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Pál Dárdai bereitet sein Team auf das Duell mit dem Tabellenzweiten RB Leipzig vor. Foto: Paul Zinken
Pál Dárdai bereitet sein Team auf das Duell mit dem Tabellenzweiten RB Leipzig vor. Foto: Paul Zinken
16.12.2016

RB vs. Hertha, das neue Derby des Ostens? - Preetz: «Nee»

Leipzig (dpa) - Am Gründungstag von RB Leipzig mischte Hertha BSC auch schon im Kampf um die besten Plätze in der Fußball-Bundesliga mit. Platz vier belegten die Berliner am 19. Mai 2009.Ein Jahr später, RB feierte als Oberligameister den ersten Aufstieg, musste sich der Hauptstadtclub als Tabellenletzter in die Zweitklassigkeit verabschieden. Wiederaufstieg in der anschließenden Saison und Wiederabstieg ein Jahr darauf - Herthas Auf und Ab ging weiter, während die Leipziger knapp 150 Kilometer Luftlinie entfernt nahezu unaufhaltsam auf die erste Liga zusteuerten.

Am Samstag (15.30 Uhr) kommt es in der Red-Bull-Arena zum ersten Duell im deutschen Fußball-Oberhaus. Und es wird ein echter Verfolger-Kracher: RB ist Tabellenzweiter mit 33 Punkten, Hertha rangiert auf Platz drei mit 27 Zählern. Nur die Bayern liegen noch vor den beiden geografischen Fast-Nachbarn.

«Wir wünschen uns alle im Vorfeld dieses Spiels, dass es ein Fußballfest wird», betonte Hertha-Manager Michael Preetz. Ausverkauft ist das Stadion, knapp 4500 Hertha-Fans reisen mit nach Leipzig, von einem Derby für den ostdeutschen Fußball ist aber keine Rede. «Nee», antwortete Preetz mit einem Kopfschütteln auf die entsprechende Frage. «In der Region ist der VfL Wolfsburg der nächste Club mit 57 Minuten mit der Bahn, danach kommt Leipzig, das ist relativ nah zu erreichen.»

Hier RB Leipzig, der gern und auch oft kritisierte Emporkömmling, der die Liga mit seiner jungen und noch Star-losen Mannschaft aufmischt. Der Weg sei noch lange nicht zu Ende, heißt es auf der Homepage des Clubs, «denn wir wollen dem Fußball in dieser so sportbegeisterten Stadt nun auch im Oberhaus den Stellenwert geben, den Leipzig und den die Region verdient hat».

Da die «Alte Dame» aus Berlin. Einer der sogenannten Traditionsvereine, gegründet am 25. Juli 1892 und damit rund 117 Jahre vor dem Verein aus Leipzig. «Hertha BSC ist ein Klub aus Berlin und für Berlin», heißt es auf der Hertha-Homepage.

In der eigenen Stadt muss sich der Verein allerdings die Liebe der Fußballfans vor allem auch mit den «Eisernen» von Zweitligist Union Berlin aus dem Osten teilen. Befürchtungen, dass Zuschauer nun von der Hertha auch noch zu den Leipzigern abwandern könnten, hat Preetz nicht. Für ihn spielen RB und Hertha auch nicht um die Vorherrschaft in der Region. «Es geht um drei Punkte, um nichts mehr», meinte Preetz.

Mit einem Sieg käme Hertha unter Trainer Pal Dardai bis auf drei Punkte an die Leipziger unter Coach Ralph Hasenhüttl heran. Bei einem Remis würde RB zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung übernehmen. Die Bayern, die wie Leipzig vor dem 15. Spieltag auf 33 Punkte kommen, können erst am Sonntag beim SV Darmstadt 98 nachlegen.

«Wir wollen sehen, wo wir stehen und wie wir uns auch gegen Spitzenteams behaupten können», betonte Hasenhüttl, der am Mittwoch mit seinem Team zum Topspiel in München antreten wird. «Wir wissen, wo wir herkommen, haben Demut, aber auch viel Mut und Selbstvertrauen, um die letzten Aufgaben des Jahres anzugehen und hoffentlich erfolgreich zu gestalten.»