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Olympia-Special © picture alliance / dpa
22.02.2014

Silber und Bronze im Snowboard - Neureuther in Medaillennähe

Sotschi. Mit Silber und Bronze haben die Snowboarderinnen Anke Karstens und Amelie Kober nach dem Doping-Schock um Evi Sachenbacher-Stehle wieder für sportliche Schlagzeilen in der deutschen Olympia-Mannschaft gesorgt. Am vorletzten Tag der Spiele von Sotschi wurde Karstens erst im Finallauf des Parallel-Slaloms von der Österreicherin Julia Dujmovits gestoppt. Mit Bronze gewann Kober ihre zweite Medaille nach Silber im Parallel-Riesenslalom 2006. Es waren die Medaillen 17 und 18 (8/5/5) für das deutsche Olympia-Team.

Im Slalom liegt Alpin-Ass Felix Neureuther nach dem ersten Durchgang in Medaillennähe. Der Partenkirchener geht als Siebter mit einem Rückstand von nur zwölf Hundertstelsekunden auf den Bronzerang in den zweiten Lauf um 17.15 Uhr MEZ. Felix Dopfer fehlt dagegen bereits etwas mehr als eine Sekunde zum Dritten. Die Führung übernahm der Österreicher Mario Matt vor den beiden Schweden Andre Myhrer und Mattias Hargin, der sich Rang drei mit dem zeitgleichen Stefano Gross aus Italien teilt.

Olympia-Geschichte schrieb am Samstag Langläuferin Marit Björgen, die im 30-Kilometer-Freistilrennen ihr sechstes Gold gewann. Die Norwegerin siegte in Krasnaja Poljana vor ihrer Landsfrau Therese Johaug und stieg mit insgesamt sechs Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille zur erfolgreichsten Winter-Olympionikin auf. Als beste deutsche Läuferin belegte Katrin Zeller den zwölften Rang.

Nach 91 von 98 Entscheidungen steuert Norwegen auf den Gewinn der Länderwertung in Sotschi zu. Die Skandinavier führen im Medaillenspiegel mit elf Gold-, fünf Silber- und neun Bronzemedaillen vor dem Team von Gastgeber Russland (10/10/7), der durch Snowboarder Vic Wild den zehnten Sieg bei den Spielen bejubelte. Die deutsche Mannschaft belegt vor den letzten sieben Wettkämpfen Rang fünf.

Wenig Grund zur Freude hatten die Funktionäre des DOSB am Samstag, als sie auf der Bilanzpressekonferenz über den Dopingfall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle reden mussten. Chef de Mission Michael Vesper berichtete, dass die Wohnung der Biathletin und der Bundesstützpunkt Ruhpolding von Beamten des Landeskriminalamtes Bayern durchsucht wurden. Der DSV bestätigte die Durchsuchung und sprach von einem nicht unüblichen Vorgehen.

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte Ermittlungen gegen unbekannt. In einem durchsuchten Gebäude seien Nahrungsergänzungsmittel gefunden worden. Es sei noch unklar, ob sie in einem Zusammenhang mit dem Dopingfall stehen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, dass sich die Ermittlungen nicht gegen Sachenbacher-Stehle richten. Ermittelt wird wegen unerlaubten Inverkehrbringens von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport.

Sachenbacher-Stehle, die positiv auf ein Stimulanzmittel getestet worden war, wurde aus dem deutschen Team ausgeschlossen und reiste ab. Am Samstag strich die Internationale Biathlon-Union (IBU) die Deutsche aus den Ergebnislisten. Die 33-Jährige war im Massenstart Vierte geworden, ehe sie bei einer Dopingprobe auffiel. Auch der vierte Platz der deutschen Mixed-Staffel wurde gestrichen.

Am Samstag wurde der dritte Dopingfall nach Sachenbacher-Stehle und dem italienischen Bobfahrer William Frullani bekannt. Die ukrainische Ski-Langläuferin Marina Lisogor wurde überführt, wie das Nationale Olympische Komitee (NOK) ihres Landes mitteilte.

Zum deutschen Fahnenträger bei der Schlussfeier der XXII. Winterspiele wurde Rodel-Olympiasieger Felix Loch bestimmt. «Ich flipp aus: Ich darf bei der Abschlussfeier die Deutsche Fahne tragen! Der Wahnsinn!», twitterte er.