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Markus Eisenbichler ärgerte sich nach seinem verpassten Podestplatz. Foto: Daniel Karmann
Markus Eisenbichler ärgerte sich nach seinem verpassten Podestplatz. Foto: Daniel Karmann
30.12.2016

Eisenbichler verpasst Podest - Kraft bejubelt Auftaktsieg

Oberstdorf (dpa) - Frontmann Markus Eisenbichler schlug nach dem verpassten Podestplatz beim Tournee-Auftakt enttäuscht die Hände vors Gesicht, Weltmeister Severin Freund hakte die Traditionsveranstaltung sogar schon ab.Als der Österreicher Stefan Kraft im mit 25 500 Fans restlos gefüllten Hexenkessel von Oberstdorf ausgelassen seinen Auftaktsieg bei der 65. Vierschanzentournee bejubelte, standen die deutschen Skispringer abseits des Trubels.

In einem spannenden Wettbewerb fehlten Eisenbichler als Sechstem nur 3,1 Punkte zum erhofften Platz auf dem Podium. «Die Weite hat nicht gefehlt, aber ich muss besser landen. Das ärgert mich extrem - aber nur fünf Minuten. Jetzt heißt es weitermachen», sagte der 25 Jahre alte Bundespolizist aus dem bayerischen Siegsdorf und richtete vor dem Neujahrsspringen an diesem Sonntag sofort eine Kampfansage an die Konkurrenz. «Es ist noch nichts entschieden.»

Das sieht auch Bundestrainer Werner Schuster so: «Markus hat einen guten Wettkampf gemacht und ist weiter dabei. Es ist bitter, dass er über die Landung Plätze verloren hat. Die Jury hat das hart bestraft.»

Weniger zufrieden konnte er mit den Ergebnissen der anderen DSV-Adler sein: Richard Freitag als 14. und Andreas Wellinger auf Rang 15 waren schon weit weg von der Spitze. «Markus hatte heute keine Unterstützung aus dem Team. Er war der Einzige in der Spitzengruppe», stellte Schuster enttäuscht fest.

Eisenbichler, der auf 135 und 133,5 Meter flog, fährt mit knapp 15 Punkten Rückstand auf Kraft nach Garmisch-Partenkirchen. Der Tournee-Triumphator von 2015 setzte sich mit Weiten von 139 und 134,5 Metern vor Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen durch, der auf 137 und 135 Meter kam. «Das ist unglaublich, einfach mega cool. Das ist einer meiner schönsten Tage», frohlockte Kraft.

Dritter wurde sein Landsmann Michael Hayböck, dahinter landete Mitfavorit Daniel Andre Tande aus Norwegen auf Rang vier. Topfavorit Domen Prevc zeigte im Allgäuer Hexenkessel dagegen Nerven und verspielte alle Chancen auf den Tournee-Triumph. Am Ende stand Rang 26 - mehr als 50 Punkte hinter Kraft.

Für Weltmeister Freund, im Vorjahr Auftaktsieger in Oberstdorf und Gesamtzweiter der Tournee, erwies sich die Hypothek der langen Verletzungspause nach seiner Hüftoperation im Frühjahr wie befürchtet als zu groß. «Ich habe schon vorher gesagt, dass die Gesamtwertung in diesem Jahr kein Thema für mich ist. Es war klar, dass die Tournee zu früh kommt», sagte Freund.

Fast wäre der Wettbewerb für den 28-Jährigen sogar nach dem ersten Durchgang beendet gewesen. Nach seiner verwackelten Landung im ersten Versuch auf 129 Meter hatte Freund aber Glück: Im deutschen K.o.-Duell gegen Lokalmatador Karl Geiger lag er trotz erheblicher Punktabzüge um 0,4 Zähler vorn und zog ins Finale ein.

«Das war saublöd und extrem ärgerlich. Da habe ich viele Punkte liegengelassen», schimpfte Freund auf sich selbst. «Ich habe verkantet und dann fährt mir der Ski weg. Das sah dämlich aus», schilderte der Gesamtzweite des Vorjahres seinen Fauxpas. Im Finale reichte es sogar nur zu 127 Metern - Platz 20.

Noch mehr bangen im ersten Versuch musste Wellinger, der sein K.o.-Duell gegen den Tschechen Vojtech Stursa nach einem Sprung auf 127 Meter verlor. Als Lucky Loser erreichte der Team-Olympiasieger doch noch den zweiten Durchgang, in dem er sich auf 134,5 Meter steigerte. «Ich habe mich beim ersten Sprung zu verkrampft in die Anfahrt gesetzt. Vielleicht braucht man hin und wieder einen Scheißsprung um zu merken, wie man richtig springen muss», kommentierte Wellinger seinen Auftritt.

Mit einem Debakel endete der Auftakt für zwei Altstars. Der 44 Jahre alte Skisprung-Methusalem Noriaki Kasai aus Japan schied ebenso im ersten Durchgang aus wie der viermalige Olympiasieger Simon Ammann. «Ich ärgere mich. Das war ein gebrauchter Tag», sagte der Schweizer.