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Der polnische Jazztrompeter Tomasz Stako 2012 bei einem Konzert in Danzig. Foto: Piotr Wittman
Der polnische Jazztrompeter Tomasz Stako 2012 bei einem Konzert in Danzig. Foto: Piotr Wittman
30.07.2018

Jazztrompeter Tomasz Stako gestorben

Berlin/Warschau (dpa) - Der polnische Jazztrompeter Tomasz Stako ist tot. Das teilten seine Familie und der polnische Jazzverband PSJ am Sonntag mit. Stako wurde 76 Jahre alt. Er gehörte seit den 60er Jahren zu den bedeutendsten Vertretern der Jazz-Avantgarde seines Landes.«Er war ein weltberühmter Jazztrompeter, Komponist, Bandleader und Mentor für viele junge Musiker», so erinnerte der Verband PSJ in einem Nachruf auf seiner Facebook-Seite an Stako. Er sei «nach einer schweren Krankheit in Warschau gestorben». Der polnische Musikjournalist Piotr Baron schrieb auf Twitter, Stako sei «einer der Gründerväter des polnischen Jazz» gewesen.

Im Frühjahr waren Auftritte von Stako und seiner Band auch für Deutschland abgesagt worden. So schrieben die Veranstalter des Festivals XJazz in Berlin, der polnische Musiker sei in Behandlung, man hoffe aber auf eine baldige Besserung.

Das Münchner Jazz-Label ECM, bei dem Stako zahlreiche Alben veröffentlichte, nennt auf seiner Webseite die US-Trompeter Miles Davis und Chet Baker als frühe Einflüsse. Später seien Free-Jazz-Avantgardisten wie Ornette Coleman und Don Cherry hinzugekommen.

In den frühen 70er Jahre trat er mit seinem Tomasz Stako Quintet ins Rampenlicht bei europäischen Festivals. Sein ECM-Debüt «Balladyna» (1975) sei «auf beiden Seiten des Atlantiks zur Legende geworden», so die Plattenfirma. Zuletzt brachte er als Mittsiebziger im Vorjahr das hoch gelobte Werk «December Avenue» mit dem Tomasz Stako New York Quartet heraus - für den Jazz-Experten des britischen «Guardian» eine «Tondichtung, die Gänsehaut hervorruft».