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Salem Al-Dausari aus Saudi-Arabien bejubelt sein Tor zum 2:1 gegen Ägypten. Foto: dpa
Salem Al-Dausari aus Saudi-Arabien bejubelt sein Tor zum 2:1 gegen Ägypten. Foto: dpa © dpa
25.06.2018

Erster WM-Sieg für Saudi-Arabien seit 24 Jahren

Wolgograd. Nach seiner bitteren WM-Abschiedsvorstellung in Russland winkte Mohamed Salah noch einmal den Fans zu, Altersrekordmann Essam Al-Hadari musste sich noch auf dem Rasen den ersten deprimierenden Fragen stellen. In dem von Rücktrittsgerüchten um Salah überschatteten und sportlich bedeutungslosen Duell mit Saudi-Arabien unterlagen die Nordafrikaner am Montag vor der Wolgograder Minus-Kulisse von 36.823 Zuschauern 1:2 (1:1).

Trainer Hector Cuper attestierte seinem Stürmerstar eine gute Leistung. «Salah hat ein großartiges Spiel gemacht, selbst wenn er vielleicht nicht so gespielt hat, wie er es kann. Er braucht Unterstützung von seiner Mannschaft.» Salah brachte die Ägypter mit einem gefühlvollen Heber in der 22. Minute in Führung, ehe der schon 45-jährige Al-Hadari (41.) einen Handelfmeter parierte.

Der älteste je in einer WM-Partie eingesetzte Spieler war kurz darauf bei einem umstrittenen Foulelfmeter von Salman Al-Faradsch (45.+6) machtlos. Der Siegtreffer gelang Salem Al-Dausari in der Nachspielzeit (90.+5). Der von Cuper erstmals im Turnier eingesetzte Al-Hadari ist mit 45 Jahren und 161 Tagen nun der älteste WM-Spieler und löste Kolumbiens Schlussmann Faryd Mondragon (43 Jahre und drei Tage) ab.

Beim Spiel um den Trostpreis in der Gruppe A und Temperaturen um 35 Grad lieferten sich beide Teams anfangs ein munteres Spielchen, in dem die Ägypter torgefährlicher waren und ihr Rekord-Torhüter für sein persönliches Highlight sorgte, als er in der 41. Minute den Handelfmeter von Fahad Al-Muwallad mit der linken Hand ans Aluminium lenken konnte und sein Team vor dem Ausgleich bewahrte. Der ägyptische Schlussmann zeigte auch später noch einige gute Paraden.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit musste der 45-Jährige dann aber doch hinter sich greifen, als Al-Faradsch einen umstrittenen Foulelfmeter zum 1:1 verwandeln und damit den ersten Turniertreffer für sein Team erzielen konnte. Am Ende traf Al-Dausari mit der letzten Chance zum ersten WM-Sieg der Asiaten seit 24 Jahren. Damit belegte das Team in der Gruppe A den dritten Platz.

«Wir haben keine Lücken offenbart, nach dem Gegentor durch Salah haben wir ein wenig die Ordnung verloren. In der zweiten Halbzeit wurde es wieder besser», sagte Trainer Juan Antonio Pizzi, dessen Zukunft als Chefcoach Saudi-Arabiens offen ist. «Der Verband wird entscheiden müssen, was er machen wird. Das hängt nicht von mir ab», sagte der Spanier.