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Die Spieler vom Hamburger SV können sich den Fans wieder als Sieger präsentieren. Foto: Ronald Wittek
Die Spieler vom Hamburger SV können sich den Fans wieder als Sieger präsentieren. Foto: Ronald Wittek
05.12.2016

Erleichterung beim HSV - Trainerdiskussion in Darmstadt

Darmstadt (dpa) - Der Hamburger SV sieht wieder Land. Das 2:0 (1:0) am Sonntag beim SV Darmstadt war am 13. Spieltag der erste Saisonsieg. Ausgelassen feierte die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol den ersehnten Erfolg.Ist der Bann jetzt gebrochen? Die wichtigsten Aspekte zu einem schwachen Kellerduell:

DIE TABELLENSITUATION: Der HSV hat den letzten Platz an den FC Ingolstadt abgegeben und nur noch einen Punkt Rückstand auf die «Lilien» und den Relegationsrang. «Es ist Erleichterung da, aber es fällt nicht viel Druck ab. Die Tabelle ist eng, und wir sind immer noch unten», warnte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer im Sky-Interview.

DIE AUSSICHTEN: Vor der Winterpause stehen für das Gisdol-Team die Partien gegen den FC Augsburg, beim FSV Mainz 05 und gegen Schalke 04 an. «Ich hoffe, dass es im Frühjahr mal heißt: Jetzt ist der HSV seit sechs Spielen ungeschlagen», sagte Michael Gregoritsch.

DIE MATCHWINNER: Neben dem Österreicher Gregoritsch (30. Minute) traf vor 17 400 Zuschauern am Böllenfalltor auch Matthias Ostrzolek (90.). Es war sein erster Bundesliga-Treffer im 133. Spiel. «Die Jungs haben ihn in der Kabine gleich richtig gefeiert», sagte Gisdol schmunzelnd. Lewis Holtby verriet: «Er ist der Kassenwart, vielleicht tut er was rein.»

DIE NEBENGERÄUSCHE: Beiersdorfer rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit der Verpflichtung eines neuen Sportdirektors. «Sollte nicht einer vom Himmel fallen, wird das der Fall sein», sagte der Vorstandsboss. Derzeit gebe es auf dem Markt keinen verfügbaren Kandidaten, der «in die Philosophie» des Vereins passe. Über seine eigene Position wollte er nicht sprechen.

DER SPRUCH DES TAGES: «Es kam viel Wind von außen. Aber das wisst ihr, ihr macht ihn ja.» (Lewis Holtby nach dem Spiel zu den Journalisten)

DIE VERLIERER: Darmstadt steckt seit der Pokalblamage beim Viertligisten Astoria Walldorf Ende Oktober im Tief und kassierte die fünfte Niederlage nacheinander. Die Fans skandierten erneut: «Meier raus!». Trainer Norbert Meier wollte das nicht kommentieren. Kämpferisch könne er der Mannschaft keinen Vorwurf machen, so der mit 58 Jahren älteste Erstliga-Trainer. Aber: «Wir sind nicht die Mannschaft, die den Gegner komplett aus den Angeln hebt.»

DIE TRAINERDEBATTE: Meier hat nach Dirk Schuster und zwei Aufstiegen nacheinander plus dem unerwarteten Klassenverbleib im Mai ein schweres Erbe angetreten. Erstmals seit langer Zeit wirkt die mit einem bescheidenen Etat zusammengestellte Mannschaft mutlos. Präsident Rüdiger Fritsch machte einen etwas ratlosen Eindruck und sagte: «Wir müssen die Sache erstmal sacken lassen. Die Frage ist: Ob uns diese Reflexe bei Darmstadt 98 weiterhelfen? Nur weil das seit Jahrzehnten im Fußball so ist, weiß ich nicht, ob man das umsetzen muss.»

DIE MEINUNG DES KAPITÄNS: «Kämpferisch und läuferisch haben wir recht ordentlich gespielt», sagte Aytac Sulu und kommentierte die Trainerdebatte so: «Das ist nicht Thema in der Mannschaft. Den Bock wollen wir auf jeden Fall umstoßen, alles andere liegt nicht in unserer Macht.»