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Erwartet das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS: Caster Semenya. Foto: Hendrik Schmidt
Erwartet das Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS: Caster Semenya. Foto: Hendrik Schmidt
01.05.2019

CAS gibt Entscheidung im Fall Semenya bekannt

Lausanne (dpa) - Der Internationale Sportgerichtshof verkündet heute ein wegweisendes Urteil - mit womöglich gravierenden Auswirkungen für die Leichtathletik und den Leistungssport.Mit Spannung wird erwartet, wie die CAS-Richter in Lausanne im Fall der zweimaligen 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya entschieden haben. Die 28 Jahre alte Südafrikanerin wehrt sich vor dem höchsten Sportgericht in Lausanne gegen eine Regel des Leichtathletik-


Weltverbandes IAAF, die Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen vorsieht. Seit 2009 steht die dreimalige 800-Meter-Weltmeisterin im Mittelpunkt einer Debatte über Hyperandrogenismus und Intersexualität.

Demnach sollen Frauen das Startrecht für bestimmte Rennen nur dann erhalten, wenn ein spezifischer Testosterongehalt im Blut (5 Nanomol pro Liter) nicht überschritten wird. Läuferinnen müssten künftig «innerhalb einer durchgehenden Periode von mindestens sechs Monaten - zum Beispiel durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel - ihren erhöhten Wert dauerhaft reduzieren.

Eine Studie, der zufolge Athletinnen mit höheren Testosteronwerten viel leistungsfähiger sind, ist unter Experten umstritten. Wie komplex der Fall und wie kompliziert die Entscheidungsfindung gewesen ist, zeigte sich zuletzt noch einmal in der Vertagung der Urteilsverkündung, die zunächst bis zum 26. März angekündet worden war. Nach einer fünftägigen Anhörung in Lausanne vom 18. bis 22. Februar waren weitere Unterlagen eingereicht gereicht worden.

Dass sich noch der Menschenrechtsrat der Vereinten Nation zu Wort meldete und die vom Weltverband IAAF angestrebte Einführung einer Testosteronregel für Frauen verurteilte, sorgte für weitere Brisanz.

Der Weltverband will mit der Regel Chancengleichheit gewährleisten. «Wie viele andere Sportarten haben wir uns entschieden, zwei Kategorien für unseren Wettbewerb zu haben - Männer- und Frauen-


Events», erklärte IAAF-Präsident Sebastian Coe. Es gehe darum, «das Spielfeld zu ebnen, um einen fairen und bedeutungsvollen Wettbewerb in der Leichtathletik zu gewährleisten, wo Erfolg durch Talent, Hingabe und harte Arbeit statt durch andere Faktoren bestimmt» werde.