DFB-Akteur Nadiem Amiri (M) versucht dem Franzosen Lucas Tousart zu enteilen. Foto: Bernd Thissen
DFB-Akteur Nadiem Amiri (M) versucht dem Franzosen Lucas Tousart zu enteilen. Foto: Bernd Thissen

Deutsche U21 besteht EM-Härtetest gegen Frankreich

Beim 2:2 (2:0) in Essen verspielte die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz nach starker erster Halbzeit aber noch einen Zwei-Tore-Vorsprung. 89 Tage vor ihrem EM-Auftaktspiel gegen Dänemark glänzten die U21-Fußballer gegen stark eingeschätzte Franzosen nur eine Halbzeit lang, sind nun aber seit elf Partien ungeschlagen.

«Wir wollten ab der 60. Minute mehr im Angriffspressing bleiben. Das ist in der Besetzung so nicht gegangen. Aber was wir in der ersten Halbzeit gemacht haben, war richtig gut», sagte Kuntz. Kapitän Timo Baumgartl ärgerte sich «maßlos» über die zwei Gegentreffer. Ingesamt wusste das Team aber zu überzeugen, was auch Freiburgs Luca Waldschmidt so sah: «Ich fühle mich hier wohl. Jeder will hier Fußball spielen. Es macht einfach Spaß, auf dem Platz zu stehen.

Der Mainzer Levin Öztunali (3. Minute) und Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC (31.) erzielten vor 4227 Zuschauern die Tore für den lange Zeit stark aufspielenden DFB-Nachwuchs. Jonathan Ikoné (51.) und Moussa Dembélé (66.) trafen für Frankreich. Drei Monate vor dem Turnier in Italien und San Marino zeigte die DFB-Elf eine starke Leistung, offenbarte aber auch Schwächen. Am Dienstag bestreitet die Kuntz-Auswahl in England den letzten offiziellen Test.

Kuntz hatte die Partie als «echte Bewährungsprobe» eingestuft und nutzte dies für den Test einer neuen Defensivreihe, die zunächst ganz sicher stand. U21-Debütant Florian Müller von Mainz 05 im Tor war kaum gefordert. Die Abwehr der Franzosen mit Nordi Mukiele und Ibrahima Konaté von RB Leipzig sowie Kapitän Abdou Diallo von Borussia Dortmund geriet dagegen ein ums andere Mal ins Wanken.

Das offensive Zusammenspiel klappte bei der DFB-Elf hervorragend. Nach drei Minuten spielte Luca Waldschmidt Öztunali frei, der den Keeper umkurvte und zum 1:0 einschob. Und die Kuntz-Elf spielte aufs 2:0: Mahmoud Dahoud, einer von drei U21-Europameistern im Team (9.), Nadiem Amiri (10.) und Waldschmidt (16.) verpassten knapp.

Mit kleinen Unkonzentriertheiten ließ die DFB-Auswahl den Gegner dann aber doch ins Spiel kommen. Mitte der ersten Halbzeit verzeichneten die Franzosen ihre ersten zwei gefährlichen Abschlüsse. Nach knapp 30 Minuten rettete Müller stark gegen Martin Terrier (28.).

Mitten in die erste kleine Drangphase der Franzosen hinein schlug Deutschland dann erneut zu: Mittelstädt vollendete eine Hereingabe von Benjamin Henrichs zum 2:0. Kurz vor der Halbzeit rettete Keeper Müller seinem Team mit einem starken Reflex den Vorsprung, nach der Pause war er gegen das sehenswerte Freistoßtor von Ikoné machtlos.

Die Gastgeber spielten nun nicht mehr ganz so stark auf wie noch in den ersten 45 Minuten, Frankreich wurde besser. Nacht gut einer Stunde wechselte Kuntz gleich achtmal. Nur wenige Minuten später nutzte Frankreichs Dembélé eine erneute Unkonzentriertheit in der DFB-Defensive zum 2:2. Am Ende hatten die DFB-Junioren sogar Glück, nicht noch den dritten Gegentreffer zu kassieren.