Kölns Jhon Cordoba (l) trifft gegen Bremens Torhüter Jiri Pavlenka (r) zur 1:0 Führung. Foto: Marius Becker/dpa
Kölns Jhon Cordoba (l) trifft gegen Bremens Torhüter Jiri Pavlenka (r) zur 1:0 Führung.  Foto: Marius Becker/dpa 

Werder verliert erneut: Schwacher Auftritt in Köln

Köln (dpa) - Während die Profis des 1. FC Köln mit den üblichen kölschen Gassenhauern ihre vor-weihnachtliche Party begannen, wollten Werder Bremens Spieler einfach nur noch weg.

In der Kabine versammelte Florian Kohfeldt sein Team nach Werders schlechtester Hinserie und schwor es auf den Abstiegskampf der Rückserie ein. Nach dem 0:1 (0:1) beim direkten Konkurrenten in Köln verließen die Bremer anschließend wortlos das Stadion. Dafür sprach Kohfeldt und verkündete bemerkenswertes. «Das war eine wirklich schlechte Hinrunde. Was ich aber sagen kann: Wir werden kämpfen und nicht absteigen», versprach der 37-Jährige.

Kohfeldt muss auch nach der vierten Niederlage in Serie und nur 14 Punkten aus 17 Spielen nicht um seinen Job bangen. «Das wird bei uns nicht passieren», kündigte Aufsichtsratschef Marco Bode noch einmal an. «Wir sind uns einig, gut aufgestellt zu sein und es gemeinsam zu schaffen. Wir sind in der Lage, genügend Punkte zu holen und den Abstieg zu verhindern», meinte auch der frühere Nationalspieler.

Stattdessen sollen wohl neue Spieler in der Winterpause her. «Wir werden nichts unvernünftiges machen. Aber wir werden alles realisieren, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, erfolgreich zu sein», sagte Bode. «Wir werden prüfen, was möglich ist.»

Viele verletzte Schlüsselspieler setzten Werder und Trainer Kohfeldt in der Hinserie zu. Auch in Köln mussten in Ludwig Augustinsson und Milos Veljkovic wieder zwei Spieler verletzt raus. Dem Spiel Werders war dies nicht zuträglich. Nach elf Gegentoren alleine aus den beiden vorherigen Spielen beim FC Bayern (1:6) und gegen Mainz 05 (0:5) sprach Kohfeldt selbst von «zu greifender Unsicherheit».

Dies war fast noch untertrieben. Das Spiel hatte mieses Niveau, auch der FC war trotz der beiden Siege zuvor gegen Leverkusen (2:0) und in Frankfurt (2:4) kaum auf Bundesliga-Niveau. «Wir hatten auch Glück», bekannte Kölns Trainer Markus Gisdol, der in einer bemerkenswerten Woche für den FC mit seinem Team neun Punkte holte und damit binnen sieben Tagen mehr als in den 14 Spielen zuvor. «Fußball ist verrückt», kommentierte FC-Manager Horst Heldt den Sprung der Kölner aus der Abstiegszone heraus. Mit 17 Zählern hat der Aufsteiger drei Punkte mehr als Werder.

Dies lag an Jhon Cordobas Siegtor (39. Minute), bei dem die in dieser Situation nicht bundesligataugliche Bremer tatkräftig mithalfen. Die Gäste schafften ihren ersten Torschuss in der tristen Begegnung erst nach knapp einer Stunde. Mehr als ein Lattenkracher von Milot Rashica (83.) und eine Großchance von Niklas Moisander in der Nachspielzeit brachten die erst nach dem Wechsel offensiver spielenden Bremer aber nicht mehr zustande. «Wir sollten nicht so tun, als wäre es ein Feuerwerk gewesen. Das war es nicht», bekannte Kohfeldt ehrlich. Das Fazit könnte für die gesamte Hinserie stehen.