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17.01.2019

Was sollte man über sexuell übertragbare Krankheiten wissen?

Weltweit stecken sich mehr als eine Million Menschen täglich mit einer sexuell übertragbaren Infektion (kurz STI) an. Prinzipiell infiziert man sich über Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Scheidensekret oder über den Flüssigkeitsfilm des Darms. Darin finden sich überlebensfähige Erreger, die über kleine Verletzungen in den Körper eindringen können, sich dort vermehren und Krankheiten auslösen. Welche Erreger sind hier besonders im Blickfeld?

AIDS

Zuerst wenden wir uns dem Schreckensgespenst der 80-er Jahre zu. Mit dem AIDS-Virus sind in Deutschland etwa 88. 000 Menschen infiziert. Die moderne antivirale Therapie hat jedoch solche Fortschritte gemacht, dass unter lebenslanger Antibiotikatherapie mit einer weitgehend normalen Lebenserwartung zu rechnen ist und nach einiger Zeit im Blut überhaupt keine Erreger mehr nachweisbar sind. In diesem Falle ist man auch nicht mehr ansteckend. Besteht die Gefahr, dass man sich angesteckt haben könnte, so kann der Arzt eine sogenannte „Postexpositionsprophylaxe“ in die Wege leiten. Man nimmt für etwa einen Monat nach einer möglichen Ansteckung Antibiotika ein, die AIDS wirkungsvoll verhindern. Wichtig ist nur, dass man sofort mit der Einnahme beginnt.

Syphilis

Hiervon sind hauptsächlich Männer betroffen. Erreger ist ein Bakterium. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien, die sich unbehandelt über viele Jahre erstrecken können. An der Eintrittsstelle bildet sich ein schmerzloses, hartes Knötchen, das sich zu ein Geschwür entwickelt. Im nächsten Stadium folgen Ausschläge, Schmerzen und Fieber. Im Spätstadium kommt es zu schweren Schädigungen an der Haut und an verschiedenen Organen. Wird Syphilis jedoch frühzeitig erkannt, so kann es sehr gut mit Antibiotika behandelt werden.

Gonorrhö (Tripper)

Sie wird ebenfalls durch Bakterien ausgelöst. Befallen ist vorzugsweise der Genitaltrakt. Auch hier wird mit Antibiotika behandelt. Da allerdings einige Erreger bereits resistent geworden sind, muss die Antibiotikaauswahl sehr sorgfältig getroffen werden.

Chlamydien

Die Erkrankung, die durch diese Bakterien ausgelöst wird, betrifft vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Das Wissen um diese Erkrankung ist nicht sehr verbreitet. Dabei hat jeder bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr Anspruch auf einen jährlichen Screening-Test in Form eines Urintests, den man unbedingt wahrnehmen sollte. Warum? Manche Chlamydieninfektionen verlaufen unbemerkt und können bei Frauen zur Unfruchtbarkeit führen. Angesichts von etwa 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr in der Bundesrepublik sollte man diese Erkrankung nicht unterschätzen.

Humane Papillomvieren (HPV)

Hierbei handelt es sich um spezielle Warzenviren, die Genitalwarzen oder auch bestimmte Formen von Krebs wie Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Hierfür gibt es mittlerweile eine Impfung, die im Alter zwischen 9 und 14 Jahren für Mädchen und Jungen empfohlen wird. Die Impfung muss vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. Einmal pro Jahr haben zudem Frauen ab 20 Jahren Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung von Gebärmutterhalskrebs. Dabei nimmt der Frauenarzt einen Abstrich, mit dem befallene Zellen identifiziert werden. Danach kann man befallenes Gewebe entfernt werden, bevor sich Krebs ausbildet. Genitalwarzen (Feigwarzen) werden mit bestimmten Lösungen oder Cremes entfernt, oder auch vom Arzt mithilfe einer Vereisung, mit Elektrokauter oder mit Laser abgetragen.

Bei allen sexuell übertragbaren Krankheiten gilt: Kondome schützen bei allen Sexualpraktiken, die außerhalb stabil monogamer Partnerschaften daher dringend angeraten sind. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte immer der Arzt konsultiert werden.

Mein besonderer Tipp:

Bei allen Erkrankungen muss immer auch der Partner mitbehandelt werden, auch wenn noch keine Anzeichen einer Erkrankung bei ihm oder ihr festzustellen sind.

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