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24.07.2015

Tattoo am Handgelenk rechtfertigt keine Absage für Ausbildungsplatz

Berlin. Der Staat darf einen Ausbildungsplatzsuchenden nicht wegen einer kleinen Tätowierung am Handgelenk ablehnen. Das gilt zumindest dann, wenn es für das Verbot keine nachvollziehbaren oder dienstlichen Gründe gibt. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht hin. Sie bezieht sich auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin (Az.: VG 36 L 83.15).

In dem verhandelten Fall hatte eine junge Frau geklagt, die sich als Justizhauptwachtmeisterin beworben hatte. Ihre Bewerbung wurde abgelehnt, weil sie eine fünf mal drei Zentimeter große Tätowierung am Handgelenk trägt. Darauf zu sehen ist ein heulender Wolf. Die Frau klagte gegen die Absage.

Das Verwaltungsgericht entschied im Eilverfahren, dass die Bewerbung nicht wegen der kleinen Tätowierung abgelehnt werden darf und dass die Behörde erneut entscheiden muss. Zwar könne der Dienstherr Anforderungen an das Erscheinungsbild der Mitarbeiter stellen. Doch dafür muss es dienstliche Gründe geben. Diese konnte das Gericht hier nicht erkennen. An der persönlichen Eignung der Frau gebe es wegen des Tattoos keine Zweifel. Insbesondere sei der Wolf kein Symbol der rechtsextremen Szene. Vielmehr seien Tätowierungen inzwischen eine in der ganzen Gesellschaft verbreitete Modeerscheinung. Daraus könne nicht per se auf eine gesellschaftliche Haltung geschlossen werden.