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Einen seiner drei Titel hat Tyson Fury (Foto) bereits wieder abgeben müssen. Ob der Brite die anderen beiden behalten darf, wird sich bei der Revanche gegen Wladimir Klitschko im nächsten Jahr zeigen. Foto: DPA-Archiv
Einen seiner drei Titel hat Tyson Fury (Foto) bereits wieder abgeben müssen. Ob der Brite die anderen beiden behalten darf, wird sich bei der Revanche gegen Wladimir Klitschko im nächsten Jahr zeigen. Foto: DPA-Archiv
09.12.2015

Klitschko-Bezwinger Fury: Titel los und im Fokus der Polizei

London/Hamburg. Profiboxer Tyson Fury ist nur wenige Tage nach seinem Sieg über Wladimir Klitschko einen seiner drei WM-Titel los. Die International Boxing Federation (IBF) entzog dem Schwergewichts-Profi den Gürtel, da er sich weigert, als nächstes zur Pflichtverteidigung gegen den an Nummer eins geführten Ukrainer Wjatscheslaw Glaskow anzutreten. Zudem ermittelt die Polizei gegen Fury, weil der Brite gegen Homosexuelle hetzt.

Sportlich zieht Fury einen lukrativeren Rückkampf gegen Klitschko im Frühjahr 2016 vor. Damit wird Glaskow demnächst um die IBF-WM kämpfen. Nunmehr verfügt Fury nur noch über die Gürtel der großen Verbände WBO und WBA. Klitschko hat damit bei der Revanche im nächsten Jahr ebenfalls nicht mehr die Chance, seine drei verlorenen Gürtel zurückzuholen.

Obendrein hat die britische Polizei gegen den 27-jährigen Fury Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Homophobie aufgenommen, wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP am Mittwoch berichtete. Fury ist der Ansicht, Homosexualität müsse ebenso verboten werden wie Pädophilie. In Großbritannien hat der Schwergewichtsweltmeister damit einen Proteststurm ausgelöst.

Schon mehr als 100 000 Briten haben eine Petition unterzeichnet, der Boxer solle von der Wahl zum Sportler des Jahres bei der Funk- und TV-Anstalt BBC ausgeschlossen werden. An der Spitze stehen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und Tennisprofi Andy Murray. Die BBC will Fury jedoch nicht von der Liste streichen.

Fury hat mehrfach mit seinen Äußerungen Entsetzen ausgelöst. Er geißelte beispielsweise Abtreibung und forderte eine Legalisierung von Doping im Sport, um ihn «fairer zu machen». Über die Wirkung seiner Aussagen macht er sich offenbar keine Gedanken. Er habe keine Lust, Vorbild für Kinder zu sein, meinte der 2,06 Meter große Boxer. Sein Verständnis zur Rolle der Frau in der Gesellschaft machte er deutlich, als er sich über die britische Siebenkampf-Olympiasiegerin Jessia Ennis-Hill ausließ: «Der beste Ort für eine Frau ist in der Küche und auf dem Rücken.» 2012 hatte er eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Pfund (4500 Euro) zahlen müssen, weil er zwei englische Boxer als schwule Liebhaber bezeichnet hatte.

Schon vor dem WM-Kampf gegen Klitschko war Fury mit kruden Äußerungen aufgefallen. So beschimpfte er den Ukrainer als «alten Narr», «Idioten», «Roboter» und einen «Teufelsanbeter», der «das Charisma einer Unterhose» habe. Zudem attackierte er Homosexuelle. Klitschko erklärte: «Das war so bizarr, dass er es besser für sich behalten hätte. Es gibt Grenzen, die hat er deutlich überschritten.» dpa

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