nach oben
Die Händel-Festspiele auf dem Markt in Halle an der Saale 2016. Foto: Hendrik Schmidt
Die Händel-Festspiele auf dem Markt in Halle an der Saale 2016. Foto: Hendrik Schmidt
22.05.2017

Händel-Festspiele erwarten Tausende Besucher

Halle (dpa) - Die Händel-Festspiele in Halle wollen mit einem Mix aus Klassik, Kirchenmusik, Jazz und Variationen ein internationales und zugleich junges Publikum begeistern.«Angesichts des Reformationsjubiläums 2017 haben wir allein fünf Oratorien im Programm», sagte der Intendant der Festspiele und Direktor der Stiftung Händel-Haus, Clemens Birnbaum. Dazu gehöre Händels berühmtestes Kirchenmusikwerk, der «Messias». Während der 17-tägigen Festspiele (26. Mai bis 11. Juni) stünden renommierte Ensembles und Solisten auf den Bühnen. Darunter sind zehn Echo-Klassik-Preisträger. Es gibt 100 Veranstaltungen an 24 Orten. Großen Raum nehmen Händels Opern ein wie die szenische Aufführung von «Jephtha».

Die Händel-Festspiele stehen 2017 unter dem Motto «Original? - Fälschung?». Damit werde ein brisantes Thema aufgegriffen, erklärte Birnbaum. Bereits im 18. Jahrhundert seien Urheberfragen, Raubdrucke und Fälschungen Thema gewesen. Händel selbst habe sich gegen unerlaubte Vervielfältigungen seiner Kompositionen wehren müssen.

Der Barockkomponist Georg Friedrich Händel (1685-1759) wurde in Halle geboren. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in London, wo er auch starb. Händel galt in seiner Zeit als Superstar. Nach Halle kommen jährlich Tausende Menschen aus dem In- und Ausland eigens wegen seiner Musik.

Zu den weiteren Höhepunkten gehören laut Birnbaum ein interreligiöses Projekt der abrahamitischen Weltreligionen unter dem Motto «One God». Dabei erklingt Musik aus dem Judentum, Christentum und Islam, vom Mittelalter bis zum Barock. Die Aufführung mit dem mehrfach bereits in Halle gefeierten Pera Ensemble wird vom türkischen Musiker Mehmet C. Yeilçay geleitet.

«Wir wollen Brücken bauen mit verschiedenen Musikgenres», betonte Birnbaum. Dazu gehören auch Projekte für unterschiedliche Generationen und Interessenten. Unter dem Motto «Baroque Lounge» begegnen sich im Kunstmuseum Moritzburg zwei verschiedene Musikstile, Barock und Jazz, inszeniert von Spezialisten ihres Fachs, gespielt auf Laute und Saxofon gleichzeitig. Zum Abschluss der Festspiele gibt es traditionell das Konzert unter freiem Himmel in der Galgenbergschlucht, mit Feuerwerk zu Händels gleichnamiger Musik.