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ade © ADE Pressphoto
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23.10.2014

Clubkultur in einer anderen Dimension

Zahlreiche gelbe Flaggen hängen an hunderten von Fahnenmasten – verteilt durch die ganze Stadt. Über 5000 Experten der Musikbranche tummeln in der Innenstadt und über 350 000 Besucher strömen am Abend in die Clubs und Szenelocations von Amsterdam. Das ADE ist mit 400 verschiedenen Veranstaltungen das größte Clubfestival der Welt – und etwas, wie wir es in Deutschland nicht kennen und uns kaum vorstellen können.

Auf dem Gelände eines alten und üblicherweise verlassenen Gaswerks im Norden von Amsterdam stehen ein Gaskessel und ein altes Transformator-Gebäude. In den vier Tagen des Amsterdam Dance Events (ADE) ist allerdings nichts normal, so ist auch der Gaskessel alles andere als verlassen. 3500 Menschen feiern vier Tage in Folge bei der Party von „Awakenings“, der wohl der bekanntesten Techno-Organisation in den Niederlanden. Im alten Transformator-Gebäude direkt gegenüber, dem Westerunie, feiern zeitgleich nochmals über 1000 Fans zu elektronischer Musik. Adam Beyer, Joris Voorn, Paul Oakenfold, Paul van Dyk – nur eine Auswahl der namhaften DJ's, die in den beiden Partytempeln im Amsterdamer Westerpark auflegen. Grob überschlagen feiern rund 18 000 Menschen an den vier Tagen im Gashouder und im Westerunie. Und das ist nur ein Bruchteil der gesamten ADE-Veranstaltung.

Gleiches Prinzip, andere Location: Eine alte Kantine am Amsterdamer Großmarkt wird zum Club umfunktioniert. 1500 Besucher, überwiegend Deutsche, feiern in „De Marktkantine“ beim ADE Berlin Special. Am DJ-Pult steht Oliver Koletzki, als um 6 Uhr in der Früh die Lichter angehen. Vor ihm spielten ausschließlich deutsche DJ's, alle von den Labels „Stil vor Talent“ oder „Katermukke“. Hier mischt sich deutsche Clubkultur mit ebenjener niederländischer. Die große Menge an Menschen verlässt die Kantine am Großhandelsmarkt, zurück bleibt eine dreckige Tanzfläche auf welcher sich ein Gemisch aus Dreck und Getränkeresten ausbreitet. Der gesunde Menschenverstand würde einen jetzt dazu bewegen, zurück ins Hotel zu gehen – so allerdings nicht bei den ADE-Besuchern in Amsterdam. Zwar steigen alle in die Straßenbahn, allerdings nicht in Richtung Bett, sondern direkt in den „Melkweg“ - zur Afterhour bis um 18 Uhr.

Unweit des Melkwegs, in gleich mehreren Locations, sitzen Tag für Tag Musikexperten und Größen der Musikbranche an einem Tisch. Das ADE ist nicht nämlich nur ein Festival, sondern zeitgleich die wohl wichtigste Musikkonferenz der Welt. Hier gibt es Diskussionsrunden, Ideentausch, Präsentationen und Workshops verschiedenster Art. Rund 250 Euro Eintritt pro Tag zahlt Otto-Normal-Verbraucher für diese Konferenz – das betrifft natürlich nur ein Bruchteil der Gäste, denn die Mehrheit der Besucher ist schlichtweg eingeladen.

Jahr für Jahr ruft das Amsterdam Dance Event Musikfreunde aus der ganzen in die niederländische Metropole. Ob zur Konferenz, zum Festival oder auch gleich zu beidem – einen bleibenden Eindruck hinterlässt das ADE bei den Besuchern auf jeden Fall.