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Gladbachs Trainer André Schubert steht unter Druck. Foto: Federico Gambarini
Gladbachs Trainer André Schubert steht unter Druck. Foto: Federico Gambarini
19.12.2016

Trainer im Fokus: Schubert und Ismaël vor Finale?

Düsseldorf (dpa) - Wie lange noch? Vor dem Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg ist die Anspannung vor allem bei den Trainern groß. Schließlich könnten André Schubert und Valerién Ismaël am Dienstag zum letzten Mal auf der Bank der Fußball-Bundesligisten sitzen.Zwar will Borussias Sportdirektor Max Eberl von einem «Endspiel um Andrés Job» nichts wissen. Doch die Gemengelage nach der schwachen Vorstellung beim 0:1 in Augsburg und den «Schubert raus»-Rufen der Fans ist vor dem letzten Heimspiel des Jahres im Borussia-Park hochexplosiv.

In Wolfsburg kursierten indes Gerüchte, dass Trainer David Wagner vom englischen Zweitligisten Huddersfield Town Wunschkandidat der Niedersachsen für einen Neuaufbau in der Rückrunde sein soll. Dies dementierte allerdings der Club. «Das stimmt nicht», sagte VfL-Aufsichtsrat Hans-Gerd Bode am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur.

Bode gab Ismaël Rückendeckung. «Wir haben einen Trainer, der zeigt gerade, dass er die Mannschaft neu ausrichtet. Das Ergebnis am Wochenende hat gezeigt, dass die Mannschaft den Kampf angenommen hat. Wir spielen am Dienstag in Gladbach, und es wird weder davor noch danach etwas mit dem Trainer geschehen.»

Auch in Gladbach steht der Trainer im Blickpunkt. «Wir sind genauso angepisst wie die Fans», schimpfte Eberl, der eine eingehende Analyse der Situation ankündigte. «Wir müssen uns im Winter hinsetzen und überlegen, was zu tun ist.» Zwar betonte Eberl, der Trainer stehe «momentan nicht zur Disposition». Gleichwohl scheint der Kredit des einst gefeierten Schubert nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Bundesliga-Spielen aufgebraucht. Gut möglich, dass der 45-Jährige selbst bei einem Erfolg gegen die Niedersachsen bald gehen muss.

Auch in Augsburg ist das Trainerthema noch heiß. Nach der Beurlaubung von Dirk Schuster sammelte Interimscoach Manuel Baum bei seiner Bundesliga-Premiere mit dem 1:0 gegen Gladbach die ersten Argumente. Doch erst nach der Partie bei Borussia Dortmund soll entschieden werden, wie es bei den Schwaben weitergeht. Manager Stefan Reuter schloss nicht aus, dass der 37 Jahre alte ehemalige Nachwuchscoach zum Chef befördert wird. «Wir werden es nicht von den Ergebnissen abhängig machen, sondern von der Art und Weise, wie gearbeitet wird.» Baum blendet seine eigene Situation vor dem Duell mit den heimstarken Westfalen völlig aus, wie er sagte. «Ich beschäftige mich nur mit dem BVB. Danach schauen wir, was passiert.»

Wie Gladbach und Wolfsburg liegt auch der FC Schalke 04 als Tabellen-Elfter nach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen weit hinter den Erwartungen. Doch zumindest Markus Weinzierl steht nicht zur Disposition. Beim krisengeschüttelten Abstiegskandidaten Hamburger SV will der verletzungsgeplagte Revierclub einen Sieg, um dann im neuen Jahr durchzustarten, wenn mehrere Leistungsträger zurückkehren. «Wir wollen noch mal alles raushauen», sagte Weinzierl.