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Javier Martínez war einem Medienbericht zufolge am frühen Mittwochmorgen zum Medizincheck beim FC Bayern. © dpa
29.08.2012

Rekordtransfer: Martínez beim Medizin-Check in München

Nach wochenlanger Hängepartie steht der Wechsel von Wunschspieler Javier Martínez zum FC Bayern München anscheinend kurz vor dem Abschluss. Der spanische Fußball-Nationalspieler habe in der Nacht zum Mittwoch die sportärztliche Untersuchung in München absolviert, berichtete der TV-Sender Sky Sport News. Martínez sei kurz nach Mitternacht in der Praxis von Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt eingetroffen. «Todo bien», zitierte «Bild online» den 23-Jährigen nach dem nächtlichen Arztbesuch in München.

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Die endgültige Einigung im Marathon-Fall Martínez ließ zunäcchst weiter auf sich warten. Der Mittelfeldakteur von Athletic Bilbao sollte nach Angaben der Zeitung zum spanischen Fußball-Verband nach Madrid fahren und dort seinen Vertrag auflösen. Die Münchner müssten demnach dort gleichzeitig einen Scheck über 40 Millionen Euro für die festgeschriebene Ablöse hinterlegen.

Ganz ohne neuerliche Irritationen soll der Kurztrip von Martínez an die Isar übrigens nicht abgelaufen sein: Nach spanischen Medienberichten soll er die Reise ohne Erlaubnis seines Vereins unternommen haben.

Seit Wochen buhlen die Münchner um die Dienste des defensiven Mittelfeldmanns. Noch vor einer Woche hatte Bayern-Präsident Uli Hoeneß tief gestapelt: «Es sieht im Moment nicht so gut aus, dass der Transfer klappt.» Doch das Ende der Transferfrist am Freitag vor Augen überschlugen sich urplötzlich die Ereignisse. Martínez tauchte am Mittwoch kurz nach Mitternacht in der Praxis von Müller-Wohlfahrt auf und sorgte für eine rund dreistündige Nachtschicht des Bayern-Arztes.

Bilbao hatte sich trotz mächtigen Werbens der Münchner nicht bereiterklärt, seine Ablöseforderung zu senken. Schließlich lenkte der FC Bayern ein und zeigte sich bereit, die Bundesliga-Rekordsumme von 40 Millionen Euro zu bezahlen. Martínez soll im Gegenzug Gehaltseinbußen von zwei Millionen Euro pro Jahr hinnehmen, um die Kosten für die Bayern zu drücken. Der Spanier soll in München einen Fünfjahresvertrag erhalten.

Auch an Fragen des spanischen Steuerrechts drohte der spektakuläre Wechsel zu scheitern. Athletic Bilbao bestand darauf, dass Martínez den Scheck über die 40 Millionen Euro selbst beim spanischen Ligaverband hinterlegt. Dadurch könnte der Nationalspieler gezwungen sein, Einkommensteuer zu zahlen - Geld, das letztlich wohl die Münchner noch obendrauf zahlen müssten. Nun scheinen aber die steuerlichen Probleme beseitigt.