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Eine verschneite Landschaft sieht schön aus. Doch die kalte und dunkle Jahreszeit wirkt sich negativ auf Heiz- und Energiekosten aus. Mit ein paar Tipps kommen sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen günstig durch den Winter. Bild: fotolia.com © ah_fotobox
Eine verschneite Landschaft sieht schön aus. Doch die kalte und dunkle Jahreszeit wirkt sich negativ auf Heiz- und Energiekosten aus. Mit ein paar Tipps kommen sowohl Privathaushalte als auch Unternehmen günstig durch den Winter. Bild: fotolia.com © ah_fotobox
Bei der Beleuchtung in Hallen besteht enormes Sparpotenzial, wenn energieeffiziente Leuchtmittel verwendet werden. Bild: KOKALA VIEW
Bei der Beleuchtung in Hallen besteht enormes Sparpotenzial, wenn energieeffiziente Leuchtmittel verwendet werden. Bild: KOKALA VIEW
Durch Industrieanlagen und andere Maschinen entsteht Abwärme, die zur Unterstützung der Heizung verwendet werden kann. Bild: fotolia.com © industrieblick
Durch Industrieanlagen und andere Maschinen entsteht Abwärme, die zur Unterstützung der Heizung verwendet werden kann. Bild: fotolia.com © industrieblick
In Hochregallagern kann unter der Decke ein ungünstiger Wärmestau entstehen, der den Waren schaden kann. Bild: fotolia.com © hacohob
In Hochregallagern kann unter der Decke ein ungünstiger Wärmestau entstehen, der den Waren schaden kann. Bild: fotolia.com © hacohob
08.12.2016

Von Lagerhallen bis zum Büro: So kommen Unternehmen günstig durch den Winter

Die kalte und dunkle Jahreszeit und die damit verbundenen höheren Heiz- und Energiekosten machen nicht nur Privathaushalten zu schaffen. Auch Unternehmen müssen im Winter mit steigenden Kosten zurechtkommen. Mit ein paar Tipps ist es jedoch auch in Betrieben möglich, die Ausgaben für Heizung und Strom zu senken.

Im Winter, wenn es draußen kalt und dunkel wird, wird die Heizung wieder aufgedreht und das Licht brennt meistens den ganzen Tag. Während Haushalte den Wärmebedarf etwa über die Zentralheizung möglichst gut regulieren können und auch mal Stromsparen können, indem sie mit Kerzenlicht für eine romantische Stimmung sorgen, haben es Unternehmen jedoch nicht ganz so leicht.

Das Beheizen großflächiger Gebäude als Herausforderung

Während Bürokomplexe ähnlich wie Wohngebäude relativ einfach zu heizen sind und ihre Heizkosten reduzieren können, indem sie versuchen, richtig zu heizen, haben es Lager, Produktionshallen und andere großflächige Bauten schon schwerer. Das liegt insbesondere daran, dass diese oft eine Deckenhöhe von über 20 Metern haben. Lager und Logistikgebäude gleichmäßig warm zu halten, ist ohne die richtige Technik schwierig und sehr energieaufwändig. Meistens entsteht ein ungünstiger Wärmestau an der Decke, der für Waren im Hochregallager sogar schädlich sein kann. Im Fußbereich dagegen ist es so kalt, dass die Mitarbeiter frieren und ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht.

Effizientes Heizen mit der geeigneten Lüftungs- und Heizungstechnik

Um dieses Problem zu umgehen und große Hallen im Winter bestmöglich zu heizen, sind Unternehmen auf eine geeignete Lüftungs- und Heizungstechnik angewiesen. Welches System besser ist, hängt jedoch unter anderem auch davon ab, ob die ganze Halle geheizt werden muss oder nur ein Teilbereich. Gleichzeitig müssen Unternehmen Dinge wie die Anschaffungs-, Montage- und Instandhaltungskosten im Blick behalten.

  • Gezieltes Heizen mit Strahlung: Dieses Heizsystem ist besonders dann geeignet, wenn ein Teilbereich der Halle nur in gewissen Momenten beheizt werden muss. Mit UV-Heizstrahlern oder Deckenstrahlplatten wird Wärme direkt am Ort des Auftreffens abgegeben, anstatt auch die restliche Luft mit zu erwärmen. Darüber hinaus entsteht die Wärme unmittelbar nachdem das Gerät eingeschaltet wurde.

  • Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückführungssystem: Ein hoher Kostenfaktor in großen Hallen ist, dass Wärme wieder verloren geht, sobald ein Fenster geöffnet wird oder Zufahrtstore regelmäßig geöffnet werden. In einem solchen Fall ist eine Wärmerückgewinnung aus der Umluft zu empfehlen. Mit Abluftventilatoren wird die beheizte Warmluft mit den unteren Ebenen verwirbelt, sodass die allgemeine Raumtemperatur wieder einen angenehmen Level erreicht.

Allein mit der Wärmerückgewinnung von beheizter Gebäudeluft kann eine Heizkostenersparnis von 20 bis 30 Prozent erreicht werden.

Energiesparen durch die Nutzung von Abwärme und Prozesswärme

Um die Heiz- und Energiekosten zu senken, gibt es jedoch noch eine weitere Möglichkeit: Nicht nur Heizungsluft, die nach oben unter die Decke steigt, kann durch die Warmluft-Umwälzung mit Deckenventilatoren wiedergewonnen werden. Speziell im Winter kann die Abwärme aus Produktionshallen genutzt werden, um kostenlos die Heizung zu unterstützen – oder sogar auf zusätzliches Heizen zu verzichten.

Durch ohnehin genutzte Maschinen und technische Anlagen, sowie Kompressoren und Warmwasserleitungen entsteht Wärme, die ohne die Wärmerückgewinnung ungenutzt verloren gehen würde. Mit einem Wärmetauscher kann diese Abwärme jedoch zurückgewonnen und zum Heizen von großen Hallen genutzt werden, ohne dass zusätzliche Energie benötigt wird. Gerade in Druckereien oder Fabriken, wo es eine kontinuierliche Prozesswärme gibt, lohnt sich die Abwärme-Nutzung.

Energiekosten senken durch die Modernisierung oder Erneuerung der Heizung

Es ist nicht nur schwierig, großflächige Gebäude sinnvoll zu beheizen, sondern durch veraltete Heizungen kommen ebenfalls sehr hohe Energiekosten auf das Unternehmen zu. Wer mit Öl oder Strom heizt und einen Heizkessel besitzt, der älter als sieben Jahre ist, sollte über eine Erneuerung der Heizung nachdenken. Langfristig kann sich die Sanierung also auf jeden Fall lohnen, denn die Modernisierung der Heizsysteme führt zu einem deutlich geringeren Primärenergiebedarf. Für die Modernisierung oder Erneuerung müssen Unternehmer zwar tief in die Tasche greifen, doch aufgrund der Möglichkeit, die Heizkosten im Unternehmen um 30 bis 50 Prozent zu senken, rechnet sich die Investition in moderne oder neue Heizungsanlagen in vielen Fällen schon nach fünf Jahren. Ein weiterer Vorteil: Nicht nur bei Privatimmobilien, sondern auch bei Nichtwohngebäuden ist eine Förderung der Sanierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) möglich.

Problem bei der Gewerbe-Beleuchtung

Für Hallen und andere große Gewerbe-Gebäude gelten gesetzliche Vorschriften für die Beleuchtung, die auf einer Licht-Berechnungsgrundlage nach DIN beruhen. Das Problem: Die DIN ist veraltet und berücksichtigt noch nicht die heutigen Ansprüche an die Energieeffizienz in Betrieben. Die Folge: Hallen und Büros sind oft nicht nur schlecht beleuchtet, sondern sorgen auch für extrem hohe Kosten. Viele übersehen jedoch gerade die Beleuchtung als Kostenfaktor, besonders, da die oft in großen Hallen verwendeten Leuchtstoffröhren allgemein als energiesparend gelten. Werden jedoch ältere Neonröhren verwendet, ist das alles andere als energiesparend: Alte Röhren sind heimliche Energiefresser und verbrauchen bis zu 85 Prozent mehr Energie als neue, effiziente Röhren.

Energieeffizienz bei der Gewerbe-Beleuchtung

Kein Wunder also, dass bei der Gewerbe-Beleuchtung ein enormes Energiespar-Potenzial besteht: Der Energiekosten-Anteil für Beleuchtung in Handwerk, Gewerbe und Industrie kann demnach um bis zu 70 Prozent gesenkt werden. Die durchschnittliche Einsparung liegt im Handwerk jedoch nur bei 15 bis 25 Prozent, in der Industrie bei 20 bis 30 Prozent. Entscheidend sind hierbei unter anderem die Raumgröße, die Raumhöhe und das Leuchtmittel.

Es gibt mehrere Möglichkeiten bei der Beleuchtung, wie in Industriehallen, Handwerks- und Büroräumen für mehr Energieeffizienz gesorgt werden kann:

  • Tageslichtsensoren mit Dimmer: Tageslichtsensoren können die Lampen in Betrieben je nach Tageslichteinfall an- und ausschalten oder dimmen. Auf diese Weise kann effizient Energie gespart werden – je nach Raum- und Fenstergröße können die Energiekosten um bis zu 30 Prozent reduziert werden.

  • Das richtige Leuchtmittel: Werden alte Glühlampen gegen neuere, sparsamere Modelle ausgetauscht, bedeutet das ebenfalls ein großes Energiesparpotenzial. Am meisten Strom kann mit LEDs gespart werden – zwischen 60 und 80 Prozent Ersparnis sind hier möglich. Energiesparlampen dagegen lohnen sich nur in Räumen, wo das Licht für längere Zeit brennt, da sie bis zu einer Minute benötigen, um ihre volle Helligkeit zu erreichen. Weitere 30 Prozent an Energiekosten lassen sich mit einem Wechsel zur Halogenlampe sparen, wenn diese beispielsweise in Fluren des Betriebs verwendet wird. Denn dort brennt das Licht immer nur für kurze Zeit, muss dafür aber sofort die volle Leistung bringen.

  • Elektronische Vorschaltgeräte: Mithilfe von elektronischen Vorschaltgeräten kann eine Ersparnis von 20 bis 25 Prozent erzielt werden: Denn damit halten Leuchtstofflampen länger und lassen sich dimmen.

Wird das Unternehmen ohnehin renoviert, kann es sich zudem lohnen, die Wände und Decke weiß zu streichen. Denn damit wirken Räume insgesamt heller, sodass in manchen Fällen auf die Beleuchtung verzichtet werden könnte – etwa an einem besonders sonnigen Wintertag. Bei hohen Räumen kann es außerdem helfen, die Lampenhöhe zu reduzieren, damit sich das Licht näher am Arbeitsplatz befindet.

Fazit

Die Angst vor der kalten, dunklen Jahreszeit und den damit verbundenen horrenden Heiz- und Energiekosten ist auch bei Unternehmen in vielen Fällen unbegründet. So können diese sowohl beim Heizen als auch bei der Beleuchtung durch zahlreiche Möglichkeiten zum Teil enorme Kosten einsparen:

  • Geeignete Heizungs- und Lüftungstechnik

  • Nutzung von Abwärme und Prozesswärme als Unterstützung für die Heizung

  • Modernisierung oder Erneuerung der Heizsysteme

  • Neue, effizientere Leuchtmittel

  • Sensoren und Vorschaltgeräte für die Leuchtmittel

Beherzigen Unternehmen diese Tipps, kommen sie also trotz der Kälte und Dunkelheit günstig durch den Winter.