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Peter Sagan: «Wir leben wie im Gefängnis.» Foto: Oliver Weiken
Peter Sagan: «Wir leben wie im Gefängnis.» Foto: Oliver Weiken
13.12.2016

Bora-Star Sagan fühlt sich wohl - Vertrauen zum Radsport

Gandia (dpa) - Doppel-Weltmeister Peter Sagan fühlt sich in seinem neuen Team Bora-hannsgrohe offensichtlich wohl. «Ich mag das Ambiente. Es fühlt sich nicht an, als hätte ich das Team gewechselt», sagte der Slowake im ersten Trainingslager in Gandia/Spanien.«Das Team hat sich sehr angestrengt, dass ich Fahrer und Personal mitbringen konnte. Meine Ziele sind die selben wie im vergangenen Jahr: die Klassiker im Frühjahr, die Tour und das Saisonende mit der WM», erklärte der 26 Jahre alte Radprofi, der dem «neuen Radsport» vertraut.

«Was passiert ist, ist passiert. Der Radsport ist aber nun sehr sauber. Jetzt gibt es eine neue Generation», hatte er vorher in einem Interview für die ARD-Sportschau zum Thema Doping erklärt. Er fühle sich wie im Gefängnis. «Wir müssen immer unseren Aufenthaltsort angeben. Die Kontrolleure können überall hinkommen».

Mit dem neuen Sponsor hannsgrohe, einem Familienunternehmen aus dem Schwarzwald, ist Bora der Sprung in die Radsport-Eliteliga WorldTour gelungen. Mit der Verpflichtung der wohl schillerndsten Figur im internationalen Radsport gelang Teamchef Ralph Denk ein Coup. «Ralf habe ich nur einmal getroffen und es hat funktioniert. Ich mag Leute, die nicht nur reden, sondern handeln», sagte Sagan, der vom Tinkoff-Team kam und pro Saison eine Jahresgage von geschätzten rund vier Millionen Euro verdient.

Bora-hannsgrohe - das Team gehört zusammen mit Sky, Trek-Segafredo und Etixx zu den großen Vier in der WorldTour - griff weiter tief in die Tasche und verpflichtete dazu den Sky-Rückkehrer Leopold König (Tschechien) und Tour-Bergkönig Rafal Majka (Polen). Zudem fährt weiter der deutsche Ex-Meister Emanuel Buchmann (Ravenburg) für das Team.

«Es ist ein großer Moment für mich. Die letzten sechs Monate waren sehr interessant, in denen wir dieses Projekt gestartet haben, die Verträge gemacht haben. Wir sind gewachsen von 40 auf fast 80 Mitarbeiter. Alle sind voller Leidenschaft», sagte Teamchef Denk, der den Sprung von der zweiten in die erste Radsport-Liga schaffte und 2017 für Furore sorgen will.

Sagan soll in den Klassikern und als Etappenjäger bei der Tour punkten und wird versuchen, das Regenbogen-Trikot im Oktober in Bergen/Norwegen zu verteidigen. Majka und König spekulieren in den drei großen Länder-Rundfahrten auf gute Platzierungen im Gesamtklassement.