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Martin Johnsrud Sundby ist gegenwärtig der ausgeglichenste Läufer im Feld. Foto: Gian Ehrenzeller
Martin Johnsrud Sundby ist gegenwärtig der ausgeglichenste Läufer im Feld. Foto: Gian Ehrenzeller
30.12.2016

Norweger und wer noch? - Die Favoriten der Tour de Ski

Val Müstair (dpa) - Die Siege bei der Tour de Ski der Langläufer gehen auch bei der elften Auflage wohl nur über die norwegischen Athleten. Sie stellen bei Damen und Herren die aussichtsreichsten Anwärter.In Marit Björgen, Petter Northug, Therese Johaug und Alexander Legkow sind dieses Jahr gleich vier frühere Sieger nicht mit dabei. Die Deutsche Presse-Agentur stellt vor dem Start der Tour am Silvestertag einige der verbliebenen Favoriten vor und blickt auf die Deutschen mit den besten Aussichten.

Martin

Johnsrud

Sundby

: Dreimal lief der Norweger bereits als Erster über den Zielstrich der Tour, nur zweimal durfte er das Preisgeld von rund 90 000 Euro aber auch in Empfang nehmen. Eine undurchsichtige nachträgliche Dopingsperre sorgte dafür, dass ihm 2015 der Tour-Sieg aberkannt wurde. Sundby ist gegenwärtig der ausgeglichenste Läufer im Feld. Die Schwachstelle des derzeitigen Weltcup-Führenden ist der Sprint. Doch davon gibt es bei der elften Auflage nur einen.

Finn

Haagen

Krogh

: Sundbys Teamkollge hatte bereits vor einem Jahr mit Platz zwei bei der Tour de Ski sein Talent und seine Ausgeglichenheit bewiesen. Auch in diesem Jahr trug er sich schon wieder in die Siegerlisten ein. Ob er Sundby aber am Schlussanstieg gefährlich werden kann, wird sich auf den vorherigen Etappen zeigen.

Dario

Cologna

: Der Schweizer ist unberechenbar. Vor heimischem Publikum - Cologna kommt aus dem Münstertal - möchte er die Grundlagen für eine gute Tour legen. Immerhin ist er mit drei Gesamtsiegen noch «Mister Tour de Ski». Im bisherigen Saisonverlauf zeigte er noch nicht die gewohnte Souveränität, sollte mit seiner Erfahrung jedoch nicht unterschätzt werden.

Tim

Tscharnke

: Für den Gesamtsieg kommt der Deutsche nicht in Frage, eine vordere Platzierung könnte für den Thüringer aber drin sein. Drei Massenstartrennen sind genau das, wo er sich wohl fühlt. Nach einjähriger Wettkampfpause braucht der bislang letzte deutsche Weltcup-Sieger - er gewann 2015 die Tour-Etappe in Val di Fiemme - noch Wettkampfhärte.

Heidi

Weng

: Das Fehlen von Marit Björgen und Therese Johaug eröffnet für Weng die Chance auf den ersten großen Einzelerfolg. Bislang stand sie immer im Schatten ihrer Teamkolleginnen. Im vergangenen Jahr verpasste sie den Sieg im Gesamtweltcup erst auf der letzten Etappe der Kanada-Tour. Weng kann mittlerweile gut sprinten und ist auf den Distanzstrecken immer für den Sieg gut.

Ingvild

Flugstad

Östberg

:Vor einem Jahr überraschte die frühere Sprintspezialistin mit einer starken Tour. Erst am Schlussanstieg musste die Norwegerein ihre Teamkollegin Johaug ziehen lassen. Insofern sollte sie für Weng die härteste Konkurrentin um den Gesamtsieg sein. Interessant dürfte werden, ob sie in Massenstartrennen versucht, eine Vorentscheidung zu erzwingen.

Stina Nilsson: Die Schwedin ist die beste Nicht-Norwegerin - zumindest auf dem Papier. Der Sprintspezialistin sollten die mehrheitlich kurzen Etappen liegen. Entscheidend könnte für sie der Skiathlon am 3. Januar in Oberstdorf werden. Dort muss sie beweisen, dass sie auf einer schwierigen Strecke in beiden Stilarten auch über längere Distanzen mithalten kann. Eine ernsthafte Konkurrentin für die beiden Norwegerinnen ist sie aber wohl nicht.

Nicole Fessel: Wieder einmal ruhen die deutschen Hoffnungen auf der Oberstdorferin. Die routinierte Läuferin befindet sich seit Saisonbeginn in einer guten Form, schaffte bereits zwei Top-10-Ergebnisse in Distanzrennen. Ihre Erkältung, die sie Anfang Dezember stoppte, sollte sie komplett überwunden haben. Fessel gilt als heiße Anwärterin auf den von den Deutschen angestrebten Platz unter den besten Zehn in der Gesamtwertung.