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Torhüterin Clara Woltering machte ein ganz starkes Spiel. Foto: Ingrid Anderson-Jensen
Torhüterin Clara Woltering machte ein ganz starkes Spiel. Foto: Ingrid Anderson-Jensen
08.12.2016

Woltering rettet Handballerinnen Einzug in EM-Hauptrunde

Kristianstad (dpa) - Am Ende wurde es eine Zitterpartie, aber dank der Weltklasse-Leistung ihrer Torhüterin Clara Woltering haben die deutschen Handballerinnen die Hauptrunde bei der EM in Schweden erreicht.

Angeführt von Woltering, setzte sich das Team von Bundestrainer Michael Biegler zum Abschluss der Gruppenspiele in Kristianstad gegen Polen mit 23:22 (12:10) durch und bleibt nach dem zweiten Vorrundensieg weiter im Turnier. Das DHB-Team beendete die Gruppe sogar als Erster, weil es den direkten Vergleich zu den punktgleichen Mannschaften aus Frankreich und den Niederlanden für sich entschied.

«Wir haben unser Ziel erreicht. Ein großes Lob an die Ladies, die sich nie aufgegeben haben», sage Biegler sichtlich erleichtert, nachdem er zuvor wie seine Spielerinnen durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen war.

Bei einer Niederlage hätten die Deutschen das Weiterkommen nicht mehr in den eigenen Händen gehabt, sondern hätten auf französische Schützenhilfe gegen die Niederlande hoffen müssen.

Beste deutsche Torschützin war zum dritten Mal Rechtsaußen Svenja Huber mit sieben Treffern, überragend war aber Torfrau Clara Woltering mit 16 abgewehrten Würfen. «Zwischendurch hatten einige im Kopf, dass wie vielleicht scheitern könnten. Aber ich war mir die ganze Zeit sicher, dass wir es schaffen, weil wir alle gemerkt haben, dass die Mannschaft an sich glaubt», sagte Huber.

Gegner in der Hauptrunde sind von Samstag an Serbien, Gastgeber Schweden und Spanien. Deutschland nimmt zwei Punkte aus dem 30:27-Sieg gegen die ebenfalls qualifizierten Niederländerinnen mit. Das zweite Vorrundenspiel hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit 20:22 gegen den Olympia-Zweiten Frankreich verloren. «Unser Huapotziel in der Hauptrunde wird sein, mehr Stabilität zu erreichen», sagte Biegler.

Ab der 8. Minute und dem 3:2 lag die deutsche Mannschaft permanent bis zur 54. Minute in Führung und baute den Vorsprung sogar auf 9:4 (19.) aus. Dann folgten allerdings wie schon bei der Niederlage gegen Frankreich zahlreiche Fehler im Angriff und im Spielaufbau. Die Polinnen konnten daher zur Pause auf 10:12 verkürzen, obwohl Clara Woltering im Tor erneut eine Glanzleistung ablieferte.

Ihre Paraden waren nach dem Seitenwechsel neben zwei schnellen Treffern von Anne Hubinger (HC Leipzig) auch der Grund dafür, dass sich die DHB-Auswahl wieder fing und auf 15:11 absetzte. Doch die Offensive blieb weiter die Problemzone, da zahlreiche hundertprozentige Chancen nicht genutzt wurden. Doch auch die Polinnen offenbarten erhebliche Abschlussschwächen.

In der 54. Minute glich Polen beim 20:20 zunächst aus, ging dann beim 21:20 sogar in Führung. Torfrau Adrianna Placzek wuchs über sich hinaus. Aber als es darauf ankam, blieb Svenja Huber eiskalt am Siebenmeterpunkt. Und als Kim Naidzinavicius das deutsche Team kurz vor dem Ende wieder mit 23:22 in Führung brachte, war das Weiterkommen perfekt. Der Schlusspunkt blieb Woltering vorbehalten, die mit einer Parade den knappen Sieg sicherte.