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Markus Eisenbichler war mit 137 Metern bester DSV-Springer. Foto: Daniel Karmann
Markus Eisenbichler war mit 137 Metern bester DSV-Springer. Foto: Daniel Karmann
29.12.2016

DSV-Adler mit Luft nach oben - Eisenbichler Sechster

Oberstdorf (dpa) - Markus Eisenbichler ärgerte sich über eine verwackelte Landung, Severin Freund über einen schwachen Trainingstag: Trotz einer kompakten Teamleistung haben Deutschlands Skispringer in der Quali zum Auftaktspringen der 65. Vierschanzentournee am Freitag noch Luft nach oben gelassen.Beim Sieg des Norwegers Daniel André Tande landete Eisenbichler vor 14 200 Fans in Oberstdorf als bester DSV-Springer mit 137 Metern auf dem sechsten Platz. «Die Landung muss um einiges besser werden», sagte der deutsche Hoffnungsträger.

«Markus hat leider keine saubere Landung gesetzt, sonst wäre ein besseres Ergebnis möglich gewesen», analysierte Bundestrainer Werner Schuster. Dennoch war er mit dem Auftritt seiner Schützlinge, von denen neun den Sprung in den Wettbewerb schafften, zufrieden. «Wir sind kompakt und in einer guten Ausgangsposition. Es kann losgehen.»

Tande setzte sich mit dem weitesten Satz des Tages auf 139 Meter vor Polens Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch und dem Österreicher Stefan Kraft durch. Topfavorit Domen Prevc aus Slowenien wurde seiner Rolle noch nicht gerecht. Der Weltcup-Spitzenreiter landete nur auf Rang acht - noch hinter Stephan Leyhe. Der 24-Jährige wurde mit 132,5 Metern Siebter. «Ich bin gut reingekommen in die Tournee. Das war das Wichtigste», sagte er.

Auch Team-Olympiasieger Andreas Wellinger war mit dem Tag zufrieden. 129,5 Meter reichten für ihn zu Rang 13. «Es schaut ganz gut aus. Die Formkurve zeigt nach oben», sagte Wellinger. Direkt dahinter reihte sich Richard Freitag ein.

Für Freund, der im Vorjahr für den ersten deutschen Auftaktsieg seit 13 Jahren gesorgt hatte, blieb mit 126,5 Metern nur der 19. Platz. «Es hat in dieser Saison leider Tradition, dass die Trainingstage nicht gut sind», stellte der Weltmeister fest. Die Hoffnung auf einen guten Start hat er aber noch nicht aufgegeben: «Ich habe es schon öfter geschafft, mich im Wettkampf zu steigern. Das strebe ich auch hier an.»

Dennoch musste er feststellen, dass er nach seiner Hüftoperation und einer fünfmonatigen Verletzungspause nicht wie gewünscht vorankommt. «Ich muss am Gefühl arbeiten und die Dinge, die auf dem Video klar erkennbar sind, auf die Schanze bringen. Das ist der nächste Schritt», erklärte Freund.

An die Wiederholung seines Vorjahressieges verschwendet er ohnehin keinen Gedanken. «Es wird immer eine sehr schöne Erinnerung sein. Ich hole das jetzt aber nicht zwanghaft hervor, zumal die Voraussetzungen heuer ganz anders sind. Es fehlt noch etwas an der Athletik, der Technik und am Gefühl. Das muss alles miteinander wachsen», sagte der 28-Jährige. Unter Druck setzt er sich nicht: «Ich will alles herausholen und dann schauen, was herauskommt. Das hat in meiner Karriere meistens ganz gut funktioniert.»

Anders als Freund meldete sich Vorjahresdominator Peter Prevc rechtzeitig zum Tournee-Auftakt zurück. Der zuletzt schwächelnde Skiflug-Weltmeister ballte nach seinem Sprung auf 132,5 Meter zum Jubel erleichtert beide Fäuste.

Licht am Ende des Tunnels sieht auch Team-Olympiasieger Andreas Wank, der locker die Qualifikation schaffte. «Das war nicht mal optimal», kommentierte er seinen Sprung auf 128 Meter. «Ich habe noch Potenzial und will die Form aus dem Training endlich mal in den Wettkampf retten.» Aus der sechsköpfigen deutschen Gruppe sind am Freitag außerdem noch Pius Paschke und Constantin Schmid, mit 17 Jahren und 33 Tagen der jüngste Tournee-Teilnehmer, dabei.