Müssen in Wimbledon bereits wieder abreisen: Kevin Krawietz (r) und Andreas Mies. Foto: Alastair Grant/AP
Müssen in Wimbledon bereits wieder abreisen: Kevin Krawietz (r) und Andreas Mies. Foto: Alastair Grant/AP

Aus für Paris-Sieger Krawietz/Mies in Wimbledon

An einem Wimbledon-Spieltag ohne deutsche Einzel-Teilnehmer verlor das Doppel gegen Marcelo Demoliner aus Brasilien und Divij Sharan aus Indien 5:7, 4:6, 5:7 und brillierte längst nicht so wie zuletzt in Paris.

«Klar sind wir gerade enttäuscht. Es ist ein bisschen frustrierend. Wir haben uns gute Chancen ausgerechnet», sagte Mies: «Wir versuchen, den Spaß zu behalten.» Damit bleibt das Duo nach dem Triumph bei den French Open ohne einen Sieg, auch bei den ATP-Turnieren in Halle und in Antalya hatten sie ihre Auftaktpartien verloren.

Im vergangenen Monat war ein ungewohnter Trubel um den 28 Jahre alten Kölner Mies und den 27-jährigen Coburger Krawietz entstanden, weil sie bei den French Open als erstes deutsches Doppel seit 82 Jahren einen Grand-Slam-Titel gefeiert hatten. «Es war etwas Neues für uns, als Grand-Slam-Champions zum Turnier zu kommen. Wir wussten nicht, wie man damit klar kommt», sagte Mies. «Wir sollten gucken, dass wir nicht mehr so oft und viel über Paris reden. Wir müssen sehen, dass wir den Fokus nach vorne richten.»

Den Hauptgrund für die frühe Niederlage machten Krawietz und Mies aber daran fest, dass ihnen die Umstellung von Sand auf Rasen schwer gefallen sei. Vor einem Jahr hatten die beiden bei dem Rasenklassiker zunächst die Qualifikation überstanden und waren bis ins Achtelfinale gekommen. Diesmal waren sie an der Londoner Church Road an Position 13 gesetzt und zu den Mitfavoriten gezählt worden.

«Jetzt heißt es natürlich, diese Leistung zu bestätigen», hatte Boris Becker jüngst im ZDF gesagt und vor den Nachteilen der neuen Rolle gewarnt: «Tennis ist ein Kopfspiel. Man muss mit den eigenen Erwartungen zurechtkommen, auch mit denen der anderen.»

Mies und Krawietz treten beide noch im Mixed an der Londoner Church Road an. Der Kölner Mies steht dabei mit seiner Partnerin Alexa Guarachi aus Chile vor der reizvollen Erstrunden-Prüfung gegen den Schotten Andy Murray und die US-Amerikanerin Serena Williams.

Im Einzel spielen am Donnerstag fünf deutsche Tennisprofis um den Einzug in die dritte Runde. Angeführt wird das Quintett von Vorjahressiegerin Angelique Kerber. Für die 31-jährige Kielerin sollte die Aufgabe gegen die US-Amerikanerin Lauren Davis (3. Spiel nach 12.00 Uhr MESZ) lösbar sein. Zudem haben Julia Görges und Laura Siegemund sowie bei den Herren Jan-Lennard Struff und Debütant Dominik Köpfer die Chance auf das Weiterkommen.

Eine Runde weiter ist Novak Djokovic. Dem serbische Titelverteidiger gelang zwei Tage nach seinem Erfolg über Philipp Kohlschreiber dank eines 6:3, 6:2, 6:2 gegen den US-Amerikaner Denis Kudla der Sprung in die dritte Runde.