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Vor der Verleihung: Regisseur Mark Bauder (l) und der Schauspieler Benjamin Lillie mit dem Grimme-Preis. Ihr Film «Dead
Vor der Verleihung: Regisseur Mark Bauder (l) und der Schauspieler Benjamin Lillie mit dem Grimme-Preis. Ihr Film «Dead Man Working» wird ausgezeichnet. Foto: Henning Kaiser
31.03.2017

Verleihung der Grimme-Preise in Marl

Marl (dpa) - Die Grimme-Preise für gute Fernsehsendungen werden am Freitagabend (19.30 Uhr) im nordrhein-westfälischen Marl verliehen. 15 Produktionen und Einzelleistungen werden geehrt. 14 davon sind Produktionen von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.Erneut erhält TV-Satiriker Jan Böhmermann eine Auszeichnung. Er und sein Team bekommen einen Spezialpreis für ihre «engagierte Beobachtung und kluge Reflexion des laufenden Fernsehprogramms». Der 36-Jährige hatte bereits 2014 und 2016 Grimme-Preise erhalten. Im vergangenen Jahr erhielt er auf dem Höhepunkt der Affäre um sein Erdogan-Schmähgedicht außerdem einen Ehrenpreis für seine Verdienste um die Entwicklung des Fernsehens in der digitalen Welt. Der Preisverleihung war Böhmermann damals ferngeblieben.

Die begehrten Preise für Qualitätsfernsehen gehen unter anderem


an die Macher des ersten Teils der ARD-Spielfilm-Triologie «Mitten in


Deutschland» über den sogenannten «Nationalsozialistischen


Untergrund» (NSU) mit Anna Maria Mühe als Beate Zschäpe.

Auch die filmische Auseinandersetzung mit der kühl-brutalen


Arbeitswelt der Finanzbranche («Dead Man Working», HR/ARD Degeto) war der Jury preiswürdig.

Mit der Auszeichnung der Mystery-Webserie «Wishlist» von RB, MDR und


Funk, der gemeinsamen Jugend-Onlineplattform von ARD und ZDF, zeigt


sich die Öffnung des Grimme-Preises für crossmediale Formate: Die bei


YouTube zuerst ausgestrahlte Jugendserie über eine Smartphone-App,


die Wünsche erfüllt, gewinnt einen von drei Preisen im «Kinder- und


Jugendwettbewerb».

In der Kategorie Unterhaltung erhält der Late-Night-Talk «Applaus und Raus» (ProSieben) mit Oliver Polak einen Grimme-Preis. Es ist in diesem Jahr die einzige Auszeichnung für einen Privatsender.

Wer in diesem Jahr die «Besondere Ehrung» des Deutschen Volkshochschulverbandes als Stifter der Grimme-Preise erhält, ist noch nicht bekannt. Das Grimme-Institut gibt seine Entscheidung traditionell erst während der Preisverleihung am Abend bekannt.

Die Verleihung des Grimme-Preises wird von 3sat ab 19:00 Uhr im Livestream übertragen sowie zeitversetzt ab 22:35 Uhr auf 3sat ausgestrahlt.