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Soll oben auf der Wunschliste des FC Bayern München stehen: Ousmane Dembélé. Foto: Mosa'ab Elshamy/AP
Soll oben auf der Wunschliste des FC Bayern München stehen: Ousmane Dembélé. Foto: Mosa'ab Elshamy/AP
02.07.2019

Die schwierige Suche des FC Bayern nach der BVB-Offensive

Berlin (dpa) - Großartige Neuigkeiten hat der FC Bayern derzeit nicht zu verkünden. Zu Wochenbeginn stellte der Fußball-Rekordmeister auf seiner Internetseite die schon lange feststehenden Neuzugänge Lucas Hernández, Benjamin Pavard und Jann-Fiete Arp vor.Im Gegensatz zum Konkurrenten aus Dortmund sucht Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic aber weiterhin händeringend nach Personal für die Offensive. Immer wieder fällt der Name von Ousmane Dembélé.

Der frühere BVB-Profi, der sich vor zwei Jahren zum FC Barcelona gestreikt hatte und dafür auch aus München deutlich kritisiert worden war, soll laut der an sich gut unterrichteten französischen Fachzeitschrift «France Football» schon von Salihamidzic kontaktiert worden sein. Trotz eher durchwachsener Leistungen bei den Katalanen und eines Einkaufspreises um die 100 Millionen Euro. Doch viele Alternativen gibt der Markt, auf dem sich die Bayern bewegen wollen, nicht her.

Nationalspieler Leroy Sané scheint sich doch eher für den Verbleib beim englischen Meister Manchester City zu entscheiden. RB Leipzigs Timo Werner, dessen Vertrag 2020 ausläuft, steht offenbar nicht mehr ganz oben auf der bayerischen Einkaufsliste. Und andere Hochkaräter für die Offensive wie der zu Real Madrid gewechselte Eden Hazard oder Antoine Griezmann, dessen Unterschrift beim FC Barcelona noch aussteht, haben sich nicht einmal im Ansatz für die Bundesliga interessiert.

Der BVB hatte das schon früh im Sommer erkannt und lieber bei den direkten Konkurrenten zugegriffen. Thorgan Hazard (kam von Borussia Mönchengladbach), die Nationalspieler Nico Schulz (TSG Hoffenheim) und Julian Brandt (Bayer Leverkusen) sowie Rückkehrer Mats Hummels, der bei den Bayern keine Perspektive mehr sah, kosteten mit über 100 Millionen Euro insgesamt ungefähr so viel, wie der FC Bayern für einen internationalen Topstar zahlen müsste.

Eine ähnliche Strategie wie die Westfalen verfolgen auch andere Bundesligisten. Bayer Leverkusen verpflichtete unter anderen Kerem Demirbay aus Hoffenheim, Mönchengladbach Breel Embolo von Schalke 04. Die Königsblauen tun sich dagegen nach der vergangenen Katastrophen-Saison und dem Umbruch in der Führungsetage noch schwer auf dem Transfermarkt. Dort aktiv werden dürfte auch noch Eintracht Frankfurt, wo bis zur Schließung des Transferfensters am 2. September die Abgänge von weiteren Leistungsträgern neben Vize-Weltmeister Luka Jovic (zu Real Madrid) drohen. Der frühere Dortmunder Weltmeister Erik Durm absolvierte nach Informationen der «Bild»-Zeitung am Dienstag bereits einen Medizincheck bei der Eintracht.

In München übte Trainer Niko Kovac sanften Druck aus und wünschte im «Kicker» noch «vier Spieler», vermeintlich alle für die Offensive. Die Hintermannschaft sollte von den französischen Weltmeistern Hernández und Pavard ausreichend verstärkt werden. «Wir haben bis jetzt schon 120 Millionen ausgegeben. Ich muss ehrlich sagen, langsam geht mir das auf die Nerven, dass man sich nur noch über Käufe definiert», monierte deshalb Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der allerdings vor Wochen im «Doppelpass» des Senders Sport1 offensiv damit geprahlt hatte, etliche Neue «schon sicher» zu haben.

Zum Bundesliga-Auftakt (gegen Hertha BSC am 16. August) werde «eine gute Mannschaft auf dem Platz» stehen, sagte der 67-Jährige zuletzt. Am 8. Juli startet der Rekordmeister als letzte Bundesliga-Mannschaft ins Training, am 3. August steigt in Dortmund mit dem Supercup das erste große Kräftemessen zwischen dem BVB und den Bayern. Mit oder ohne Dembélé.