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© dpa
23.02.2015

Weltreisen in Zeiten des Terrors – Welche Risiken Fernreisende jetzt unbedingt kennen sollten

Welche Risiken Fernreisende jetzt unbedingt kennen sollten

Auch wenn manche Feuilletonisten resigniert feststellen, dass nie zuvor eine Generation der Jugendlichen so unpolitisch gewesen sei wie die heutige, träumen junge Menschen nach wie vor davon, nach dem Abitur oder nach der Ausbildung die Welt zu bereisen. Mancher träumt diesen Traum ein Leben lang, ohne ihn sich je zu erfüllen. Andere setzen sich den Rucksack auf und ziehen – aller Warnungen zum Trotz – einfach los. Und schließlich wäre da noch die überwiegende Zahl der Menschen, die sich im Erwachsenenalter Fernreisen gönnen, in denen sie entweder geführt die Kultur und die Menschen ferner Regionen kennenlernen oder sich an den Stränden weit entfernter Inseln entspannen. In Zeiten globaler Krisen und Terrorgruppen, die länderübergreifend Chaos und Anarchie anrichten, sind viele reiselustige Menschen aus dem Westen verunsichert. Kein Tag, an dem nicht über Autobomben und Selbstmordattentate auf belebten Plätzen in beliebten Reiseländern wie Ägypten, der Türkei oder Israel berichtet wird. Fast monatlich werden auch Entführungsfälle deutscher Reisender publik, in denen es um horrende Lösegeldforderungen geht und deren Ausgang leider längst nicht immer positiv ist. Was sollten Reisende über ihr Ziel wissen? Wo können sie sich informieren und sollte man trotz der Terrorgefahr überhaupt noch verreisen?

Gute Informationen minimieren die Risiken

Was, wenn die politische Situation eines Landes nicht so einfach einzuordnen ist? Dann hilft ein Blick auf die Internetseite des Auswärtigen Amtes. Hier finden interessierte Bürger einen immer aktuellen Überblick über Länder, für die Reisewarnungen ausgesprochen wurden. Neben generellen Hinweisen, was die Terrorgefahr und das Risiko, in eine Entführung verwickelt zu werden, gibt es hier länderspezifische Informationen. So haben gerade Individualreisende die Möglichkeit, ihre Reiseroute anzupassen. Manchmal reicht aber auch schon der Blick in die Tageszeitung, um festzustellen, dass ein Reiseland derzeit wohl eher nicht empfehlenswert ist. So kam 2014 wohl kaum ein Deutscher auf die Idee, seinen Urlaub in Westafrika zu verbringen, wo die noch immer nicht besiegte Ebola-Seuche ganze Landstriche entvölkerte und weltweite Panik auslöste. Auch Afghanistan, der Irak und Nordkorea wurden wohl nur von besonders wagemutigen Reisenden angesteuert.

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Das Risiko, Opfer eines Terroranschlags zu werden, ist trotz der vielen Krisenherde relativ gering geblieben. Dass man sich nicht hundertprozentig schützen kann, dürfte auch nach den Negativschlagzeilen des vergangenen Jahres sehr deutlich geworden sein. Die Reisenden, die das malaysische Flugzeug MH17 bestiegen, haben sich vor dem Abflug wohl kaum Gedanken darüber gemacht, dass ihre Flugroute sie direkt über das umkämpfte Gebiet in der Ostukraine führen würde. Auch Touristen, die auf der AIDA eine tolle Kreuzfahrt mit kulturellen Highlights unternehmen wollten, dürften erschrocken sein, als ihr Schiff beim Auslaufen aus einem israelischen Hafen von palästinensischen Raketenteilen getroffen wurde. Trotz aller Gefahren gibt es mutige Reisende, die verrückte Weltreisen unternehmen und von der Gastfreundschaft der Menschen im Nahen Osten und anderen Krisengebieten schwärmen. So berichtete ein Brite 2012 nach der Rückkehr von einer vierjährigen Weltreise, in der er alle autonomen Staaten der Erde ohne Flugzeug bereiste, von seinen abenteuerlichen Grenzübertritten. Dass der Weltenbummler unversehrt wieder nach Hause kam, könnte man durchaus als Wunder bezeichnen.