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Pietro Lombardi hat gewonnen.
Pietro Lombardi hat gewonnen.
08.05.2011

Pietro Lombardi ist der neue «Superstar»

Köln (dpa) - Es ist noch gar nicht lange her, da war Pietro Lombardi noch ein Strasssteinchen-Kleber. Die Arbeit brachte dem Mann mit der Kappe gerade einmal 400 Euro im Monat. Seit Samstagnacht steht fest: Pietro aus Karlsruhe könnte schon bald ein Millionär sein.

Beim Herzschlagfinale von «Deutschland sucht den Superstar» (DSDS) siegte er am Samstag mit einem hauchdünnen Vorsprung über Konkurrentin und Freundin Sarah Engels. 51,9 Prozent riefen für die tollpatschige Stimmungskanone an. Ansonsten viel Geturtel: Statt Konkurrenzkampf gab's Kuschelkurs, statt fieser Sprüche Lob und warme Worte.

Der Titelgewinn ist gleichzeitig die erste große Bewährungsprobe für eine kleine Liebe: Trotz stärkerer Stimme, klugen Sätzen und einer tollen Optik musste sich die 18-Jährige aus Hürth bei Köln in der knappsten «DSDS»-Entscheidung aller acht Staffeln geschlagen geben. Zerknirscht wurde sie zum Siegerlied wieder auf die Bühne geholt, dicke Tränen kullerten über ihre Wangen.

Der Ehrgeiz war zumindest in diesem Moment größer als die Liebe. «Ich hoffe, dass unsere Liebe Bestand hat», sagte Sarah nach der Show. «Dass Pietro jetzt soviel Geld hat, ist ja auch schön», ergänzte sie noch flott. Von Pietro selbst kam in der Nacht des Sieges wenig Gehaltvolles.

Pietro, die Stimmungskanone, inszenierte sich vor allem als Kirmes-Musikant: Zu seiner quietschbunten Version von «Que Sera Sera» im Konfetti-Regen tanzte eine Kinderschar auf Spielplatzgeräten. Mit pumpenden Beats ist auch Pietros Version des Siegertitels «Call My Name» arrangiert, komponiert von «DSDS»-Übervater Dieter Bohlen. Der Song ist bereits nach der Mottoshow in Downloadportalen veröffentlicht worden und setzte sich noch in der Nacht auf Platz eins fest.

Schon in der nächsten Woche wird Bohlen ein komplettes Lombardi-Album produzieren. Weil Sarah so gut war, darf sie in zwei Nummern mitsingen, versprach der große Poptitan gönnerhaft. Sarah wippte wie eine reife Sängerin zu «How Will I Know» von Whitney Houston über die Bühne und ließ sich zu «Run» von Leona Lewis an Drahtseilen in den Studiohimmel ziehen. Die überlange Schleppe wehte dabei im künstlichen Bühnenwind - und Sarah sang wie ein Engel.

Hinter der Bühne war die Stimmung nach Informationen der «Bild am Sonntag» weniger himmlisch: Die neuen Juroren Fernanda Brandao (28) und der Schweizer Patrick Nuo (28) hatten erst am Samstag aus der Zeitung erfahren, dass Chef-Juror Dieter Bohlen (57) für 2012 auf eine neue Jury setzen werde. Brandao will ihre Bekanntheit jetzt dafür nutzen, wieder Musik zu machen. Ein Album ist bereits in Planung, verriet sie.

Das Finale verfolgten 6,3 Millionen Menschen (23,6 Prozent), in der werberelevanten Zielgruppe holte RTL einen Marktanteil von starken 36,4 Prozent. Das Finale lief damit deutlich schlechter als im Jahr 2010, wo man noch auf 7,58 Millionen Zuschauer kam. 2009 waren es 6,08 Millionen. Generell gilt die achte Staffel als erfolgreichste Staffel seit der ersten Runde. Durchschnittlich 6,32 Millionen Zuschauer sahen die «DSDS»-Sendungen in diesem Jahr.

Fest steht deshalb: Auch im kommenden Jahr wird es wieder eine Neuauflage geben. Ob die Sendung weiter von Marco Schreyl (37) moderiert wird, ist unklar. In jedem Fall werde es neue Impulse geben, äußerte sich RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger vorsichtig zu möglichen Personalien.

Schreyl selbst sagte der «Süddeutschen Zeitung», wie lange er noch «DSDS» moderiere: «Sicher keine Ewigkeit. Aber gern, solange es allen und mir Spaß macht.» Eine lange Zukunft sieht Schreyl wohl nicht mehr bei der RTL-Show: «Ich würde gerne etwas mit journalistischem Tiefgang machen, etwas ruhiger, vielleicht auch wieder mit einem Sitzplatz für mich.»

Bei Pietros Auftritten blieb niemand sitzen. Bei einem seiner lustigen Auftritte blendete RTL auf einer großen Videoleinwand eine große, silberne Kappe mit Flügeln ein - dieses Symbol ist sonst für den Götterboten Hermes reserviert. Für Pietro könnten es kleine Flügel in den Pop-Olymp sein.