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Markus Weinzierl kündigt für das Duell gegen RB Salzburg personelle Veränderungen an. Foto: Guido Kirchner
Markus Weinzierl kündigt für das Duell gegen RB Salzburg personelle Veränderungen an. Foto: Guido Kirchner
07.12.2016

Schalke in Salzburg mit B-Team - Mainz strebt Sieg an

Salzburg (dpa) - Die Schalker sind schon weiter, die Mainzer draußen - dennoch verbindet die beiden deutschen Europa-League-Teilnehmer ein gemeinsames Ziel: Sie wollen das internationale Jahr 2016 möglichst mit einem Erfolgserlebnis beenden. Das schon als Gruppensieger qualifizierte Team von Markus Weinzierl bestreitet seine letzte Partie am Donnerstag bei RB Salzburg. Der FSV Mainz 05 will in seinem sportlich bedeutungslosen Duell mit Außenseiter FK Qäbälä wenigstens noch einmal vor eigenem Publikum jubeln.

Trainer Weinzierl ließ jedoch beim FC Schalke keinen Zweifel daran aufkommen, wie die Prioritäten verteilt sind. «Unser Spiel gegen Bayer Leverkusen ist wichtiger. Deswegen werden wir auch einige Spieler schonen», kündigte er an. Der 41-Jährige wird die Partie nutzen, um Spielern aus der zweiten Reihe Spielpraxis zu ermöglichen und sich auf europäischer Bühne zu präsentieren.

Danach rückt beim Bundesliga-Achten das Restprogramm mit den Heimspielen gegen Leverkusen am Sonntag und Freiburg sowie der Partie beim Hamburger SV in den Fokus. Dort sind wieder die Stammkräfte wie Nabil Bentaleb, Leon Goretzka oder Max Meyer gefragt. «Bis Weihnachten wollen wir so viele Punkte holen wie möglich, um uns für das nächste Jahr in Position zu bringen», sagte Weinzierl.

Bisher ist der Schalke-Coach mit seiner Rotationsmasche gut gefahren. Fünf Spiele, fünf Siege, 9:1 Tore - die Königblauen sind wie kaum eine andere Mannschaft durch die Vorrunde der Europa League gerauscht und stehen als Sieger der Gruppe I mit der makellosen Bilanz längst in der K.o.-Runde. Stets tauschte Weinzierl einen Teil des Personals aus: Auch gegen die schon ausgeschiedenen Salzburger dürfte wieder die Stunde der Rekonvaleszenten, Ersatzkräfte und Talente schlagen.

Weniger Spielraum für Experimente gibt sich Trainer Martin Schmidt beim FSV Mainz 05. Die Partie gegen den Außenseiter aus Aserbaidschan nehmen die Rheinhessen trotz ihres Ausscheidens sehr ernst. «Ich fühle mich verpflichtet, eine Mannschaft aufzustellen, die gewinnen will und muss. Wir wollen nichts herschenken», sagte Schmidt. Schon beim 3:2 im Hinspiel hatten sich die 05er in Baku schwerer getan als erwartet.

Der Schweizer fordert von seiner Elf gegen den punktlosen Tabellenletzten nun noch einmal eine Topleistung und will dafür die stärkste Formation auf das Feld schicken. «Wir können nicht mit einem B- oder C-Team antraben und die einfach wegspielen», sagte Schmidt. «Bei uns ist viel sportlicher Ehrgeiz im Spiel. Wir nehmen das Spiel sehr, sehr ernst.»

Der dritte Tabellenplatz der Mainzer (6 Punkte) ist zementiert, weil der Direktvergleich mit dem Zweiten AS Saint-Etienne (9) für die Franzosen spricht. Für Schmidt ein Anlass, leise Kritik an der UEFA zu üben. «Es ist dem Modus geschuldet, dass in den Gruppen zu zwei Drittel schon alles klar ist. Das ist schade», sagte der FSV-Trainer. Auch die Spieler trauern der verpassten Chance eines Gruppen-Endspiels nach. «Wir wollten international überwintern, das haben wir leider nicht geschafft», sagte Mittelfeldspieler Fabian Frei. Allerdings habe man sich das «auch selbst eingebrockt».

Gegen Qäbälä soll nun wenigstens der erste Heimsieg in einem internationalen Wettbewerb her. Sportdirektor Rouven Schröder warnte gar davor, die Partie auf die leichte Schulter zu nehmen: «Es geht um unser Renommee, um viel Geld und um wertvolle Punkte für die Bundesliga in der Fünfjahreswertung der UEFA.»