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Deutschlands Volleyballerinnen sind bei der EM in Aserbaidschan ins Viertelfinale eingezogen. Foto: Laurent Gillieron
Deutschlands Volleyballerinnen sind bei der EM in Aserbaidschan ins Viertelfinale eingezogen. Foto: Laurent Gillieron
28.09.2017

Volleyballerinnen erreichen mit «Herz und Mut» Viertelfinale

Baku (dpa) Auf der ausgelassenen Busfahrt zurück ins Mannschaftshotel in Baku stimmten die deutschen Volleyballerinnen den Disco-Klassiker «YMCA» an.Nach ihrer mit 3:2 bestandenen Nervenprobe im EM-Achtelfinale gegen Bulgarien war die junge Mannschaft von Bundestrainer Felix Koslowski einfach nur glücklich. «Dass wir gegen diese Mannschaft mit Weltklassespielerinnen gewinnen konnten, ist kaum zu glauben. Das ständige Auf und Ab in dem Spiel hat die Bulgarinnen irritiert», resümierte Koslowski nach dem Einzug ins Viertelfinale. «Aber wir haben unseren Weg zum Sieg mit Herz und Mut gefunden. Am Ende wollten wir es mehr als der Gegner. Unser Biss war größer, wir waren aggressiver.»

Mit dem Erreichen des Viertelfinals hat der EM-Fünfte von 2015 sein Minimalziel erreicht. Die Deutschen treffen nun am Freitag auf Gastgeber Aserbaidschan (16.00 Uhr), der Koslowskis Team zum Abschluss der Gruppenphase mit 3:1 bezwungen hatte.

Gegen Bulgarien konnten die Deutschen zunächst ihre Nervosität nicht ablegen. Sie waren lange dem Aufschlagdruck des Weltranglisten-17. nicht gewachsen und zeigten eklatante Annahmeschwächen. Das deutsche Team fand jedoch im Spielverlauf zu mehr Entschlossenheit.

«Wir standen mit dem Rücken zur Wand, da mussten wir aggressiver und mutiger werden», sagte Libera Lenka Dürr nach dem Krimi. «Das ist genau das, was unsere junge Mannschaft noch lernen muss. Wenn du volles Risiko gehst, wirst du auch belohnt.»

Der Einzug ins Viertelfinale ist ein erster Lohn für die mit sieben EM-Novizen gespickte Mannschaft. Nun ist es sogar nicht mehr weit bis zu einer Medaille. Zuletzt holte Deutschland 2011 und 2013 Silber. Nun wartet nach einem Ruhetag aber wieder der Weltranglisten-24. aus Aserbaidschan mit den beiden ausgezeichneten Außenangreiferinnen Natalia Mammadowa und Polima Rahimowa, die in der Gruppenphase gegen Deutschland aber unter ihren Möglichkeiten geblieben waren.