaftler haben ermittelt, dass mehr als die Hälfte der Unfälle verhindert werden könnten. Der morgige Kindersicherheitstag soll darauf aufmerksam machen.

Viele Eltern unterschätzen die Gefahren“, sagte Marita Völker-Albert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln gestern dem dpa-Themendienst. adeunfälle im Planschbecken passierten oft unbemerkt, weil kleine Kinder dabei meist lautlos im Wasser untergehen. Aber auch in flachem Wasser könne es für Kinder im Alter bis 15 Monate tödlich enden, wenn sie mit dem Gesicht hineinfallen, sagte die Expertin anlässlich des „Kindersicherheitstags“ am heutigen 10. Juni.Den Angaben zufolge verunglücken Säuglinge und Kleinkinder vor allem zu Hause. Bis zu 60 Prozent der Unfälle ließen sich vermeiden, wenn Eltern rechtzeitig vorsorgen und die nötigen Sicherheitstipps beachten. Hier einige Ratschläge für Eltern zu den häufigsten Gefahren:

Stürze: Kleinkinder sollten Eltern niemals allein auf dem Wickeltisch liegen lassen – von dort können sie leicht herunterfallen. Und damit sich größere Kinder nicht beim Toben im Haus verletzen, müssen Eltern auf Stolperfallen wie lose Teppiche und Kabel auf dem Boden achten. Passen die Großeltern auf die Kleinen auf, dürfen auch in ihrer Wohnung keine Vasen oder scharfkantigen Gegenstände im Weg stehen.

Ersticken: Besonders für Kleinkinder und Babys wird es brenzlig, wenn sie zum Beispiel Spielzeug-Kleinteile einatmen. Eltern sollten daher darauf achten, dass nichts in Reichweite ihres Kindes liegt, was es nicht in den Mund nehmen darf. Ratsam sei auch, Kordeln an Kinderkleidung zu entfernen – mit solchen Bändern können Kinder sich versehentlich strangulieren.

Ertrinken: Neben dem Planschbecken stellen auch Gartenteich und Regentonne eine Gefahr für Kinder dar. Eltern sollten sie daher immer abdecken oder umzäunen, damit die Kleinen nicht hineinfallen. Auch müssten sie ihren Kindern einschärfen, dass sie nicht ohne Erlaubnis zum Teich auf dem Nachbargrundstück gehen dürfen.

Verbrennungen: Damit das Kind sich nicht an einer heißen Suppe verbrüht, bleiben Tischdecken beim Essen besser im Schrank – sonst kippt das Geschirr leicht um, wenn das Kind am Tuch zieht. Teetassen müssen zudem immer weit entfernt vom Tischrand stehen, damit sie nicht so leicht herunterkippen. Darüber hinaus dürfen Eltern nichts Heißes trinken oder essen, während sie ihr Kind auf dem Schoß haben.
dpa/tmn