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Bayern-Trainer Niko Kovac gewann letzte Saison mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal. Foto: Arne Dedert
Bayern-Trainer Niko Kovac gewann letzte Saison mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal. Foto: Arne Dedert
17.08.2018

Pokal-Liebhaber Kovac mit «voller Kapelle»

München (dpa) - Der Überraschungs-Triumph mit Eintracht Frankfurt gegen seinen neuen Verein hat den DFB-Pokal für Niko Kovac noch einmal wertvoller gemacht.«Ich bin der Meinung, dass der DFB-Pokal ein schöner Pokal ist. Und den hätte ich gerne nochmal in den Händen», sagte der 46 Jahre alte Titelverteidiger angesichts der schönen Erinnerungen an den Finalerfolg vor drei Monaten in Berlin. Da will er auch mit dem FC Bayern München wieder hin, aber zunächst geht es für den alljährlichen Titelfavoriten an diesem Samstag (15.30 Uhr) in die Fußballprovinz.

Der ehrgeizige Kovac geht die vermeintliche Pflichtübung in Runde eins beim Regionalligisten SV Drochtersen/Assel professionell und ernsthaft an. Stars schonen? Experimentieren? Nichts da! «Wir werden schon mit der vollen Kapelle auflaufen», kündigte der Coach an.

Angeführt wird das Meister-Ensemble von Kapitän Manuel Neuer, der im Tor stehen wird. «Manuel hat in der vergangenen Saison eine lange Pause gehabt. Jedes Spiel für ihn ist hilfreich», sagte Kovac, der auch Sven Ulreich zumindest im Pokal hätte aufbieten können.

Definitiv fehlen werden eine Woche vor dem Bundesligastart aus Verletzungsgründen David Alaba und Serge Gnabry. Den Gegner habe man vorab «natürlich beobachtet», berichtete Kovac am Freitag: «Amateure gegen Profis, da darf man niemanden unterschätzen.»

Kovac stuft den Pokal-Wettbewerb nicht unbedeutender ein als Bundesliga und Champions League. «Titel ist Titel», erklärte er. Das Spiel in Drochtersen soll eine Woche nach dem 5:0 im Supercup gegen Eintracht Frankfurt aber auch dem letzten Feinschliff für den großen Saisonstart gegen 1899 Hoffenheim in der Bundesliga dienen. So soll der Franzose Corentin Tolisso nach dem verspäteten Trainingseinstieg im Anschluss an den WM-Titelgewinn erste Einsatzminuten erhalten.

Ein Lob hatte Kovac vor dem Pokal-Auftakt für Nationalspieler Thomas Müller parat, der unter der Woche beim 4:1 im Test beim Hamburger SV doppelt traf. «Ich habe das Gefühl, er wird wieder der Alte. Die Lockerheit ist wieder da», sagte Kovac. Ein lockerer Müller ist wichtig für die Ziele der Bayern und das interne Betriebsklima.

Verzichtbar im Münchner Starensemble wäre dagegen Sebastian Rudy. Auch ohne den Nationalspieler würde Kovac keine Lücke im Kader sehen. «Sollte Sebastian uns verlassen, hätten wir 20 Feldspieler und zwei Torhüter», sagte der Coach. Das sei ausreichend. Im Mittelfeld habe man auch nach dem Wechsel von Arturo Vidal zum FC Barcelona «noch ein Überangebot» an Spielern. Der 28 Jahre alte Rudy wird in erster Linie von RB Leipzig umworben. Auch der FC Schalke 04 wird als Interessent gehandelt. Rudys Vertrag in München läuft am 30. Juni 2020 aus.

Im Spanier Javi Martínez verfüge er über «einen sehr guten Sechser», erläuterte Kovac. Die Position, auf der auch Rudy am wirkungsvollsten ist, könnten aber auch andere Akteure einnehmen. Namentlich nannte Kovac den Spanier Thiago und Weltmeister Tolisso. Gegen die Amateure aus Drochtersen sollte es ziemlich egal sein, wen Kovac aufstellt.