Die Mainzer siegen im Freitagsspiel mit 5:0 über den SC Freiburg. Foto: Torsten Silz/dpa
Die Mainzer siegen im Freitagsspiel mit 5:0 über den SC Freiburg.  Foto: Torsten Silz/dpa 

Mainz feiert «schönes Fußballfest» - Manager Schröder bleibt

Der Sportvorstand des FSV Mainz 05 zeigte sich nach dem Freitag-Spiel der Bundesliga erleichtert: «Ab auf die Coach.» Denn mit dem Kantersieg sind nach zuvor vier Pleiten in Serie nun die Abstiegssorgen so gut wie ausgestanden.

Auf Sparflamme wollen die Rheinhessen ihr Engagement in den verbleibenden sechs Partien der Saison aber keineswegs reduzieren, zumal mit dem Gastspiel beim Tabellenführer Borussia Dortmund am kommenden Samstag eine reizvolle Aufgabe wartet. «Es wäre fatal nach so einem Spiel Loblieder zu singen», mahnte Schröder. «Wir haben Bock, nächste Woche voll Gas zu geben. Die Dortmunder haben noch viel vor und wir wollen uns dagegen stemmen.»

Auch Kapitän Niko Bungert hat nach seinem Comeback nach langer Verletzungspause und «so einem schönen Fußallfest» Lust auf mehr. Der Erfolg sei ein wichtiger Schritt zum Klassenerhalt gewesen. Es wäre aber ein Fehler, nachzulassen: «Man hat gesehen, wie viel mehr Spaß es macht als das, was wir in den letzten Wochen erlebt haben.»

Großes Vergnügen hatte er selbst nach dem ersten Einsatz seit dem dritten Spieltag. Das bringt Bungert angesichts des oft streikenden Körpers aber nicht dazu, seinen Entschluss, zum Saisonende aufzuhören, wieder zu revidieren. «Es war keine spontane Entscheidung und sie ist richtig», bekräftigte der 32 Jahre alte Abwehrspieler.

Besonders treffsicher zeigte sich Stürmer Jean-Philippe Mateta mit drei Toren (26./33./77. Minute). «Ich werde die drei Tore genießen», sagte der französische Angreifer, der nach dem ersten Dreierpack seiner Profikarriere mit Ball das Stadion verließ.

Wegbereiter des Erfolgs war jedoch Jean-Paul Boetius. Er erzielte nach einem kapitalen Patzer von Gäste-Torwart Alexander Schwolow die Führung (20.). Das fünfte Tor steuerte Karim Onisiwo (73.) bei. «Wir waren brutal und effektiv und haben unsere Chancen eiskalt ausgenutzt. Das fühlt sich gut an heute», befand 05-Coach Sandro Schwarz. Mit dem 5:0 egalisierten die Mainzer ihre Liga-Rekordmarke von 2005 gegen Freiburg und 2015 gegen Paderborn, als es ebenfalls 5:0-Siege gab.

So kurios der Führungstreffer war, so verrückt und einmalig war der ganze Spielverlauf. Denn noch nie hat eine Mannschaft in der Bundesliga seit der Datenerfassung 2004/05 mit so wenig Ballbesitz (30 Prozent) so viele Tore erzielt. Auch in den anderen Kategorien der Spielstatistik wie Passquote (90 Prozent) oder gewonnene Zweikämpfe (58 Prozent) hatten die Freiburger die Nase vorn. Sie schossen zudem 17 Mal erfolglos auf das gegnerische Gehäuse. Die Gastgeber nutzen neun Torschüsse effizient für fünf Treffer. Damit gelang den Gästen auch im zehnten Anlauf kein Liga-Sieg in Mainz.

Ärgerlich fand 05-Manager Schröder nach der Tor-Gala nur, dass er wegen der Gerüchte um seinen Wechsel zum Liga-Konkurrenten Borussia Mönchengladbach Fragen beantworten musste. «Das sind Spekulationen», antwortete er. «Ich haben einen langfristigen Vertrag und hier alles mit aufgebaut. Ich liebe meine Arbeit hier bei Mainz 05.»