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20.07.2008

Von Trilby bis Zylinder: Hut kommt gut

HAMBURG/BERLIN. Stars wie Justin Timberlake und Pete Doherty waren die ersten, die ihn für sich entdeckten. Mittlerweile gehört der Hut als Accessoire in der Jugendmode einfach dazu. An Jungs sehen die Hüte absolut modern aus.

Die neuen Kopfbedeckungen sind im Trend. Hendrik Schaulin, Stylist aus Hamburg, erklärt das so: „Die ältere Generation gibt sich heute bewusst leger und progressiv. Um sich davon abzugrenzen, geben Jugendliche sich modisch wieder gediegener.“ Er findet, dass Hüte sowohl dem Britpopper, als auch dem Skater oder dem Poloshirt-Träger stehen: „Wenn man einen Hut richtig stylt, können selbst Leute im Trainingsanzug damit gut aussehen.“

Wichtig sei, dass Frisur, Gesicht und Kopfbedeckung eine stimmige Einheit ergeben, so der Experte. „Hutträger mit lang wirkenden Gesichtern sollten Modelle tragen, die das Gesicht optisch verkürzen“, rät Stylistin Marion Feldmann. „Um runde Gesichter optisch ovaler erscheinen zu lassen, sollten diese Personen Hüte tragen, die das Gesicht strecken.“ Die beliebteste Hutform ist zur Zeit der Trilby, da sind sich die Experten einig. „Das ist ein Hut mit kleiner Krempe und meist breitem Hutband“, erläutert Bernhard Roetzel, Stilberater aus Berlin. Der Hut als wieder entdecktes Accessoire ist laut Roetzel ein Rückgriff auf die 60er und 70er Jahre: „Man blickt auf die Mode von damals zurück und spielt mit Versatzstücken aus dieser Zeit.“ Das Besondere an diesen modernen Hutvarianten: Im Gegensatz zu den alten Modellen vom Großvater sind sie nicht steif und passen sich besser der Kopfform an. Neben dem Trilby werden laut Roetzel auch moderne Formen von Pork Pie, Panamahut, Melone und sogar Zylinder getragen.

Auch Catarina Midby, Sprecherin aus der Designabteilung von H&M, sieht in Hüten ein wichtiges Accessoire für die Jugendmode: „Das tolle an Hüten ist, dass man sie mit fast allem kombinieren kann. Sie passen sowohl zum Anzug als auch zu einem schlichten Outfit aus Jeans und T-Shirt.“ Laut Midby liegen besonders „gedrungene Gangster-Hüte aus Wollfilz“ oder Strohhüte im Trend. Aber auch die großen Schlapphüte der Flower-Power-Zeit mit breitem Rand in bunten Farben und der klassische Cowboyhut aus robustem Leder dürften nicht fehlen, sagt Marion Feldmann.

Besonders Modemutige greifen zu kariertem oder bunt bedrucktem Kopfschmuck. Applikationen sind für Marion Feldmann und Catarina Midby in dieser Saison ebenfalls ein wichtiges Thema. Wem das zu auffällig ist, dem rät Roetzel zu Strohhüten mit farbigem Band. Hüte in eher klassischen Farben eignen sich, um ein modernes Outfit zu brechen: Mit Naturtönen von Kaffeebraun über Grau bis zu Weiß und Schwarz-Weiß-Kontrasten liegt man laut Roetzel nicht falsch.

Die Kopfbedeckungen sind durchaus alltagstauglich. „Vom modischen Gesichtspunkt her ist ein Hut zu allen Gelegenheiten tragbar“, findet Feldmann. Allerdings rät sie Hutträgern, sich an gesellschaftliche Konventionen zu halten. Hendrik Schaulin sieht das genauso: „In geschlossenen Räumen sollte man einen Hut absetzen, auch als Jugendlicher.“ Roetzel findet dagegen, dass unter Jugendlichen andere Regeln gelten. „In der Kirche sollte man seine Kopfbedeckung absetzen. Aber sonst wird sie genauso aufgelassen wie die Sonnenbrille auch. Der Hut ist dann einfach Teil des Stylings.“

Darüber, ob der Trend zum Hut auch etwas für Mädchen ist, sind sich die Experten nicht ganz einig. „Zurzeit sind es eher die Männer, die auf Hüte setzen – aber es wird sich zeigen, inwieweit sich dies auch bei den Frauen durchsetzt“, sagt Catarina Midby. Roetzel sieht kein Problem darin, wenn modemutige Mädchen ihr Outfit mit einem Männerhut aufpeppen. Er rät: Einfach experimentieren.