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15.10.2017

Tatort-Vorschau: Im Schatten der Roten Armee Fraktion

Eine Frau ertrinkt in der Badewanne. War es Mord? Ein Unfall? Ihr Ex-Mann hält ihren neuen Lebensgefährten für schuldig. Der hat zwar schon einige Delikte auf dem Kerbholz, wird vom Staat aber stets geschützt.

Warum? Ein aktueller Fall führt die Stuttgarter „Tatort“-Komissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) in die Vergangenheit: 40 Jahre zurück, in die Zeit des Terrors der Roten Armee Fraktion (RAF) bis zum Suizid führender RAF-Terroristen im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim – und nicht zuletzt zu den V-Leuten, die der Staat in der RAF installiert hatte. Eine Besonderheit: „Der rote Schatten“ spielt auf zwei Zeitebenen und zeigt historische Aufnahmen aus dem Jahr 1977. Am 18. Oktober 1977 begehen die RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe im Gefängnis Stuttgart-Stammheim Suizid. Zuvor hat die RAF Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer entführt, um deren Freilassung zu erwirken. Doch der Staat lässt sich nicht erpressen. Auch nicht im Fall der von Palästinensern entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“, deren Passagiere und Besatzung von der Eliteinheit GSG 9 in Mogadischu (Somalia) befreit werden – die Entführer töten Schleyer. Baader, Ensslin und Raspe bringen sich um. Wie sie im Gefängnis an die Waffen gekommen sind, ist bis heute nicht endgültig geklärt.

Rückwärtsgewandt ist der „Tatort“ aber keineswegs. Vielmehr zeigt er, wie lang der Schatten der RAF 40 Jahre später noch reicht – auch in die Strukturen des Staates. So verfügt der Oberstaatsanwalt, den Tod der Frau in der Badewanne als Unfall abzulegen – obwohl einiges dagegen spricht. Lannert und Bootz ermitteln trotzdem gegen den Lebensgefährten Wilhelm Jordan (Hannes Jaenicke). Dabei stellen sie fest, dass Jordan in den 70er-Jahren V-Mann für den Verfassungsschutz war.

Der „Tatort“ verknüpft den fiktiven Fall mit dokumentarischen Aufnahmen und nachgestellten historischen Szenen. In einer Nebenrolle stellt übrigens Alexandra Zähringer (39) aus Heimsheim eine Frau dar, die zusammen mit ihrem Mann auf eine blutenden Person trifft. dpa/pz