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Borussia Mönchengladbach tritt am 6. Dezember beim FC Barcelona an. Foto: Maja Hitij/dpa
Borussia Mönchengladbach tritt am 6. Dezember beim FC Barcelona an. Foto: Maja Hitij/dpa
05.12.2016

Abschied in Barcelona - Gladbacher sollen sich «beweisen»

Barcelona (dpa) - Die Abschiedsvorstellung in der Champions League beim fünfmaligen Titelträger FC Barcelona soll den gebeutelten Fußballprofis von Borussia Mönchengladbach nach dem Absturz in der Bundesliga neuen Schwung geben.Dem tristen Alltag entfliehen und sich an großer Stätte verloren gegangenes Selbstvertrauen holen: «Jetzt geht es darum, sich mit einer Weltklassemannschaft zu messen und sich zu beweisen», sagte Sportdirektor Max Eberl.

Ob ein Erfolgserlebnis im fast 100 000 Zuschauer fassenden Stadion Camp Nou gelingt, ist fraglich. Der unter Druck stehende Trainer André Schubert und sein Team traten die Reise in die katalanische Metropole am Montag unter dem Eindruck des deprimierenden 1:4 in Dortmund und der Serie von acht Ligaspielen ohne Sieg an. «Wir müssen uns jetzt schütteln», forderte Schubert.

Rückendeckung bekam er von André Hahn, der gute Chancen hat, in die Startelf zu rücken. «Der Trainer gibt sein Bestes, damit wir den Schalter umlegen», sagte der Stürmer. «Die Mannschaft folgt ihm und steht zu hundert Prozent hinter ihm.» Deshalb wolle man in Barcelona zeigen, was im Team steckt: «In der Gruppe ist alles gelaufen, aber wir fahren da nicht hin, um eine Klatsche zu bekommen.»

Zumindest will die Borussia sich besser verkaufen als beim BVB. «Wir wollen zeigen, dass wir es besser machen können als in Dortmund. Ein solches Spiel ist das Nonplusultra», sagte Defensivspieler Julian Korb. Gladbach hat als Dritter der Gruppe C die Zwischenrunde der Europa League bereits sicher, Barcelona steht als Gruppensieger fest. Vielleicht motiviert es zusätzlich, dass Bundestrainer Joachim Löw unter den Zuschauern ist. Dabei wird er wohl auch ein Auge auf den Ex-Gladbacher und Barça-Torwart Marc-André ter Stegen werfen.

Auch wenn Barcelonas Trainer Luis Enrique nach dem 1:1 im Clásico gegen Real Madrid Superstars wie Lionel Messi oder Luis Suarez vielleicht schont, wird es für den Bundesliga-13. nicht leichter. Das Fehlen von Leistungsträgern wie Alvaro Dominguez, Patrick Herrmann oder Ibrahima Traoré fallen schwer ins Gewicht. Möglicherweise nimmt Schubert personelle Veränderungen vor. So könnten Abwehr-Hüne Jannik Vestergaard neben Hahn in die Anfangsformation rücken. 

Mut in der Misere der Gladbacher machen die Auftritte in der Königsklasse wie im Hinspiel gegen Barcelona (1:2) - und die Fans. Die hatten die Mannschaft in Dortmund nach dem Schlusspfiff in bemerkenswerter Art und Weise unterstützt. Die harsche Kritik von Eberl an den Fan-Pfiffen gegen Manchester (1:1) zeigte Wirkung.

Für Eberl hat das Spiel bei Barça schon auch einen «sportlichen Wert». Denn als einer der vier besten Dritten nach Abschluss der Gruppenphase wäre Gladbach bei der Auslosung am 12. Dezember in Topf 1 und hätte in der Zwischenrunde Heimrecht im Rückspiel. «Und nebenbei geht es noch um 1,5 Millionen Euro Siegprämie, die für Gladbach deutlich mehr Wert besitzen als vielleicht für andere Vereine», betonte Eberl. Insgesamt nahm die Borussia in der Gruppenphase mit Startgeld und Punktprämien mehr als 15 Millionen Euro ein, dazu kommt noch Geld aus dem Marktpool und Ticketverkauf.

«Ein, zwei oder drei Jahre» ohne Champions League hält Eberl nach zwei fetten Jahren für möglich. Für ihn sind die drei erreichten K.o.-Phasen im Europacup in vier Versuchen eine «bemerkenswerte Entwicklung». Deswegen schwinge keine Wehmut im Camp Nou mit. «Es ist ein Abschluss der Champions-League-Saison, aber das Spiel bietet genug Ansporn, es wieder schaffen zu wollen», sagte Eberl.

Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Barcelona: ter Stegen - Sergi Roberto, Piqué, Mascherano, Jordi Alba - Busquets - Turan, Iniesta - Messi, Suraez, Alcacer

Borussia Dortmund: Sommer - Elvedi, Christensen, Jantschke - Korb, Wendt - Kramer, Strobl - Dahoud - Hahn, Raffael

Schiedsrichter: Karasew (Russland)