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Die Stars von Real Madrid feiern den Gewinn des spanischen Supercups. Foto: Juan Carlos Pérez
Die Stars von Real Madrid feiern den Gewinn des spanischen Supercups. Foto: Juan Carlos Pérez
17.08.2017

«Barça depresivo» - Messi & Co. straucheln vor Saisonauftakt

Madrid/Barcelona (dpa) - Für den FC Barcelona muss es wie eine Pfeilspitze direkt ins Herz gewesen sein.Noch während sich das Team um Lionel Messi und Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen im Madrider Bernabeu-Stadion abmühte und am Ende eine herbe Niederlage im spanischen Supercup einfuhr, twitterte Paris Saint-Germain ein Foto von Neymar. Es zeigt den Brasilianer, der erst kürzlich für 222 Millionen Euro und gegen den Willen Barcelonas nach Paris gewechselt war, gut gelaunt beim Training mit dem neuen Team.

Ein strahlendes Real Madrid und ein strahlender Neymar auf der einen Seite, ein strauchelndes Barcelona ohne jedes Rezept auf der anderen - die Zeitung «El Mundo» brachte die derzeitige Gemütslage auf den Punkt: «Barça depresivo». Abwehrchef Gerard Piqué machte nach der Partie dann auch keinen Hehl aus der schlechten Verfassung der Katalanen: «In den neun Jahren, in denen ich hier spiele, ist es das erste Mal, dass ich mich Madrid unterlegen gefühlt habe», gab der Nationalspieler offen zu. «Weder auf Team- noch auf Club-Ebene erleben wir gerade eine gute Zeit.» Noch klarer wurde das Sportblatt «Mundo Deportivo»: «Supercup für Real, Superproblem für Barça».

Auch ohne Cristiano Ronaldo, der nach seiner gelb-roten Karte aus dem Hinspiel auf der Tribüne Platz nehmen musste, setzte sich Real im Rückspiel mühelos mit 2:0 (2:0) gegen den ewigen Rivalen durch. Bereits das Hinspiel hatte der Champions-League-Sieger mit 3:1 für sich entschieden. Während der spanische Meister mit seinen Superstars wie Gareth Bale, Sergio Ramos und Toni Kroos nun selbstsicher dem Start der Primera División am kommenden Wochenende entgegenblicken kann, muss Barcelona erst wieder Mut fassen und zur alten Form zurückfinden.

Helfen soll unter anderem der frisch für 40 Millionen Euro von Guangzhou Evergrande verpflichtete Mittelfeldspieler Paulinho. An finanziellem Rückhalt mangelt es Barça seit dem Neymar-Transfer immerhin nicht, der Club ist auf Shopping-Tour und will sich mit weiteren Jungstars verstärken - allen voran mit dem beim FC Liverpool unter Vertrag stehenden Brasilianer Coutinho und Ousmane Dembélé von Borussia Dortmund.

Vielleicht wollte Manager Pep Segura die Moral der Truppe und der Fans heben, als er sich nach der Supercup-Pleite dazu hinreißen ließ, von angeblich bevorstehenden Einigungen auf dem Transfermarkt zu berichten. «Wir sind nah dran, sowohl Coutinho als auch Dembélé zu verpflichten», betonte er. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wollte davon aber nichts wissen: «Barcelona ist dem Wunsch, Dembélés Transfer zu realisieren, bisher keinen Millimeter näher gekommen», sagte er dem «kicker» und fügte hinzu, er könne sich Seguras Worte nur damit erklären, «dass Real Madrid seine Mannschaft in den Supercup-Spielen schwindelig gespielt hat».

Trotz der geballten Demütigungen wagte Coach Ernesto Valverde einen optimistischen Blick nach vorne. «Wir haben einen Titel verloren, aber wir müssen diese Niederlage hinter uns lassen, denn vor uns liegt eine lange Saison - und die geht gerade erst los.» Ob das Team wirklich in einem depressiven Loch steckt oder mentale Stärke zeigt und das Ruder schnell wieder herumreißt, wird sich am Sonntag zeigen. Dann empfangen die «Blaugrana» in ihrem ersten Liga-Spiel Betis Sevilla, die Nummer 15 der vorigen Saison. Die Aufgabe müsste eigentlich zu meistern sein.